AW: Immer mehr Bulgaren und Rumänen beziehen Hartz IV
"Wer betrügt, der fliegt" - so warnte die CSU im Dezember vor Armutsmigranten aus Bulgarien und Rumänien. Anlass für den umstrittenen CSU-Vorstoß sind Befürchtungen, die unbeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit könnte zu einem verstärkten Zuzug armer Menschen aus diesen Ländern führen und dann womöglich die Sozialkassen belasten.
Viele Arbeitnehmer aus Osteuropa kommen jedoch nur für einen kurzen Zeitraum nach Deutschland. Denn oftmals entpuppt sich der vermeintlich gute Job als große Enttäuschung. "Uns wurde ein Lohn zwischen tausend und tausendzweihundert Euro versprochen, aber wir haben nur etwa 500 Euro verdient. Wir sind mit großen Hoffnungen gekommen, jetzt gehen wir mit leeren Taschen", sagt Laszlo Olah, der in der Leergutsortierung in Wernigerode arbeitete. Er und seine Kollegen aus Ungarn sind seit Mitte 2013 in der Flaschensortierung der Brauerei Hasseröder beschäftigt gewesen - Akkordarbeit am Fließband. Diesen Vollzeitjob hatten sie über ungarische Stellenanzeigen im Internet gefunden. Der Dienstleister M&G Intercon aus Chemnitz warb Laszlo Olah und vier weitere Ungarn an.
Etwa 25 Angestellte von M&G arbeiten bei Hasseröder, Ostdeutschlands führender Biermarke. Von Hasseröder gibt es nach eigenen Angaben einen Stundenlohn von 15 Euro bei 120 einsortierten Getränkekästen. Doch Hasseröder hat die Leergutsortierung per Werkvertrag an die Dortmunder Vogt-Gruppe vergeben, einen weiteren Dienstleister. Vogt wiederum hat den Auftrag an M&G abgegeben. Laut Arbeitsvertrag bekommen die Ungarn von M&G einen Stundenlohn von 6,50 Euro. Dafür müssen sie es aber schaffen, 180 große Getränkekästen pro Stunde zu sortieren. Gerechnet bedeutet das: Hasseröder bezahlt pro sortierten Kasten 12,5 Cent, M&G pro Kasten nur noch 3,6 Cent – über 70 Prozent weniger Lohn für diese Arbeit
Sie müssen registriert sein, um Links zu sehen.
Und in diesem Kontext muss man das ganze sehen. Da fahren also deutsche Unternehmer in die Länder, machen tolle Versprechungen um Arbeitskräfte nach Deutschland zu locken. Kein Wunder also, das Menschen darin eine Chance sehen und die Unternehmer wissen auch, das sich kaum ein deutscher Arbeitnehmer solche Arbeitsbedingungen gefallen lassen würde und die Gewerkschaften schneller vor der Tür stehen, wie denen lieb ist.