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Off Topic US-Filmindustrie vor Zeitenwende: Universal und AMC legen Streaming-Streit bei

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Filme der Universal Studios dürfen fortan schon weniger als drei Wochen nach dem Kinostart als Stream angeboten werden. Das könnte die ganze Branche umkrempeln.

Das US-Filmstudio Universal Pictures hat den Konflikt mit dem weltgrößten Kinobetreiber AMC Theaters beigelegt und ein Abkommen geschlossen, das nicht nur die US-Filmindustrie drastisch verändern könnte. Wie beide Seiten mitteilten, haben sich die Konzerne darauf geeinigt, in den USA jenes Fenster deutlich zu verkürzen, in dem Filme exklusiv im Kino laufen und nicht als Video on Demand in Streamingdiensten angeboten werden dürfen. Statt wie bislang erst nach 75 oder 90 Tagen darf Universal eigene Filme nun schon 17 Tage nach dem Kinostart US-Kunden online fürs Heimkino anbieten.

Kinobetreiber ohne Drohpotenzial – und Einnahmen

Der Konflikt um Exklusivvereinbarungen mit Kinobetreibern schwelt schon länger, aber die Corona-Pandemie hatte das Kräfteverhältnis zuletzt dramatisch verschoben. Weil das Virus die USA weiter im Atem hält und landesweite Kinoöffnungen verhindert, haben Kinobetreiber massive wirtschaftliche Einbußen, allen voran AMC. Der Konzern konnte zwischenzeitlich sogar eine Insolvenz nur durch eine Vereinbarung mit den Gläubigern vorerst abwenden, schreibt Variety. Aktuell sollen die US-Kinos Mitte bis Ende August wieder geöffnet werden.

Gleichzeitig hat NBCUniversal mit Veröffentlichungen eigener Filme in Streamingdiensten unerwartet hohen Erfolg – vor allem mit dem Animationsfilm "Trolls World Tour". Dem Studio gehören noch erfolgreiche Reihen wie "Jurassic World", "The Fast and the Furious" und "Ich, einfach unverbesserlich".

Die veränderte Ausgangslage hat nun offenbar dazu geführt, dass AMC einem Deal zustimmen musste, den der Konzern noch vor wenigen Monaten vehement abgelehnt hätte. Wie die Konzerne ausführen, darf Universal Filme in den USA fortan frühestens 17 Tage nach dem Kinostart als Stream verkaufen, zuerst aber lediglich zur Miete auf Premium-Plattformen, also für etwa 20 US-Dollar. Günstigere Preise dürfen laut Variety erst nach drei Monaten verlangt werden. Der Kinokette bleiben also die besonders lukrativen ersten drei Wochenenden in den USA, außerdem wird AMC finanziell an den Streaming-Einnahmen beteiligt.

Außerdem kündigten beide Unternehmen Gespräche über ähnliche Vereinbarungen für die Kinos in Europa und dem Nahen Osten, die zu AMC gehören. In Deutschland gehören die Kinos der Odeon & UCI Cinemas Group zu AMC, UCI-Kinos gibt es an 24 Standorten.

Nicht mehr nur Superheldenfilme?

Welche Konsequenzen die für mehrere Jahre beschlossene Vereinbarung haben wird, ist noch nicht abzusehen, schreibt Variety. Es sei aber absehbar, dass andere große Filmstudios und Kinoketten folgen werden, nur Disney habe solche Deals immer abgelehnt. Die Studios wollen schon seit längerem mehr Flexibilität beim Verkauf ihrer Inhalte und aktuell haben die Kinoketten einfach nicht genug Drohpotenzial, um etwa mit Boykottankündigungen gegen ganze Studios ihren Wünschen Nachdruck zu verleihen. Vor allem für kleinere Kinobetreiber könnte der Schritt aber das endgültige Ende bedeuten.

Auch inhaltlich könnte der Deal eine Zeitenwende in der US-Filmindustrie einläuten, spekuliert das US-Fachmagazin noch. Wenn sie ihre Inhalte schneller auf Streamingplattformen stellen können, werde das bislang so immens wichtige Startwochenende an Bedeutung verlieren. Statt den x-ten Superheldenfilm in Auftrag zu geben, könnten die Studios wieder mehr Risiken wagen und darauf setzen, dass sie das Geld nicht an der Kinokasse, sondern online hereinholen. Vor allem Filme mit mittlerem Budget könnten also profitieren, so wie es "Trolls World Tour" vorgemacht hat. Davon würden dann letztlich (fast) alle profitieren.

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Quelle; heise
 
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