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PC & Internet Bundesnetzagentur schlägt höhere TAL-Entgelte vor - DSL bald teurer?

josef.13

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Die Wettbewerber der Telekom müssen eventuell ab Juli mehr bezahlen für die Anmietung der sogenannten "letzten Meile" bei der Telekom. Der Branchenverband VATM kritisiert den Entgeltvorschlag der Bundesnetzagentur als "nicht nachvollziehbar".

Die Miete der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), der sogenannten "letzten Meile", könnte künftig steigen. Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch ihren Entgeltvorschlag vorgelegt. Demnach müssten Wettbewerber der Deutschen Telekom ab dem 1. Juli 2019 11,19 Euro statt bislang 10,02 Euro pro Monat für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler (HVt-TAL) an die Telekom zahlen. Vom Hauptverteiler führen die einzelnen Kupferleitungen zu den Endkunden.

Erhöhen Telekom-Wettbewerber die DSL-Preise?
Leicht ansteigen würde nach dem Vorschlag der Netzagentur auch das Entgelt für den Zugang zur TAL an einem Kabelverzweiger (KVz-TAL), den grauen Verteilerkästen am Straßenrand. Dieses Entgelt würde sich von derzeit 6,77 Euro auf künftig 7,05 Euro pro Monat erhöhen. Bei der KVz-TAL würde der Großteil der Arbeiten oberirdisch stattfinden, daher falle die Preissteigerung für diesen Bereich geringer aus als bei der HVt-TAL. Die Telekom-Wettbewerber könnten aufgrund der höheren Entgelte ihrerseits gezwungen sein, die Endkundenpreise für DSL-Anschlüsse anzuheben.

Mit den monatlichen Entgelten könne die Telekom laut Bundesnetzagentur vor allem Investitionen für Material und die Verlegung der "letzten Meile" abdecken. Da sämtliche relevanten Preisparameter wie Tiefbaupreise, Kupferpreise, Stundenlöhne und Preise bei einer Vergabe an Auftragnehmer gestiegen seien, spreche sich die Bonner Regulierungsbehörde für eine Erhöhung der TAL-Entgelte aus. Kostensenkende Effekte wie eine anteilige oberirdische Verlegung der "letzten Meile" und auch die weiterhin berücksichtigten, vollständig abgeschriebenen Kabelkanalanlagen, die sich für den Glasfaserausbau wiederverwenden lassen, würden die Kostensteigerungen nicht kompensieren können.

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Neue Entgelte sollen für drei Jahre gelten

Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch zudem auch neue Entgelte ab dem 1. Juli 2019 für den Zugang von Wettbewerbern zur Anschlussinfrastruktur der Telekom vorgeschlagen. Für die Anbindung eines Kabelverzweigers auf ein Kabelleerrohr der Telekom sollen Wettbewerber künftig monatlich 0,06 Euro statt 0,04 Euro pro Meter eines Viertelrohres zahlen. Erheblich günstiger wird dagegen die Anbindung eines Kabelverzweigers mit unbeschalteter Glasfaser: Sie soll künftig 13,61 Euro im Monat kosten statt bisher 46,76 Euro.

Die Laufzeit der neuen Entgelte soll bei drei Jahren liegen. Nach der heutigen Veröffentlichung der Entscheidungsentwürfe der Bundesnetzagentur können interessierte Parteien bis zum 24. April 2019 schriftlich Stellung zu diesen nehmen. Danach werden die Entscheidungsentwürfe der Europäischen Kommission, dem Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) und den nationalen Regulierungsbehörden der übrigen EU-Mitgliedstaaten übermittelt, die innerhalb eines Monats Stellungnahmen abgeben können. Gebe es seitens der EU-Kommission keine ernsthaften Bedenken gegen die Entscheidungen, so könnten die neuen Entgelte ab dem 1. Juli 2019 in Kraft treten.

VATM kritisiert Entgeltvorschlag der Bundesnetzagentur: "Nicht nachvollziehbar"

VATM

© VATM

In einer ersten Reaktion nahm der Branchenverband VATM am Mittwochnachmittag Stellung zu den Entgeltvorschlägen und sparte nicht mit Kritik. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Bundesnetzagentur mit ihrem heute veröffentlichten Konsultationsentwurf eine Erhöhung der monatlichen TAL-Entgelte von teilweise mehr als 10 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Entgelten in Betracht zieht. Die Entgelte befinden sich damit immer noch auf einem überhöhtem Niveau", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

"Für altes Kupferkabel zahlen wir unverändert die Kosten für den hypothetischen kompletten Neubau der angemieteten sogenannten letzten Meile bis zum Kunden. Schon in der Vergangenheit haben die EU-Kommission und verschiedene Studien für ein anderes Kostenberechnungsmodell plädiert. Es ist weiterhin eine Neujustierung des Preissetzungsmodells dringend erforderlich, die deutlich stärker abgeschriebene Netzteile berücksichtigt und auf ein glasfaserbasiertes Netz abstellt. Ansonsten werden steigende Kosten bei Tiefbau, Kupfer und Personal sowie eine weiter sinkende Anzahl abgenommener Leitungen auch in Zukunft für steigende Entgelte sorgen", so Grützner weiter.

Telekom erziele Mehreinnahmen, die Wettbewerbern für Glasfaserausbau fehlen
Dies sei jedoch Gift für den Glasfaserausbau und die von der Politik geforderte Flächendeckung bis zum Jahr 2025. "Pro Jahr bedeutet eine solche TAL-Entgelthöhe Einnahmen für die Telekom in Höhe von rund 650 Millionen Euro. Letztlich eröffnet allein schon der Erhöhungsbetrag zusätzliche Einnahmen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro im Jahr für die Telekom, die dem wettbewerblichen Gesamtmarkt für den Glasfaserausbau entzogen werden und ohne dass dem auf Seiten der Telekom irgendwelche realen Mehrkosten entgegenstehen", kritisiert der VATM-Geschäftsführer. Stattdessen schlägt der VATM vor, dass aufgrund der Regulierung erzielte Mehreinnahmen der Telekom dem Digitalfonds für den Glasfaserausbau in ländlichen Gebieten zugeschlagen werden soll.

Quelle; onlinekosten
 
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