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Deutsche Bank verursacht fast Börsencrash in Japan

Dieses Thema im Forum "Off Topic News" wurde erstellt von Skyline01, 2. Juni 2010.

  1. Skyline01
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    Deutsche Bank verursacht fast Börsencrash in Japan

    Mitarbeiter von Josef Ackermann platzierten fälschlicherweise im japanischen Börsenhandel Verkaufsaufträge über 150 Mrd. Euro. Da ein Großteil der Order nicht ausgeführt wurde, bleibt der Bank ein finanzielles Fiasko erspart. Die Kursschwankungen waren allerdings erheblich.

    Ein Computerfehler im Handel der Deutschen Bank hat für Aufregung am japanischen Aktienmarkt gesorgt. Das Institut platzierte an der Börse in Osaka am Dienstag fälschlicherweise Verkaufsaufträge für Derivate auf den Leitindex Nikkei von umgerechnet 150 Mrd. Euro. Das bestätigten am Mittwoch mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
    "Wir nehmen diesen Vorfall extrem ernst und tun alles, um sicherzustellen, dass sich so etwas nicht wiederholt", teilte das größte deutsche Geldhaus mit, ohne Angaben zur Größenordnung der Orders zu machen.

    Die Preise für die Futures gaben am Dienstag wie auch der gesamte Nikkei leicht nach. Der japanische Leitindex fiel nach Handelsstart um bis zu 1,1 Prozent auf 9658 Punkte, um dann wieder auf 9743 Punkte hochzuschnellen. "Zu einem Zeitpunkt gab es 980.000 Verkaufsorder", sagte Tatsuya Kamiki, Vorstandschef der Börse Osaka Securities Exchange. Der Marktwert der Aufträge bewegten sich allein für den Juni-Future auf umgerechnet 85 Mrd. Euro oder drei Prozent der Marktkapitalisierung der 1. Sektion der Tokioter Börse.
    In ihrer Erklärung führte die Bank die von Experten als peinlich kritisierte Panne auf einen Fehler im internen Handelssystem des Instituts zurück. Finanzkreisen zufolge wurden mehr als 99 Prozent der fehlerhaften Orders noch gestoppt, so dass nur ein Bruchteil der Aufträge auch tatsächlich ausgeführt wurde. "Dies hat die Auswirkungen des Fehlers massiv begrenzt", sagte ein Insider. Betroffen sei der Eigenhandel, den das Geldhaus seit Monaten deutlich zurückfährt.

    Der Lapsus der Deutschen Bank dürfte Diskussionen um die Sicherheit des börslichen Handels weiter anheizen. Am 6. Mai hatte vermutlich ebenfalls ein Systemfehler eines oder mehrerer Marktteilnehmer an den US-Börsen zu einem abrupten Kurssturz geführt. Der Leitindex Dow Jones verlor innerhalb von zehn Minuten sechs Prozent oder knapp 1000 Punkte. Der genaue Grund ist selbst nach einer gemeinsamen Untersuchung der amerikanischen Aufsichtsbehörden SEC und CFTC und einer Anhörung vor dem Kongress weiter unklar.
    Anfänglich machten Gerüchte die Runde, ein Händler habe versehentlich den Verkaufsknopf gedrückt. Doch Anhaltspunkte für einen solchen als "Fat Finger" gebrandmarkten Fehler gibt es nicht. Beispiele für Tippfehler sind zahlreich. So hatte die Schweizer UBS 2001 versehentlich 610.000 Aktien einer japanischen Firma für 16 Yen das Stück verkauft - geplant war eigentlich die Veräußerung von 16 Aktien für 610.000 Yen pro Stück.


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    SEC-Chefin Mary Schapiro will den Börsenhandel reformieren

    Unter Beschuss gerät zunehmend der Hochfrequenzhandel. Weltweit liefern sich Börsenbetreiber einen Wettlauf um die schnellste Abwicklung von Kauf- und Verkauforder. Die Börse in Tokio ist dabei keine Ausnahme. Erst im Januar führte sie ihre neue Plattform Arrowhead ein, um den Handel mit Aktien und Futures zu beschleunigen.
    In den USA soll der börsliche Handel daher reformiert werden. Ein Baustein der Reform sind einheitliche Handelspausen, "Circuit Breaker" genannt. Bislang haben die Börsen unterschiedliche Regeln, wann und wie sie den Handel bei starken Schwankungen unterbrechen. Das gilt als eine Ursache für den Crash am 6. Mai. Damals verlangsamten die Kursmakler an der New Yorker Börse das Geschehen, während an anderen Umschlagsplätzen das Tempo nicht gedrosselt wurde - und die Kurse regelrecht einbrachen.

    Die Börsenaufsicht veranstaltet am Mittwoch einen runden Tisch, um die Probleme anzusprechen und Lösungen zu erarbeiten. Geladen sind unter anderem Larry Leibowitz, zuständig für das operative Geschäft bei Nyse Euronext, Seth Merrin, Vorstandschef der Handelsplattform Liquidnet und William O'Brien, der an der Spitze von Direct Edge steht. Letztere ist mit seinen Handelssystem EDGA und EDGX die jüngste Börse der USA.

    Quelle : FTD
     
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