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IPTV Zerklüftete Streaming-Landschaft

Alle gegen Netflix: Videostreamingdienste im Vergleich​

Wollen Sie nicht alle Abo-Videodienste buchen, wird die Wahl immer schwieriger. Denn die Zahl von Streamingdiensten mit All-You-Can-Watch-Buffet steigt unaufhörlich, angestammte Anbieter bauen währenddessen ihr Sortiment aus.
Netflix’ Idee eines Videostreamingdienstes, bei dem man gegen eine feste monatliche Gebühr mehr oder minder jeden Film aller Studios sehen kann, ist endgültig Geschichte. Nachdem sich Disney vom Filmstudio zum Betreiber eines Flatrate-Dienstes mit über 115 Millionen Abonnenten gewandelt hat, folgen immer mehr Studios diesem Beispiel und bieten ihre Inhalte ebenfalls selbst über ein solches Abomodell an.

In den USA sind neben Disney auch bereits NBCUniversal (zusammen mit Dreamworks und Lionsgate), Paramount (inklusive Nickelodeon, Comedy Central, MTV) und Warner mit eigenen Diensten vertreten. Auf den deutschen Markt mischen diese Studios künftig ebenfalls mit, wenn auch nicht als eigenständige Dienste, sondern als Teil des Streamingangebots von Sky. So will der TV-Anbieter noch in diesem Jahr NBCUniversals „Peacock“ unter seine Fittiche zu nehmen, 2022 soll „Paramount+ folgen.

Durch Lizenzvereinbarungen mit Warner erreichte Sky zudem, dass dessen Dienst „HBO Max“ seinen jüngsten Europastart auf die Länder begrenzte, in denen Sky selbst nicht aktiv ist. Somit bleibt Sky die erste deutsche Abo-Anlaufstelle für HBO-Serien und Warner-Filme (auch wenn die Streifen mit einigem zeitlichen Abstand auch schon mal bei anderen Diensten auftauchen).

Trügerische Zahlen​

Die Folgen dieser Entwicklung treffen Netflix und dessen Kunden schwerer, als es auf den ersten Blick scheinen mag: Ohne die Studios als Lieferanten versiegt nicht nur der Zufluss an außergewöhnlichen Inhalten, sondern auch an Filmen und Serien, die den Massengeschmack treffen. Um weiter alle Kunden bei Laune zu halten, muss Netflix die entstandenen Lücken schnell und umfassend stopfen. Dazu produziert der Dienst selbst mehr – und zwar über alle Genres hinweg.

Zudem versucht Netflix, sich mit Produktionen von Studios einzudecken, die noch unabhängig sind. Da Amazon Prime Video und Apple TV+ aber ebenfalls auf der Suche nach Inhalten sind, ist deren Beschaffung zu einem echten Kampf geworden. Aufkäufe wie der von MGM durch Amazon führen zudem dazu, dass das Angebot an freien Filmen und Serien weiter schrumpft und im Gegenzug die Lizenzkosten steigen und steigen. Satte 70 Millionen US-Dollar soll Apple an Sony Pictures, das letzte große Major-Studio ohne eigenen Abodienst, für das Kriegsdrama „Greyhound“ gezahlt haben, 25 Millionen Dollar für den Filmfestival-Gewinner „CODA“ – ein neuer Rekord für eine Independent-Produktion. Netflix nahm die gestiegenen Kosten zuletzt bereits zum Anlass, die Preise zu erhöhen.

Schaut man nur auf die reinen Zahlen (in der Tabelle, ermittelt mithilfe der Dienste „JustWatch“ und „WerStreamt.es?“), so scheint die Entwicklung Netflix’ Titelauswahl gegenüber dem vergangenen Jahr nicht geschadet zu haben [1]. Bei genauerem Blick stellte man jedoch fest, dass der Dienst sein deutsches Angebot in den vergangenen Monaten teilweise mit Filmen aus Skandinavien und Italien aufgefüllt hat. Das wäre an sich okay, jedoch sind die neuen Inhalte oft nur in der Originalsprache (mit deutschen Untertiteln) abrufbar. Das verärgert verständlicherweise viele Kunden.
Das eigentliche Problem liegt aber bei der Zersplitterung des Marktes, die vielen Nutzern vorher überhaupt nicht klar war: Marvel bei Disney+, aber Spider-Man bei Sony Pictures, DC Comics bei Warner, Star Trek bei Paramount, „Stranger Things“ bei Netflix, „The Boys“ bei Amazon Prime Video, der neue Tom-Hanks-Film „Finch“ bei Apple TV+ und so weiter und so fort.

Und die Aufsplittung des Angebots an guten Serien und Filmen über etliche Dienste hinweg ist nicht nur nervig, sondern wird für Vielgucker auch zu einer kostspieligen Angelegenheit.
Quelle: c‘t
 
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