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Handy - Navigation Mehr Reklame auf dem iPhone: Offenbar interner Streit bei Apple

Apple plant mit Macht, seine Werbeeinnahmen auf einen zweistelligen Milliardenbetrag zu verdoppeln. Doch einem Bericht zufolge sorgt das intern für viel Zwist.

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Apple als Werbefirma? Was nicht wirklich passend klingt, wird aktuell passend gemacht. Apple richtet in immer mehr Bereichen seines Ökosystems Reklameflächen ein oder erweitert diese: Zuletzt zu sehen im App Store, wo es daraufhin sogar Nutzerklagen über nervige Online-Casino-Anzeigen gab.

Intern wurde zudem das Ziel ausgegeben, die Werbeeinnahmen in den kommenden Jahren auf über 10 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln, etwa mit neuen Ads in Apple Maps und Apple Books. Allerdings scheint auch Apple-intern ein Streit ausgebrochen zu sein, ob dies die richtige Strategie ist. Das meldet der IT-Newdienst The Information in dieser Woche.

Werbung und Apple – passt das zusammen?

Apples Werbestrategie ist nicht neu, hatte allerdings viele Hochs und Tiefs. So wollte schon Steve Jobs 2010 – ein Jahr vor seinem Tod – mit den sogenannten iAds richtig gute App-Reklame zu teuren Tarifen am Konsumartikler vermarkten. Das funktionierte allerdings mehr schlecht als recht, Apple senkte die Preise, strich das Programm später mehr und mehr zusammen.

Dann konzentrierte sich der Konzern auf Suchwerbung im App Store, wo Entwickler auf Schlüsselbegriffe bieten können. Das scheint recht gut zu funktionieren, soll Apple aktuell über vier Milliarden Dollar im Jahr einbringen. Doch dabei bleibt es nicht, der App Store zeigt nun auch Display-Reklame – und weitere Apps bekommen wohl bereits 2023 neue Reklameflächen, die bislang noch werbefrei sind.

Doch bei Apple selbst rumort es zu dem Thema. Der Konzern habe eine "Hassliebe" zu dem MIlliardengeschäft, schreibt The Information. Schließlich lebt Apple davon, sich als Marke mit hohem Privatsphärenschutz – im Vergleich zur Android-Konkurrenz – zu platzieren. Und Apple-Chef Tim Cook kritisiert regelmäßig das Geschäftsmodell von Meta, lässt Anti-Tracking-Maßnahmen in seine Betriebssysteme integrieren. Gleichzeitig profitiert die Firma von dadurch hervorgerufenen Problemen bei der Konkurrenz, weil Firmen mehr Werbung bei Apple kaufen. Es gibt Vorwürfe, dass Apple bei Systemanwendungen mehr trackt, als bei anderen Apps zugelassen wird.

Kognitive Dissonanz

Ein Beispiel für die kognitive Dissonanz, die bei diesem Thema herrscht: Laut The Information gibt es in Apples Ads-Team eine Liste mit "verbotenen Wörtern", die das Verkaufspersonal explizit nicht benutzen darf. Die Begriffe sind Standardwörter im Reklame- und Marketinggeschäft, könnten aber Apples Image beeinträchtigen, so offenbar der Gedanke. Vertriebsmitarbeiter sind angehalten, das Wort "Algorithmus" nicht zu verwenden und stattdessen "Plattform" zu sagen. Aus dem – ungeliebten – "Targeting" wird die "Zielgruppenverfeinerung". Statt Werbeplätze von Konkurrenten zu "erobern" ("Conquesting"), macht man bei Apple eine "Markenverteidigung".

Apple reagierte auf den Bericht mit der Angabe, man wolle seine Mitarbeiter dazu bringen, "Sprache zu verwenden, die zu Apples Angeboten passen". So sieht Apple etwa bei sich kein "Targeting" – also zielgenaue Reklame auf bestimmte Personen –, weil man Demografien unter 5000 Nutzern nicht erlaube. (Bei Facebook war es einst möglich, einzelne Nutzer anzusprechen, wenn das Targeting nur genau genug war.)

Zwar gilt bei Apple offenbar die Parole, das Werbegeschäft zu verdoppeln. Dennoch werde nicht angestrebt, Meta oder Google einzuholen, heißt es. Eine Person, die mit Apples Werbegeschäft vertraut ist, sagte zu The Information, dass das Unternehmen keine Ambitionen hegt, auf dem gleichen Niveau zu konkurrieren. Auch sei nicht geplant, ein Werbenetzwerk ähnlich dem seiner Konkurrenten aufzubauen, das Anzeigen für Nutzer außerhalb der eigenen Apps und Dienste schaltet. Man sei "zufrieden" mit dem aktuellen Umsatzwachstum.

Quelle; heise
 
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