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PC & Internet Freie WLAN-Funknetze erobern Europa

Freie WLAN-Funknetze erobern Europa

Erscheinungsdatum: 22 März 2010
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Beim Zugang zu einer Breitband-Infrastruktur sind User im Normalfall auf das Angebot von Telekommunikations- oder Internet-Unternehmen angewiesen. Einen alternativen wie autonomen Weg weisen seit einigen Jahren Funknetz-Communitys, die über zusammengeschlossene WLAN-Router eine frei zugängliche Breitbandversorgung bereitstellen. Entstanden derartige Projekte zunächst vor allem in dicht besiedelten Ballungsräumen, finden sich in jüngster Zeit auch in Infrastruktur-schwachen Gegenden eine steigende Anzahl an derartigen privaten Netzen, so zum Beispiel in den Alpen.

"Angesichts der akut grassierenden Überwachungsideen und der Datenschutzdebatte im Internet ist das Konzept eines privat aufgebauten, dezentralen Breitbandnetzes mit lokalen Servern und Diensten aktueller denn je", erklärt Aaron Kaplan, Obmann des Wiener WLAN-Funknetzes funkfeuer.at, im Gespräch mit dem Newsletter "pressetext". Das Netz ist prinzipiell frei zugänglich und von überall innerhalb des gesamten Netzgebietes nutzbar. Voraussetzung ist allerdings, dass man selber einen WLAN-Knoten errichtet und zur Verfügung stellt. Die notwendige Bandbreite steuert der Verein bei, der seinerseits auf einige Sponsoren wie die Stadt Wien, aber auch Internet-Provider wie Silver Server oder next layer zählen kann.

Technisch gesehen handelt es sich bei den Knoten nicht um WLAN-Hotspots. Vielmehr sorgt die eingesetzte Mesh-Routing-Technologie dafür, dass die eingespeiste Bandbreite über die WLAN-Knoten intelligent verteilt wird. Durch die bei jedem Knoten eingesetzten Funkantennen können sich die Knoten bis zu 30 Kilometer weit problemlos verknüpfen. Um eine optimale Netzabdeckung zu erreichen, muss das Equipment allerdings auf dem Hausdach montiert werden, was gerade in der Stadt ein gewisses Hindernis für potenzielle neue User darstellt.

"Neben unserem Bestreben, ein unabhängiges Bürgernetz zu schaffen, hatte das Netz von Anfang an immer auch einen experimentellen Charakter. Mittels der Technologie ist es theoretisch möglich, ein solarbetriebenes WLAN-Netz von Berggipfel zu Berggipfel aufzuspannen und so auch entlegene Gebiete zu erreichen, die bisher von Breitbandtechnologien abgeschnitten sind", erklärt Kaplan.
In Wien zählt das 2003 offiziell gestartete Projekt mittlerweile rund 500 WLAN-Knoten, womit praktisch die gesamte Stadt bis hin zu weiter entfernten Nachbar-Orten abgedeckt ist. Europäischer Spitzenreiter ist aktuell Barcelona, das bei seinem Funknetz bereits 9.200 Knoten und eine Flächenabdeckung von über 10.000 Quadratmetern aufweist. Aber auch Athen (5.000 Knoten) sowie mehrere deutsche Städte wie Berlin, Rostock, Weimar und Leipzig arbeiten seit Jahren am privaten Netzaufbau. In Deutschland bildet freifunk.net die übergeordnete Plattform.

Quelle: pressetext.at

Wiener Projekt:
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Projekt in Barcelona:
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Projekte in Deutschland:
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