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Infos Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

Dieses Thema im Forum "Hartz IV Archiv" wurde erstellt von TV Pirat, 17. Dezember 2013.

  1. TV Pirat
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    17.12.2013

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    Kein Geld für Telefon, Heizen oder den Kinobesuch: Fast jeder fünfte Einwohner in Deutschland war 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Etwa 16 Millionen Menschen oder 19,6 Prozent der Bevölkerung zählten dazu - 2011 waren es mit 19,9 Prozent noch etwas mehr.

    Das ist das Ergebnis der Untersuchung «Leben in Europa 2012», die das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Dienstag vorstellte. Frauen waren mit 21,1 Prozent häufiger betroffen als Männer (18,1).

    «Armut ist mehr als nur Einkommensarmut», betonte Destatis-Expertin Silvia Deckl. Auch wer ein Gehalt verdiene, das über der Schwelle liege, könne von sozialer Teilhabe ausgeschlossen sein. Deswegen errechnen die Statistiker die Quote mit einem bestimmten Verfahren aus drei Kriterien: Sie schauen nach der Armutsgefährdungsquote, nach materiellen Einschränkungen und dem Grad der Erwerbstätigkeit. «Als arm oder sozial ausgegrenzt gilt eine Person dann, wenn eines oder mehr der drei (...) Kriterien auf sie zutreffen.»

    Von Armut bedroht waren demnach zuletzt 16,1 Prozent oder rund 13 Millionen Menschen. Die betroffenen Singles haben weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung, Familien mit zwei Kindern weniger als 2058 Euro.

    Für 4,9 Prozent gehörten «erhebliche materielle Entbehrungen» zum Alltag. Das bedeutet: Die Menschen haben beispielsweise Probleme, ihre Miete oder die Heizkosten zu zahlen. Oder bei ihnen kommt nicht alle zwei Tage eine volle Mahlzeit auf den Tisch, auch ein Telefon, Fernseher oder eine Reise sind nicht drin.

    Schließlich ermittelten die Statistiker den Anteil der Bevölkerung, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung leben - es waren 9,8 Prozent. Für die Untersuchung erfassten die Statistiker rund 13 100 Haushalte mit 27 900 Personen.

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    Quelle: internetcologne.de
     
    #1
  2. phantom

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  3. TV Pirat
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    Armut und soziale Ausgrenzung steigen

    17.12.2013

    [​IMG]

    Statistisches Bundesamt bestätigt VdK: Armut und soziale Ausgrenzung steigen

    "Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes machen nicht nur betroffen, sondern auch wütend. Es steht schwarz auf weiß fest, dass Armut in Deutschland ein drängendes Problem ist und nicht mehr wegdiskutiert werden darf. Armut führt auch zu sozialer Ausgrenzung. Das kann und darf sich unsere Gesellschaft nicht leisten. Deshalb muss die Vermeidung und Bekämpfung von Armut ganz nach oben auf die politische Tagesordnung der neuen Bundesregierung", mahnt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach war fast jeder fünfte Einwohner in Deutschland 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Das sind rund 16 Millionen Menschen oder 19,6 Prozent der Bevölkerung.

    Die Erhebung der Statistiker bestätigt leider die sich verschärfende Armutssituation vieler Menschen in Deutschland, auf die der VdK seit Jahren hinweist. „Wenn fast 16 Millionen Menschen in Armut leben oder armutsgefährdet sind, müssen zügig konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Der gesetzliche Mindestlohn, der erfreulicherweise im Koalitionsvertrag steht, muss schnellstens im Bundestag verabschiedet werden“, so Mascher. Für den VdK stellt er ein zentrales Element zur Eindämmung der Einkommens- und Altersarmut dar und muss nun zügig ohne lange Übergangsfristen umgesetzt werden.

    "Arbeitslosigkeit, nicht bedarfsgerechte Hartz-IV-Sätze, niedrige Löhne, mit denen man keine Familie ernähren kann, Renten, die kaum zum Leben reichen, Frauen, die ungewollt in Teilzeit arbeiten, all das hat die Armutstendenzen in Deutschland in den letzten Jahren verstärkt und wird Armut weiter verfestigen, wenn nicht in verschiedenen Bereichen gegengesteuert wird", prognostiziert Mascher.

    Dazu gehöre beispielsweise die Abschaffung der Abschläge bei den Erwerbsminderungsrenten. "Für die Erwerbsminderungsrentner ist es zwar ein Fortschritt, wenn die beabsichtigte Anhebung der Zurechnungszeit bei der Erwerbsminderungsrente zum 1. Juli 2014 um zwei Jahre, von 60 auf 62 Jahre, kommt. Um eine spürbare Verringerung des Armutsrisikos zu erreichen, müssen aber auch die Abschläge für Erwerbsminderungsrentner von 10,8 Prozent abgeschafft werden", fordert Mascher.

    "Wer Armut vermeiden will, muss die Kluft zwischen Arm und Reich endlich schließen. Hier wartet ein großes Stück Arbeit auf die neue Bundesregierung", so Mascher.

    Quelle: gegen-hartz
     
    #2
  4. Daggi_Duck
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    AW: Armut und soziale Ausgrenzung steigen

    Kann man nur drüber "lachen", was Frau Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, erwartet. Ein Mindestlohn von ca. 8€/Stunde, wie er im Koalitonsvertrag angedacht ist, bedeutet ein monatliches Brotto-Einkommen von ca. 1.600€ Bei Vollzeitbeschäftigung, was abzüglich von Steuern, Krankenversicherung usw. ein Netto-Einkommen von ca. 850€ ergibt. Wenn sie der Meinung ist, dass dies keine Armut ist, dann weiß ich nicht, in welchem Staat sie lebt. In Deutschland ist man mit einem monatlichen Netto-Verdienst von ca. 850€ "bettelarm", ärmer als jeder, der gar nicht Arbeiten geht und staatliche Hilfe zum Lebensunterhalt bekommt.
     
    #3
  5. mattmasch
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    mattmasch Elite Lord

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    AW: Armut und soziale Ausgrenzung steigen

    ...und wie passt das "arme" Deutschland dann mit immer steigenden Ausgaben für Urlaub usw.zusammen.

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    Jetzt aber bitte nicht mit der Antwort kommen das das alles Millionäre und die oberen 10 000 sind die in Urlaub fahren.
     
    #4
  6. bebe
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    AW: Armut und soziale Ausgrenzung steigen

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    bebe
     
    #5
  7. Daggi_Duck
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    Es kommt ja wohl auf die Steuerklasse an und viel wichtiger, es fehlt die vom Staat geforderte Eigenleistung zur privaten Altersvorsorge. So komme ich dann in der Steuerklasse 5 bei mönatlich ca. 1600€ und Vollzeitbeschäftigung auf gerade mal ca. 890€ inklusive 40€ "Geldwertenvorteil" vom Arbeitgeber und abzüglich einer Eigenleistung zur Altersvorsorge von 40€ dann auf genau diese ca. 850€.

    Wer natürlich eine andere Steuerklasse hat und keine eigene Altersvorsorge betreibt, was gerade Jüngeren gar nicht zu empfehlen ist, bei dem sind es 100.300€ mehr.

    Aber ich will das nicht als "Gejammere" meinerseits verstanden wissen, weil wir als Familie so trotzdem glücklich sind, auch wenn wir uns den letzten "großen Familienurlaub" vor 1993 leisten konnten. Dieses Jahr haben wir, meine Frau und ich, von unseren Kindern einen viertägigen Kurzurlaub als Busreise nach Prag geschenkt bekommen, worüber wir uns riesig gefreut haben.

    Ist aber alles eben ein Einzelfall und um auf das Thema zurück zu kommen:

    Wenn gestern die Familien-Ministerin verkündet hat, dass sie sich dafür einsetzen will, dass ab 2017 in Deutschland der versprochene Mindestlohn eingeführt werden soll, sagt das schon wieder alles: Bis dahin wird es genügend "politische Gründe" geben, um dies nicht realisieren zu können (müssen). Das hat dann auch den Vorteil, dass man das selbe Versprechen auch noch im Wahlkampf zur nächsten Bundestagswahl wiederverwenden kann. In der Beziehung sind Politiker sehr "flexibel", weil die meisten Wähler sich gar nicht mehr an frühere Versprechungen, die nie eingelöst wurden, erinnern können.

    Ich kann nur jedem raten, selber für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, was für jeden ein ureigenes, menschliches Interesse sein sollte, statt sich über seine "Armut" zu beklagen. Dank dem großzügigen Sozial-System muss niemand in Deutschland in einer unbeheizten Wohnung leben, kein Telefon haben und ein Kinobesuch, auch mit einer großen Familie, ist an einem Kino-Familientag durchaus von jedem bezahlbar, zumal soviele sehenswerte Filme ja nun wirklich nichtmehr jährlich in die Kinos kommen. "Verhungern" muss irgendjemand in Deutschland schon gar nicht.

    Jeder der über die "Armut in Deutschland" meint was "Sinnvolles" äußern zu müssen, der sollte mal 5 Jahre Entwicklungshilfe in einem der ärmsten Länder dieser Welt leisten.

    Als ich Mitte der 90er Jahre arbeitslos geworden bin und nach einem Vierteljahr trotz intensiver und eigener Bemühungen klar war, dass man in den damals "wirtschaftlich schlechten Zeiten" so schnell keine Vollzeitarbeit bekommen wird, hab ich mich entschlossen, für 2 Jahre Entwicklungshilfe in Afrika zu leisten. Daraus wurden dann mit Verlängerung 2 1/2 Jahre und danach sah die "wirtschaftliche Lage" in Deutschland auch noch nicht viel besser aus, so dass ich die Gelegenheit wahrgenommen habe und weitere 2 Jahre als Entwicklungshelfer zu arbeiten, was auch wieder dann mit Verlängerung 2 1/2 Jahre wurden. In diesen 5 Jahren als Entwicklungshelfer hab ich viele, sehr viele Trinkwasserversorgsanlagen für die Ärmsten dieser Welt projektiert, deren Realisierung vor Ort organisiert und sichergestellt, was wirklich nie einfach war.

    Wer da denkt, dass man als Entwicklungshelfer "reich werden" könnte, irrt gewaltig. Man bekommt als Lohn eine dem Einsatzland entsprechende Aufwandsentschädigung, so dass man dort halbwegs "normale" Lebensverhältnisse hat, wenn das so überhaupt möglich gewesen wäre. Zusätzlich werden noch die gesamten Mietkosten in Deutschland für die Zeit im Ausland bezahlt und eventuell noch ein geringer Anteil für den "Lebensunterhalt" einer Familie in Deutschland. Der einzige wirkliche Vorteil, den man hatte, war, dass man anschließend in Deutschland als Arbeitsloser so eingestuft wurde, als wenn man die selbe Tätigkeit in Deutschland zu einer in Deutschland "ortsüblichen" Entlohnung ausgeübt hätte und bei der Arbeitssuche in Deutschland auch von den Entwicklungshilfe-Unternehmen sehr gut unterstützt wurde, so dass ich nach 5 Jahren wieder einen wirklich guten Job gefunden habe (auch weil sich die 5 Jahre Entwicklungshilfe in meinem Lebenslauf gut gemacht haben). Das war für die gesamte Familie (meine Frau, die drei noch kleineren Kinder und mich) eine sehr schwierige Zeit (zumal man nur zweimal pro Jahr auf "Urlaub" nach Deutschland kommen konnte), die aber alle gerne hingenommen haben, weil alle von der Erfahrung, was Armut wirklich bedeutet, profitiert haben.

    Wenn jemand Armut kennengelernt hat, dann ich, auch wenn es bisher nicht eigene "Armut" war. Hier in Deutschland wird auf höchstem Niveau von allen Seiten über die "Armut in Deutschland" gejammert und statt sich "die Armen in Deutschland " selber um ihren eigenen Lebensunterhalt zu kümmern, dies vom Staat und dessen Steuerzahlern gefordert wird.

    Das Sozial-System ist für die Menschen gedacht, die wirklich nicht ihren eigenen Lebensunterhalt selber erwirtschaften können: Die Schwerkranken, Behinderten und Alten usw., aber nicht für Menschen, die selber die Kraft haben für sich selber zu sorgen.
     
    #6
  8. Pilot
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    @Duggi Duck: Das Sozial-System ist für die Menschen gedacht, die wirklich nicht ihren eigenen Lebensunterhalt selber erwirtschaften können: Die Schwerkranken, Behinderten und Alten usw., aber nicht für Menschen, die selber die Kraft haben für sich selber zu sorgen.
    Es fehlen noch die in deiner Aufzählung, für die einfach keine Arbeit da ist oder die so wenig verdienen, das sie ihre Familenen nicht ernähren können.
    Für diese: Die Schwerkranken, Behinderten und Alten usw., aber nicht für Menschen, die selber die Kraft haben für sich selber zu sorgen... gibt es die Sozial Hilfe. Ja die gibt es auch noch neben Hartz4


    Hallo Duggii Duck,
    Hab deinen Bericht zum Afrika Einsatz mit Erfurcht gelesen.
    Beobachte den Einsatz socher Menchen mit sehr hohem Respekt.
    Klar: dort ist bitterste Armut
    Und genau das führt mich und meine Familie zu der Erkenntnis: uns geht es eigendlich sehr gut.

    Aber das sollte trotzdem nicht der Masstab sein.
    Auch in Deutschland( + übriger EU Staaten) gibt es sehr wohl große Ungerechtigkeiten, die der Politik geschuldet sind
    - Schaffung und Aufblähung von Niedriglohn Sektoren, wo Altersarmut regelrecht sanktioniert wird
    - Aufblähung des Berecichs 400 € Jobs, die ursprünglich nur für Hausfrauen und Studenten gedacht war.
    - Auflähung des Bereichs Zeitarbeit und dren "nur vorrübergehenden" Einsatz in den Betrieben.
    Hier muß endlich von der Politik der Begrifff "vorübergehend" gesetzlich auf 6 Monate festgelegt werden. Und nicht wie es jetzt praktiziert wird: Jahre......
    Dann gleicher Lohn für Zeitarbeit und Stamm Belegschaft mit allen Extras.....
    -gesetzlicher Mindestlohn, wie in der Mehrheit der EU, der jedes Jahr überprüft wird.
    - Abschaffung der Beitragsbemessungs Grenzen bei den Sozial versicherungen. Jeder zahlt nach dem was leistungmäßig kan. Eventuell müssten dann die %te nach unten korrigiert werde.
    -Beitrags Pflicht für Alle
    -private Versicherungen in der Sozial versicherung nur für Zusatzversicherung
    - Abschaffung des Beamtentums. Oder zumindest so: aich Beamte müssen selbst in die Sozilal Versicherung einzahlen.
    Ihre Unkündbarkeit hat ja schon einen sehr hohen geldwerten Vorteil, so das sie keine Gehaltserhöhung brauchen, um selbst Sozialversicherungs Beiträge zu zahlen, wie jeder Angestelte auch.

    Es gibt noch viel Ungerechtigkeiten in Deutschland, die ich hier nicht alle aufzählen will...

    Mlg Pilot
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Dezember 2013
    #7
  9. bebe
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    Jetzt würfelst du aber einiges Durcheinander. Bei Steuerklasse 5 ist IMMER noch jemand an deiner Seite der mehr verdient und Steuerklasse 3 hat!
    Als Alleinstehender kommst du nicht in Steuerklasse 5, geht gar nicht.

    bebe
     
    #8
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  10. Daggi_Duck
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    Ja klar, ich habe eine Frau, die Vollzeit arbeitet wie ich und mehr Bruttoverdienst hat, wofür ich mich nicht "schämen" muss. Außerdem sind zwei unserer drei Kinder zwar Volljährig, aber sie haben noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, sonder studire noch. Unsere Tochte wohnt bei uns im Haushalt und der Sohn studirt außerhalb. Seine Wohnung dort und seinen Lebensunterhalt kann er mit seinem 400€ Nebenjob natürlich nicht selber finanzieren, da müssen wir als Eltern schon noch was dazugeben. Die Steuierklasse 3/5 ist bei uns deshalb besser als 4/4, weil wir sonst zuviel Steuern abgezogen bekommen, aber jeden Cent monatlich benötigen und nicht als einmalige Steuerrückzahlung jährlich abwarten können. Unser beider Einkommen wird also praktisch richtig versteuert und da ist es schon eine Schande, wenn mein Netto-Einkommen alleine gerade so für die Miete in Höhe von 875€ ausreicht, weil mit Überstunden komm ich im Durchschnitt schon auf etwas mehr als die knapp 900€. Wie auch immer, hab mal in den 70er/80er Jahren als Alleinverdiener für die Famile sorgen können.

    Trotzdem beklage ich mich nicht, meine Frau beklagt sich nicht und unsere Kinder hatten immer alles, was sie wirklich brauchten: Eine Familie, die für sie solange sorgt, dass sie wirtschaftlich selbständig werden können. Alles andere war und ist Luxus, den man nicht unbedingt braucht.

    @Pilot
    Da bin ich genau deiner Meinung. Längst nicht alles ist in Deutschland so, wie es mal war und wie es auch heute noch sein könnte.

    Und wie gesagt, die 5 Jahre als Entwicklungshelfer waren anfangs aus der Not heraus gedacht, weil es in Deutschland damals keine vernünftige Arbeit mehr gab, aber man auf dem Weg später beim Arbeitsamt so eingestuft wird, als wenn man während der Zeit in Deutschland eine gut bezahlte Arbeit gehabt hätte. Dass dann aus den ursprünglich nur 2 Jahren letztlich 5 Jahre geworden sind, war auch mehr den Umständen geschuldet. Ich wäre natürlich auch viel lieber nach zwei Jahren wieder in Deutschland geblieben, um hier wieder guters Geld zu verdienen. Naja, nach 5 Jahren Entwicklungshilfe hat es dann ja nochmal eine vernünftige Arbeit in Deutschland für mich gegeben, die immerhin für weitere gut 5 Jahre von mir ausgeübt werden konnte. Mit der Kündigung aus "betrieblichen Gründen" war dann der "Soziale-Abstieg" für mich als Mittfünfziger vorprogrammiert. Aber auch das meistert unsere Famile und es gibt keinen Grund zum Jammern.
     
    #9
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  11. bebe
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    AW: Armut und soziale Ausgrenzung steigen

    Das erste Posting ließt sich als handelt es sich um eine/einen Alleinstehnde/n.
    Du kannst doch nicht allen ernstens behaupten das wenn jemand Steuerklasse 5 hat das der arm ist, da wie gesagt immer jemand noch da ist der mehr verdient.
    Das ist jetzt aber Jammern auf hohem Niveau!

    bebe
     
    #10
  12. Daggi_Duck
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    Ich will es nicht als "Jammern" verstanden haben, wir kommen mit unseren insgesamt etwa 2.500€ monatlichem Nettoeinkommen irgendwie schon zurecht, auch wenn wir noch zwei erwachsene Kinder, die noch in der Ausbildung sind, entsprechend unterstützen müssen. Aber für diese ca. 2.500€ müssen zwei Personen vollzeitarbeiten. Ich bin mir sicher, dass wir ohne arbeiten zu gehen staatliche Leistungen zum Lebensunterhalt der Familie in etwa der selben Höhe insgesamt bekommen würden/könnten. Da dann noch zu jammern ist/wäre dann aber auch eben unverhälnismäßig und genau darum geht es.

    Den Beziehern von staatlichen Leistungen zum Lebensunterhalt ist gar nicht bewusst, welchen Wert diese Leistungen darstellen.
     
    #11
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  13. TV Pirat
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    Armutskluft zwischen den Bundesländern wird größer

    19.12.2013

    Zu Weihnachten präsentieren die Wohlfahrtsverbände ihren aktuellen Armutsbericht. Fazit: Die Armut nimmt zu - anders als von der alten Regierung dargestellt. Von den im Grundgesetz verlangten gleichen Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik könne keine Rede sein.

    Die Kluft zwischen Arm und Reich in der deutschen Gesellschaft wird nach einer aktuellen Studie der Wohlfahrtsverbände immer größer. Zugleich verschärft sich zwischen den 16 Bundesländern das Einkommensgefälle erheblich: Während in Bremen mit 23,1 Prozent fast schon jeder Vierte als von Armut bedroht gilt, sind dies in Baden-Württemberg nur 11,1 Prozent der Bevölkerung, in Bayern 11,2 Prozent. Bundesweit gelten 15,2 Prozent der Einwohner als armutsgefährdet.

    Dies geht aus dem «Armutsbericht 2013» hervor, den der Paritätische Wohlverbandsverband zusammen mit der Nationalen Armutskonferenz am Donnerstag in Berlin vorgelegt hat.

    Verbandsgeschäftsführer Ulrich Schneider sprach von einem besorgniserregenden Anstieg. «Deutschland war noch nie so gespalten wie heute.» Auch das Ausmaß der regionalen Zerrissenheit von Bundesland zu Bundesland wie zwischen Land und städtischen Ballungsgebieten habe eine neue Qualität erreicht.

    2006 lag laut Bericht die bundesweite Armutsquote erst bei 14 Prozent. Als von Armut bedroht gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zu Verfügung hat. Zur Zeit sind dies - je nach Berechnungsformel - weniger als 869 Euro im Monat (Singlehaushalt), beziehungsweise weniger als 1 826 Euro (Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren).

    Grundlage für die Untersuchung bildet der jüngste Mikrozensus (kleine Volkszählung). Nach den erst am Dienstag vom Statistischen Bundesamt auf anderer Datenbasis vorgelegten Zahlen gelten sogar 19,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland als von Armut bedroht.

    Als Konsequenz von dem wachsenden Gefälle zwischen einzelnen Bundesländern und auch zwischen Land und Ballungszentren forderte Schneider «die gezielte finanzielle Förderung notleidender Kommunen sowie ein Paket von Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und zum Erhalt der sozialen Infrastruktur vor Ort.» Von der im Grundgesetz geforderten Gleichheit der Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik könne keine Rede mehr sein, heißt es in dem Armutsbericht.

    Im Ruhrgebiet - mit fünf Millionen Einwohnern das größte Ballungsgebiet Deutschlands - nahm laut Bericht die Armutsquote noch einmal zu und liegt demnach jetzt bei 19,2 Prozent. Hier zeige sich «eine völlig ungebremste Armutsentwicklung», so die Autoren.

    «Ganze Regionen befinden sich in Abwärtsspiralen aus wachsender Armut und wegbrechender Wirtschaftskraft», sagte Schneider. Nötig sei eine gezielte finanzielle Förderung und soziale Programme, um der Verödung entgegenzuwirken. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD lasse völlig offen, wie den betroffenen Kommunen und Regionen geholfen werden soll, kritisierte Schneider. «Der Ausschluss von Steuererhöhungen gleich zu Beginn der Koalitionsverhandlungen ist der Geburtsfehler dieses Regierungsbündnisses.»

    Die Autoren verweisen darauf, dass die alte Bundesregierung in ihrem noch vor der Wahl vorgelegten 4. Armuts- und Reichstumsbericht behauptet habe, dass sich die Einkommensschere wieder schließe. Tatsächlich belegten aber die neuen Daten das Gegenteil. Mit der bundesweiten Armutsquote von 15,2 Prozent sei «ein neuerliches, trauriges Rekordhoch erreicht» worden.

    Im Bundesländervergleich folgt hinter Baden-Württemberg und Bayern ein großes Mittelfeld, dass sich plus/minus drei Prozentpunkte um den bundesweiten Mittelwert gruppiert. Dies sind Hessen (13,2 Prozent), Schleswig-Holstein (14), Rheinland-Pfalz (14,6) und Hamburg (14,8) mit unterdurchschnittlichen Armutsquoten - sowie die Länder Saarland (15,8) Niedersachsen (16) und Nordrhein-Westfalen (16,6) und Thüringen (16,9) mit Werten leicht über dem Bundesschnitt.

    Gleich sechs Länder liegen mit mehr als drei Prozentpunkten ganz deutlich darunter: Brandenburg (18,3), Sachsen (18,9), Sachsen-Anhalt (20,9), Berlin (21,2) sowie die Schlusslichter Mecklenburg-Vorpommern (22,9) und Bremen (23,1).

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    Quelle: gegen-hartz
     
    #12
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    AW: Armutskluft zwischen den Bundesländern wird größer

    Auch die Wohlfahrtsverbände kennen offensichtlich nicht die Realität: Mit Einkommen von 869€ als Alleinstehender oder 1.826€ als Famile aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren ist man nicht einfach "nur" von Armut bedroht, man ist einfach arm, ganz arm dran. Solche "selbsternannten Vertreter der Armen", helfen den Armen nicht, in keiner Weise.
     
    #13
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  15. bebe
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    AW: Armutskluft zwischen den Bundesländern wird größer

    Dann kommt es noch darauf an wo du wohnst. In München bist du mit 1800€ schlicht und einfach geliefert, wogegen du um Chemnitz auf dem Land noch gut über die Runden kommen kannst.

    bebe
     
    #14
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    AW: Knapp jeder fünfte Deutsche von Armut betroffen

    Nur dass in Chemnitz weniger Menschen wohnen als in München, Hamburg, Berlin, Frankfurt/Main usw.

    Müsste man also auch einen "Durchschnitts-Wohnort" bilden, um genau einschätzen zu können, was es bedeutet 60% und weniger des "Durchschnittseinkommens" zu haben.

    Ist doch alles nur Statistik und Statistik ist eine unbegründete Annahme eines Sachverhaltes, den man anders nicht als richtig/wahr darstellen kann.
     
    #15

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