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Boudgoust: "Die meisten Zuschauer empfinden Sponsoring nicht als störend"

Dieses Thema im Forum "Off Topic News" wurde erstellt von Ranger79, 27. März 2009.

  1. Ranger79
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    Boudgoust: "Die meisten Zuschauer empfinden Sponsoring nicht als störend"

    Leipzig - Über das derzeit stark diskutierte Verbot von Sponsoring im Programm von ARD und ZDF sprach DIGITAL FERNSEHEN mit Peter Boudgoust, dem amtierenden ARD-Vorsitzenden und Intendant des Südwestrundfunks (SWR).

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    "Sponsoring ist aus gutem Grund Teil der Mischfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denn es entlastet die Gebührenzahler. Ein Verbot von Sponsoring nach 20 Uhr würde deshalb im wahrsten Sinne des Wortes auf deren Kosten gehen", sagt - wie auch das ZDF - der amtierende ARD-Vorsitzende, Peter Boudgoust, im DF-Interview. [​IMG]
    Bild: ARD​
    DIGITAL FERNSEHEN: Auf dem Symposium der Landesmedienanstalten kündigte Martin Stadelmaier, der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei und Mitglied der Rundfunkkommission der Länder, an, das Sponsoring im Programm von ARD und ZDF ab der nächsten Gebührenperiode 2013 werktags ab 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganz verbieten zu wollen. Was ist Ihre Meinung zu diesem Vorschlag?

    Peter Boudgoust: Sponsoring ist aus gutem Grund Teil der Mischfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denn es entlastet die Gebührenzahler. Ein Verbot von Sponsoring nach 20 Uhr würde deshalb im wahrsten Sinne des Wortes auf deren Kosten gehen. Die meisten Zuschauer übrigens empfinden Sponsoring nicht als störend. Insoweit erschließt sich mir der Sinn eines Verbotes nach wie vor nicht. Ich glaube auch nicht, dass ein Verbot den Interessen der kommerziellen Konkurrenz zugute kommt.

    Es führt auf deren Seite ja nicht automatisch zu Einnahmezuwächsen. Und so schlecht, wie es mitunter absichtlich behauptet wird, geht es ihnen gar nicht; die RTL-Gruppe hat gerade einen Rekordabschluss für das Jahr 2008 vermeldet und die aktuellen finanziellen Probleme von Pro Sieben Sat 1 sind vor allem hausgemachte Probleme, die auf Entscheidungen des Managements beruhen.

    DF: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Vorschlag?

    Boudgoust: Wenn die Politik die seit Jahrzehnten gültige Erlaubnis nun zurücknehmen möchte, dann müssen wir das akzeptieren.

    DF: Medienberichten zufolge fordert das ZDF, Einnahmeausfälle im Falle eines Verbots durch entsprechende Gebührenerhöhungen auszugleichen. Was fordert die ARD?

    Boudgoust: Es wird nicht ohne eine Kompensation der Ausfälle gehen und es darf nicht zu einer Beschädigung unserer Wettbewerbsfähigkeit beim Erwerb von großen Sportrechten führen. Bei Übertragungsrechten für große Sportveranstaltungen sind Sponsoring-Verpflichtungen fast immer conditio sine qua non.

    DF: Halten Sie die Forderung des ZDF für politisch und gesellschaftlich vermittelbar?

    Boudgoust: Eine offizielle Stellungnahme des ZDF ist mir nicht bekannt.

    DF: Herr Boudgoust, vielen Dank für das Interview.

    Q:digi tv 27.03.09
     
    #1
  2. phantom

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  3. Ranger79
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    AW: Boudgoust: "Die meisten Zuschauer empfinden Sponsoring nicht als störend"

    ZDF: "Wegfall des Sponsorings würde Sportrechteerwerb von ARD und ZDF erschweren"

    [vo] Leipzig - Ein Wegfall des Sponsorings bei den Öffentlich-Rechtlichen würde den Erwerb von Sportrechten erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen, sagte der Leiter der ZDF-Hauptabteilung Kommunikation, Alexander Stock.

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    "Ein Wegfall des Sponsorings bei ZDF und ARD würde schließlich nicht automatisch den kommerziellen Sendern zugute kommen und darüber hinaus den Sportrechteerwerb von ARD und ZDF erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen", so Alexander Stock gegenüber DIGITAL

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    auf Anfrage. Zudem würden die Einnahmen aus dem Sponsoring die Höhe der Rundfunkgebühr reduzieren. "Darüber hinaus wissen wir aus Zuschauerbefragungen, dass die kurzen Sponsor-Hinweise nicht als störend empfunden werden", so Stock. Durch Sponsoring erzielt das ZDF laut eigenen Angaben Einnahmen von rund 20 Millionen Euro pro Jahr. "Diese Einnahmen werden von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) in der Finanzplanung erwartet - um diesen Betrag wurden die Rundfunkgebühren entsprechend reduziert", sagt Stock.

    Die KEF hat grundsätzlich die Aufgabe, den Finanzbedarf, der zur Erfüllung der gesetzlich vorgegebenen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erforderlich ist, zu ermitteln. Auf dieser Basis macht sie einen entsprechenden Gebührenvorschlag. Durch dieses unabhängige Verfahren soll sichergestellt werden, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk unabhängig von politischen Einflüssen finanziert wird. "Nach dieser Logik muss, für den Fall, dass der derzeitig vorgegebene Finanzierungsanteil durch Sponsoringeinnahmen entfällt, ein entsprechender Ausgleich dargestellt werden", fordert der Leiter der Kommunikationsabteilung des ZDF.

    Die Finanzierung von ARD und ZDF ist auf verfassungsrechtlicher Basis von den Bundesländern in Staatsverträgen geregelt. "Das Bundesverfassungsgericht sieht in der Mischfinanzierung durch Gebühren, Werbe- und Sponsoringerlöse eine Sicherung der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", betont Stock.

    Die Landesmedienanstalten in Deutschland begrüßen die Pläne der Ministerpräsidenten, das Sponsoring bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ab der nächsten Gebührenperiode einzuschränken (

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    ). Entsprechende Vereinbarungen hatte der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei und Mitglied der Rundfunkkommission der Länder, Martin Stadelmaier, beim DLM-Symposium in Berlin bekannt gegeben. Demnach ist geplant, ab dem Jahr 2013 Sponsoring im Programm von ARD und ZDF werktags ab 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganz zu verbieten.

    Während die öffentlich-rechtlichen Sender mit steigenden Einnahmen aus GEZ-Gebühren planen können, gehen die Werbeeinnahmen der privaten Sender zurück. "Das System droht in eine Schieflage zu geraten, die Wirtschaftskrise wirkt zusätzlich noch als Katalysator, die das Ungleichgewicht dramatisch beschleunigt. Eine Einschränkung des Sponsorings bei ARD und ZDF ist eine erste wichtige Maßnahme zur Stützung des dualen Rundfunksystems in Deutschland", erklärte Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM).

    Q:digi tv 27.03.09
     
    #2
  4. Ranger79
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    AW: Boudgoust: "Die meisten Zuschauer empfinden Sponsoring nicht als störend"

    Stadelmaier: "Mindereinnahmen durch Sponsoringverbot werden ausgeglichen"

    [vo] Leipzig - Der rheinland-pfälzische Staatssekretär Martin Stadelmaier hält das Sponsoringverbot für gerechtfertigt, denn Mindereinnahmen würden im Zuge einer derzeitigen Neustrukturierung vollständig ausgeglichen.

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    Die Länder beraten derzeit über eine grundlegende Neustrukturierung der Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Durch eine solche Neustrukturierung würde das Sponsoringverbot für die Öffentlich-Rechtlichen kompensiert, sagt der rheinland-pfälzische Staatssekretär, Martin Stadelmaier, gegenüber DIGITAL

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    auf Anfrage.

    "Ich gehe davon aus, dass Mindereinnahmen aus Veränderungen bei Regelungen von Werbung und Sponsoring bei den jeweiligen Anstalten im Zuge der Neustrukturierung vollständig ausgeglichen werden". Gebührenerhöhungen, wie sie das ZDF fordert (

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    ), seien daher nicht nötig. Eine genaue Ermittlung des Ertragsausfalls durch die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) werde Stadelmaier zufolge erst im Zuge der Berechnungen für die nächste Gebührenperiode erfolgen. Jedoch würde der Anteil der Einnahmen aus Werbung und Sponsoring weniger als zehn Prozent der Gesamteinnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausmachen.

    "Hinzu kommt, dass von dem kürzlich beschlossenen Verbot ausdrücklich große Sportereignisse gemäß § 4 Abs. 2 des Rundfunkstaatsvertrages ausgenommen sind. Es wird hier also kein zusätzlicher Bedarf angemeldet werden. Vor diesem Hintergrund hält sich die finanzielle Mehrbelastung im Rahmen", sagt der rheinland-pfälzische Staatssekretär.

    Die Regierungschefs der Länder haben laut Stadelmaier bereits am 18. Dezember 2008 beschlossen, mit Wirkung ab 1. Januar 2013 Sponsoring im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie Werbung zu behandeln. "Eine Angleichung des Sponsoringverbotes an das Werbeverbot nach 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ist gerechtfertigt, weil die Zuschauerinnen und Zuschauer häufig überhaupt nicht mehr zwischen dem Sponsorenhinweis und einem normalen Werbespot unterscheiden können", argumentiert Stadelmaier.

    Dies sei jedoch nur ein erster Schritt. "Die Länder haben darüber hinaus vereinbart zu prüfen, inwieweit Werbung und Sponsoring im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch weiter eingeschränkt werden kann". Das würde nicht nur dem privaten Sektor zugute kommen, sondern gleichzeitig das "Vertrauen in die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärken und so dessen öffentlich-rechtliches Profil schärfen", vermutet Stadelmaier.

    Bei der derzeitigen Neustrukturierung der Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks werden laut dem rheinland-pfälzischen Generalsekretär "eine vereinfachte Rundfunkgebühr sowie das Modell einer Haushalts- und Betriebsstättenabgabe" diskutiert. "Letztere würde nicht mehr an den Tatbestand des Bereithaltens eines Rundfunkempfangsgerätes anknüpfen, der in einer konvergenten Medienwelt zunehmend zu Schwierigkeiten führt", sagt der rheinland-pfälzische Staatssekretär, Martin Stadelmaier, gegenüber

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    auf Anfrage.

    Insgesamt wolle man mit der Reform eine zukunftssichere Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewährleisten und zugleich der schwindenden Akzeptanz der Rundfunkgebühr bei den Bürgerinnen und Bürgern entgegenwirken. Ein Modellwechsel beim Einzug der Rundfunkgebühr ist wie das Sponsoringverbot erst frühestens ab der nächsten Gebührenperiode 2013 zu erwarten

    Q: digi tv 27.03.09
     
    #3

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