Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 will die Nutzung von Adblockern auf ihren Internetseiten eindämmen. Mit mehreren Maßnahmen plant das Unternehmen, Fans seiner Inhalte zur Deaktivierung der umstrittenen Browser-Plugins zu bewegen. Öffentlichkeitswirksam macht seit heute die Figur "Stromberg" in einem Video auf die Folgen der Unterdrückung von Werbung aufmerksam.
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Auf den Webseiten der Fernsehsender ProSieben, Sat 1, Sixx und Kabel Eins könne einzelne TV-Formate auch im Browser angesehen werden. Finanziert wird dieses Angebot über einige Werbeeinblendungen im Player und der umgebenen Internetseite. Da ein Teil der Nutzer diese Advertising-Maßnahmen mittels Adblockern umgeht, unternimmt der Medienkonzern ProSiebenSat.1 nun Schritte, die die Verwendung der Addons unterbinden sollen.
In einer ersten Aktion werden seit Mittwoch alle Benutzer eines Tools wie "Adblock Plus" beim Streaming eines Videos von der Serien- und Filmfigur "Stromberg" ermahnt. Wie der Schauspieler Christoph Maria Herbst in seiner Rolle als unfreundlicher Chef erklärt, sei die Einblendung der Banner wichtig für die Bezahlung der Mitarbeiter eines Filmsets. Nachdem der deutschlandweit bekannte Abteilungsleiter mit seiner Moralpredigt abgeschlossen hat, folgt das Streaming des gewünschten Clips.
Wie das Branchenmagazin Horizont schreibt, sei Bernd Stromberg allerdings nur eine erste Unternehmung des Senders gegen Adblock-User. Spätestens ab Ende Mai sollen Browser mit aktivierten Blocking-Tool nicht mehr in der Lage sein, ein Video zu maximieren. Werbeverweigerer werden zwar keine Banner, die Clips aber auch nur noch auf einem sehr kleinen Teil des Bildschirms sehen können.
Als Begründung für die Gängelung der Adblock-Nutzer nennt Thomas Port, Digitalchef bei Seven One Media die Gefährdung von Content und vieler Arbeitsplätze. Erst Anfang des Jahres ließ sich Port in einer Kolumne enorm über Anti-Werbe-Tools aus.
Inwiefern die Sendergruppe mit ihren Plänen Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Schließlich ist davon auszugehen, dass auch die Entwickler der Blocking-Software nicht untätig bleiben werden, Internetseiten beeinträchtigungs- und werbefrei zu halten.
Quelle: Gulli