Dampf-Computer soll Realität werden

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von chopp, 15. Oktober 2010.

  1. chopp
    Offline

    chopp VIP

    Registriert:
    6. Januar 2008
    Beiträge:
    1.001
    Zustimmungen:
    1.022
    Punkte für Erfolge:
    113
    Beruf:
    Immer im Stress
    Ort:
    Zwischen Lötkolben & PC.
    Dampf-Computer soll Realität werden

    Erscheinungsdatum: 11 Oktober 2010
    [​IMG]
    Der britische Informatiker John Graham-Cumming hat mit "Plan" ein Projekt ins Leben gerufen, um einen dampfbetriebenen Computer zu realisieren. Benannt ist das Projekt nach einer Skizze des Mathematikers Charles Babbage. "Er hat 1837 einen digitalen Allzweckcomputer entworfen, doch nie realisiert", erklärt Graham-Cumming gegenüber dem Newsletter "pressetext". Mit der mechanischen "Analytical Engine" war Babbage seiner Zeit weit voraus.

    "All seine Ideen wurden in den späten 30ern und 40ern wiederentdeckt", betont Graham-Cumming. Denn elektronische Computer haben prinzipiell die gleiche Funktionsweise wie Baggages Entwurf. Dieser soll nun umgesetzt werden, um den Erfinder zu würdigen. Mit heutigen Computern kann das dampflokgroße Gerät natürlich nicht mithalten, doch historisch gesehen ist es durchaus beeindruckend.

    Im Gegensatz zu anderen, oft zweckgebundenen Rechenmaschinen, hatte Babbage die Vision eines echten Allzweckgeräts. Sein mechanisches Design entsprach konzeptionell dem moderner Computer, so der Plan-28-Initiator. Beispielsweise ist die "Mill" der Analytical Engine das Äquivalent einer CPU, die einzelne Operationen ausführt. Den ersten Plänen zufolge sollten Daten während der Programmausführung in Speicherplätzen zu je 40 Dezimalstellen abgelegt werden - effektiv ein Arbeitsspeicher für den Dampf-Computer, der etwa 1,7 KB entspricht.

    Das ist auf den ersten Blick nicht viel. "Zum Vergleich: Das Apollo-Computerleitsystem, mit dem Armstrong und Aldrin auf den Mond geschickt wurden, hatte 3,8 KB RAM", betont jedoch Graham-Cumming. Der Mathematiker selbst hatte zudem in späteren Entwürfen sogar zehnmal mehr Speichereinheiten vorgesehen. Auch die Lochkarten-Ära hatte der britische Erfinder vorweggenommen, denn eben solche dienen in seinem Konzept als externes Langzeitarchiv für Programme.

    Babbage konnte zu Lebzeiten nur Teile der Analytical Engine bauen. Nach seinem Tod wurde die Umsetzung aus Kostengründen auf Eis gelegt. Mit Plan 28 sucht Graham-Cumming nun nach der nötigen Unterstützung, um den ersten Allzweckcomputer doch noch Realität werden zu lassen. Dazu muss zunächst eine Entscheidung fallen, wie genau die Analytical Engine auszusehen hat. Denn Babbage hatte seine Entwürfe in über 30 Jahren immer wieder angepasst.

    Quelle: pressetext.at

    Mehr Infos:
    http://plan28.org
     
    #1

Diese Seite empfehlen

OK Mehr information

Diese Seite verwendet Cookies. Mit Ihrem Klick auf OK stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Andernfalls ist die Funktionalität dieser Website beschränkt.