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PC & Internet 30 Jahre Usenet: Interview mit einem „alten Hasen“

josef.13

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Nach der Usenet-Bustwelle im November 2017 hat sich zwei Jahre später wieder einiges in der Welt der Usenet Foren getan. Ich habe einen „alten Hasen„ hierzu befragt, um Eindrücke aus der damaligen und heutigen Zeit zu bekommen.

Vielen Dank, dass Du für ein kurzes Interview bereit bist.


Sehr gerne

Wie lange bist Du jetzt im Usenet dabei?

Also .. ich bin jetzt etwa 30 Jahre in dem Usenet zu Hause. Damals hieß es noch nicht Usenet, da gab es so genannte Bretter,
die man sich bei diversen Anbietern bestellen konnte. Heute sind die Bretter die Newsgroups der jeweiligen Sparte. Nach dem Akustikkoppler (so ein Ding, wo man den Telefonhörer drauf steckte) kam dann auch ein Modem ins Haus. Damals war AOL ganz groß in Newsgroups, doch die Telefonkosten stiegen ins Unermessliche. Fünf DM die Stunde, da waren locker mal 500 DM im Monat fällig. Aber als Usnetjunkie ist man halt süchtig danach.

Hacker-silhouette.jpg

Bei welchen Usenet Boards warst du tätig?

Richtig aktiv wurde ich erst um 2012/13 , als es in den Groups nichts mehr zu finden gab, nur noch Fakenews und Vieren.. und ich auf die Usenet-Space-Cowboys traf. Ich begann bei USC also als Moderator und arbeitete mich bis zum Administrator hoch.

Bis zum Bust, da brach alles zusammen …nach einer etwa einjährigen Pause. Ich begann dann mit einigen anderen „Cowboys„ das „alte„ Brother of Usenet„ wieder aufzubauen. Ich möchte hier nochmals betonen, dass die Wiederauferstehung von den Brothers ausschließlich dem alten Team von Usnet-Space-Cowboys zuzuschreiben ist. Es sind auch noch ein paar dabei und wie ich finde, sehr gut.

Dann war ich bei Sky-Of-Use als Moderator, wo ich auch sehr schnell heimisch wurde. Doch da war das Problem, dass man keine guten Leute fand, die einen unterstützen. So ging es sehr schleppend voran. Dort musste ich aber aus privaten Gründen aufhören. Nach einem weiterem halben Jahr untertauchen fing ich dann bei Revenge of Usenet an. Doch dort wurden mir die versprochenen Vergünstigungen wie z.B. Usnetaccount nicht gegeben. Auch das technische Know How blieb irgendwie auf der Strecke, also ging ich da auch weg.

Ach ja ich war ja auch noch kurz mal bei House of Usenet. Und eigentlich kann ich da über das Team nichts Negatives sagen …Ich bin nur wegen Einem dort weggegangen .. der ist aber heute bei den File-Leechers … darum war ich dort noch nicht.

Wie hast Du den Bust im November 2017 erlebt?



Ja …es war sehr aufregend …ich war zu dem Zeitpunkt Admin bei USC. Als die Meldung kam, wurden sofort alle Teammitglieder benachrichtigt, das Board sofort geschlossen und geschreddert. Die Daten auf unseren Servern, wie auch zu Hause gesichert und an sicheren Orten verwahrt. Das Team stand ja weiter auf Skype zusammen in Verbindung und wir warteten auf die Dinge, die da kamen. Man hörte, dass der ein oder andere unserer Kollegen eine Hausdurchsuchungen hatten, also insgesamt keine schöne Zeit.

Wie lange wird es Deiner Meinung nach bis zum nächsten Bust dauern?

Da mein Schwiegersohn nicht der Oberstaatsanwalt ist, weiß ich es nicht so genau. Aber nach dem Vorfall bei Share-Online ist die Gefahr wieder real. Man braucht ja nur bei einige Uploader von dort auch Daten und Accounts von Usenet Boards finden, dann könnten sich Fahnder wieder untermischen …. also ich denke, das so etwas in nicht allzu ferner Zukunft noch einmal passiert. Ich hoffe nur, dass die jetzigen Teams Vorkehrungen mit den Boards und bei sich selber getroffen haben.

Zum Thema Share Online, denkst Du, dass das Usenet eine Alternative zu den OCHs ist?

Usenet war schon immer eine gute Alternativ, finde ich. Aber gut, dass Du das ansprichst … jetzt wo der größte „Versorger„ der TV-Serien und Filme Abteilungen der Usenet-Boards weg ist, wird verstärkt gegenseitig Stuff gestohlen, das ist Fakt.

Wie siehst Du die Unterschiede der damaligen Boards zu den heutigen Boards?

Heutige Boards mit Ausnahme von BoU, finde ich alle nur abgekupfert von den alten guten Boards. Es sind auch die sogenannten Gründer und Admins dabei, die weniger bis gar keine Ahnung von der Materie haben. Zugegeben… einer oder zwei können technisch ein Board halten, aber ein Team zu führen ist nicht jedermanns Sache und ohne gutes Team kein gutes Board.

Wie ist der Umgang untereinander in den neuen Boards und wie war er früher?

Das ist wie ich weiter oben schon sagte, eine Führungssache. In den heutigen Boards wird mehr auf Leistung geachtet als früher. Auch wenn man immer wieder den Satz hört „Ist doch ein Hobby, privat geht vor„ wird intern doch verlangt, dass man als Moderator wenigstens 10 Posts am Tag macht. Wenn man bei Einhaltung der Postzahlen einen Gratis-Usenetaccount bekommt, ist das OK. Aber untereinander ist die Stimmung eigentlich bei allen mir bekannten Board gut. Streit gibt es mal in jeder Familie.

Wo siehst du die Zukunft der neuen Boards?

Da sich die meisten Boards selber finanzieren, machen auch „schlechte“ Boards weiter, aber das sind dann auch die Untersten …meiner Meinung nach. Zukunftssicher sind eigentlich nur diejenigen, die Sponsoren haben und/oder Geld besitzen. Spenden können auch nur die nehmen, die ein großes Angebot an Stuff haben … der Bessere wird seinen Weg in die Zukunft schreiten.

Wie sieht es mit der Sicherheit bei den Boards aus?



Da kann ich nur spekulieren ..bei Boards die zigmal den Server oder Provider wechseln, bin ich mir nicht sicher, sondern eher besorgt um meine Sicherheit. Ach wenn Reparaturen mehrere Tage dauern und das Board dann offline ist, würde mir auch zu denken geben. Aber das weiß ja jeder User selbst, ob sein „Lieblings Board„ öfter mal weg ist oder nicht. Wichtig ist immer noch der Selbstschutz .. also zumindest nicht ohne VPN unterwegs zu sein.

Wie lange wirst Du dem Usenet noch erhalten bleiben?

Die Lust am Usenet wird mir nie vergehen, aber irgendwann ist auch bei mir Schluss, spätestens wenn ich die eigene Sicherheit nicht mehr in der Hand habe.

Vielen Dank für Deine Zeit. Ich hoffe, dass Du dem Usenet noch viele Jahre erhalten bleibst.

 

fot

Newbie
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scheint als möge er kein Facility Management. Was mich noch wundert: Er hat so ausführlich von sich erzählt, jeder weiß um wen es geht. Da hätte er gleich sagen können wer er ist. Aber ist sein Ding.
 
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