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Drohendes Flugchaos - Luftraum über München geschlossen

Dieses Thema im Forum "Off Topic News" wurde erstellt von Skyline01, 9. Mai 2010.

  1. Skyline01
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    Drohendes Flugchaos - Luftraum über München geschlossen

    Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull beeinträchtigt jetzt auch wieder den deutschen Luftraum: Der Flughafen München ist seit 15 Uhr geschlossen. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird, ist noch unklar - ebenso wie die Zahl der Flüge, die insgesamt betroffen sein werden.

    Hamburg/München - Die Deutsche Flugsicherung hat am Sonntag den Luftraum um München komplett geschlossen. Seit 15 Uhr seien für mehrere Stunden weder Sicht- noch Instrumentenflüge erlaubt, sagte Flugsicherungssprecher Axel Raab. Grund sei eine hochkonzentrierte Aschewolke in dem Luftraum.

    Ein Ende des Flugverbots sei derzeit nicht absehbar, sagte ein Sprecher des Münchner Flughafens zu SPIEGEL ONLINE. Auch über die Zahl der betroffenen Flüge könne man bisher keine Angaben machen. Zuvor waren bereits 27 Flüge von und nach Italien annulliert worden.

    Auch der Luftraum über Stuttgart wurde komplett geschlossen. Die Sperrung für Abflüge und Ankünfte sollte laut Flugsicherung voraussichtlich eine Stunde dauern. Betroffen waren auch kleinere Flughäfen wie Friedrichshafen am Bodensee, Memmingen und Augsburg.

    Österreich und die Schweiz meldeten ebenfalls Probleme im Flugverkehr. Die österreichischen Airports Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien mussten geschlossen werden, sagte der Sprecher der Flugaufsichtsbehörde Austro Control, Markus Pohanka, der Nachrichtenagentur APA. In Genf und Zürich wurden Dutzende von Flügen gestrichen. Erneut gesperrt wurden fünf Flughäfen in Westirland; die drei größten Flughäfen des Landes in Dublin, Cork und Shannon waren weiter in Betrieb.

    Am Wochenende war der Flugverkehr in Teilen Südeuropas bereits empfindlich beeinträchtigt. Airports in Spanien, Italien, Portugal und Frankreich blieben zeitweise gesperrt. Es werde rund 24.500 Flüge geben - etwa 500 weniger als an normalen Sonntagen in dieser Jahreszeit, teilte die Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol in Brüssel mit.

    Der Flugverkehr war am Sonntag besonders in Norditalien gestört: Zahlreiche Flughäfen im Nordwesten des Landes mussten geschlossen werden - auch das bei Touristen beliebte Mailand. In Südfrankreich fürchtete man ebenfalls weitere Behinderungen. In Nizza wurden etwa 20 Flüge annulliert, darunter zahlreiche Verbindungen der britischen Billigfluglinie Easyjet.

    Ausläufer der Aschewolke sorgten auch auf der iberischen Halbinsel für Probleme. In Nordspanien sollten nach Angaben der Flugaufsicht vier Flughäfen bis zum Sonntagnachmittag gesperrt bleiben. 19 Flughäfen hatten am Samstag schließen müssen, darunter der Airport von Barcelona. 600 Flüge wurden gestrichen, betroffen waren Zehntausende Passagiere. Der Flughafen im zweitgrößten portugiesischen Porto musste ebenfalls den Betrieb einstellen. Seit Samstagabend ist insbesondere der Transatlantik-Flugverkehr von Portugal aus eingeschränkt. Viele Flüge mussten umgeleitet werden, was zu längeren Flugzeiten führte.

    Mitte April hatte der isländische Vulkan Eyjafjallajökull fast den gesamten europäischen Luftverkehr rund eine Woche lang lahmgelegt, weil die Partikel der Vulkanasche eine Gefahr für Flugzeuge darstellen. Hunderte Airports mussten schließen, mehr als acht Millionen Reisende saßen fest. Die Ausfälle führten zu Schäden in Milliardenhöhe.

    In dieser Situation erlaubten die Aufsichtsbehörden in Deutschland sogenannte Sichtflüge (siehe Kasten links), um wenigstens einen Teil der gestrandeten Passagiere aus ihrer Notlage zu befreien. Doch jetzt zeigt sich: Die Maßnahme war und ist unter Flugzeugführern hoch umstritten.

    Nach Informationen des SPIEGEL bedauert der Sicherheitspilot der Lufthansa, Jürgen Steinberg, in einem internen Aushang gegenüber Kollegen seine Zustimmung zu den Sichtflügen, die deutsche Fluglinien Ende April während des Vulkanasche-Alarms geflogen sind: "Das darf sich nicht wiederholen. Heute würde meine Empfehlung in der gleichen Situation lauten: Don't do it."

    In dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, gibt Steinberg zu, dass die Situation von Piloten "als unbefriedigend oder auch als bedrohlich" empfunden wurde. Lufthansa-Bereichsvorstand und -Chefpilot Jürgen Raps distanziert sich gegenüber dem SPIEGEL von seinem Sicherheitspiloten: "Das ist seine rein persönliche Einschätzung, die sich nicht mit der Auffassung des Konzerns deckt."

    "Viele von uns waren fassungslos"

    Heikel war die Lage vor allem am Dienstag, dem 20. April, als über Norddeutschland eine Regenfront mit tiefhängenden Wolken die Flugzeuge zwang, weite Strecken in extrem niedrigen Höhen zu fliegen. Der SPIEGEL zeichnet in seiner neuesten Ausgabe anhand von Radardaten drei von insgesamt mehreren Dutzend solcher Flüge nach, unter anderem auch den Flug LH 008 von Frankfurt am Main nach Hamburg: Ab dem Steinhuder Meer sank der Airbus A321 von 1000 Metern bis auf 600 Meter über Grund.

    Ein Pilot, der zufällig hinten in der Kabine saß, kritisierte in einem internen Piloten-Forum der Lufthansa: "Die recht groß wirkenden Windräder haben mich etwas an der Mindesthöhe zweifeln lassen." Noch südlich der Elbe beobachtete der Erste Offizier, dessen Name dem SPIEGEL bekannt ist: "Ich war nicht sonderlich erfreut, als ein Kleinflugzeug unter uns auftauchte."

    Bedenken gegen die Sichtflüge, von denen Air Berlin 559 und die Lufthansa 395 absolvierte, gab es auch bei der Deutschen Flugsicherung (DFS). Ein Fluglotse gegenüber dem SPIEGEL: "Als wir von der Betriebsanweisung unserer Führung erfuhren, waren viele von uns zunächst fassungslos."

    Air Berlin und Lufthansa beteuern, sichere Abstände zu Flugzeugen und Wolken seien jederzeit eingehalten worden. Man habe im Übrigen "das Verfahren im Vorfeld gemeinsam mit dem Verkehrsministerium, dem Luftfahrtbundesamt sowie der DFS erarbeitet und von diesen Behörden genehmigt bekommen", so Lufthansa-Bereichsvorstand Raps gegenüber dem SPIEGEL.

    Quelle: Spiegel
     
    #1
  2. phantom

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  3. Skyline01
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    AW: Drohendes Flugchaos - Luftraum über München geschlossen

    Aschewolke: Erneut Sperrung von Flughäfen möglich

    Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sieht bis Dienstag auf Deutschland keine Einschränkung des Flugverkehrs zukommen. Nach der derzeitigen Wetterlage könne sie bis einschließlich Dienstag ausschließen, dass der Luftverkehr über Deutschland wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans eingeschränkt werden müsse, sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek am Samstagabend. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte zuvor berichtet, dass DFS und Deutscher Wetterdienst am Sonntag erneut die Notwendigkeit von Luftraumsperrungen prüfen wollten, weil vielleicht eine Luftströmung Vulkanasche in Richtung Deutschland transportiere. Es hieß, davon könnten einige oder alle deutschen Flughäfen von Montagabend bis Mittwoch betroffen sein. Mitte April waren weite Teile des Luftraums über Europa tagelang gesperrt worden. Zehntausende Flüge fielen wegen der nach Europa gewehten Aschewolke aus.

    Quelle: welt.de
     
    #2
  4. Skyline01
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    AW: Drohendes Flugchaos - Luftraum über München geschlossen

    Entwarnung aus Island: Der Vulkan spuckt nicht mehr

    Reisende in ganz Europa können Flüge wieder gelassener buchen und den ganz schweren Namen Eyjafjallajökull erst mal vergessen. Der Gletschervulkan auf Island hat seine Aktivitäten am Pfingstwochenende nach knapp anderthalb Monaten eingestellt und spuckt keine Vulkanasche mehr.

    Da dampfte er noch: Der Eyjafjallajökull Ende März 2010. Inzwischen steigt nur noch Wasserdampf über der Südspitze Islands in die Atmosphäre.
    „Unsere Wärmebilder aus der Luft zeigen, dass sich im Krater nichts tut“, sagte der Geophysiker Magnus Tumi Gudmundsson dem Internetdienst IceNews nach einem Erkundungsflug.

    Nur noch Wasserdampf steigt jetzt über der Südspitze Islands in die Atmosphäre, wie beeindruckende Aufnahmen des Umweltschützers Ómar Ragnassón aus seinem kleinen Flugzeug zeigten. Trotzdem warnten die isländischen Vulkan-Experten vor voreiligen Schlüssen, ein erneuter Ausbruch lässt sich nicht ausschließen.

    „Das einzige, was wir ganz sicher wissen ist, dass wir nichts über die Zukunft von Vulkanausbrüchen wissen“, sagte Rikke Pedersen, Chefin des Vulkanologischen Instituts in Islands Hauptstadt – schon während der Eruptionen. Da wurde sie immer mal wieder von Journalisten mit der Dauerfrage vom europäischen Kontinent aus dem Bett geklingelt: Wie lange wird das dauern?

    Mehr als 100 000 gestrichene Flüge wegen der Vulkanasche seit dem Beginn der Eruptionen am 14. April, ziemlich schnell um Staatsstütze bittende Fluggesellschaften, hastig umfrisierte Regeln für den Flugverkehr: Der Gletschervulkan mit dem langen Namen (sprich: Aija-Fjattla-Jöckuul) hat mit seiner Aschewolke wie lange kein Naturereignis die Anfälligkeit einer Lebensweise mit immer umfassenderen und die Umwelt belastenden Transportformen aufgezeigt.

    Dabei meinte es die Natur auf der aus Vulkanausbrüchen entstandenen Atlantikinsel noch gut mit den all den rastlos Reisenden: Der Eyjafjallajökull ist nur einer kleiner unter Islands gut 30 immer mal wieder aktiven Vulkanen. Als er 1821 Lava und Asche spuckte, dauerte das noch satte 13 Monate.

    Die Isländer selbst haben in den vergangenen fünfeinhalb Wochen vorgeführt, wie gelassen, kompetent, sozial und auch mit einem Schuss Demut man auf solche unberechenbaren Naturgewalten reagieren kann. Wenn die knapp tausend Anwohner des Gletschers mal wieder mit niedergegangener Asche zu kämpfen hatten, machten sich aus dem 130 Kilometer entfernten Reykjavik auch die Mitglieder des Clubs für Allrad-Jeeps auf den Weg, um beim Ascheschaufeln zu helfen. Niemand fragte nach Entlohnung, und die Asche war verblüffend schnell weggeräumt.

    Dass die Schaufeln jetzt eingepackt werden können, freut nicht nur die Anwohner: Islands Tourismus-Geschäft für diesen Sommer war durch die Aschewolke akut bedroht. Für das von der Finanzkrise in Vulkanstärke getroffene Land eine ganz schlimme Situation. Jetzt sieht der bevorstehende Sommer doch schon viel freundlicher aus.

    Quelle: news.yahoo.com
     
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