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Valve hat den Quellcode von Lepton veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Kompatibilitätsschicht, mit der Android-Spiele direkt unter Linux ausgeführt werden können. Das Konzept erinnert an Proton, das Windows-Spiele unter Linux ermöglicht.
Lepton wurde hauptsächlich für das Steam Frame entwickelt. Das neue VR-Headset von Valve läuft mit SteamOS auf einem ARM64-Prozessor und kann neben Windows-Spielen über Proton und FEX auch Android-Spiele über Lepton ausführen. Valve beschreibt Lepton offiziell als Kompatibilitätsschicht für Android-Spiele unter Linux.
Anders als bei einem klassischen Android-Emulator setzt Lepton auf einen Container. Dadurch soll der zusätzliche Ressourcenbedarf möglichst gering bleiben. Die Android-Umgebung wird dabei gezielt auf die Funktionen reduziert, die für Spiele benötigt werden.
Zu den wichtigsten Eigenschaften von Lepton gehören:
- Lepton läuft ohne Root-Rechte und benötigt keine zusätzlichen Dienste mit Root-Rechten.
- Android-Spiele werden innerhalb eines eigenen Containers ausgeführt.
- Bibliotheken des Linux-Hostsystems können eingebunden werden, darunter Grafiktreiber und Vulkan-Komponenten.
- Verschiedene Teile des Android-Systems werden zwischengespeichert, damit die Android-Umgebung schneller gestartet werden kann.
- Nicht benötigte Android-Dienste wurden entfernt, weshalb Lepton nicht als vollständige Android-Umgebung gedacht ist.
- Für die Entwicklung stehen unter anderem gdb, lldb, strace, RenderDoc und Perfetto zur Verfügung.
Das Projekt greift bei seinem Android-Unterbau auf Arbeiten aus verschiedenen Open-Source-Projekten zurück, darunter Waydroid, Anbox, Halium und Hybris. Der eigentliche Lepton-Code steht unter der MIT-Lizenz. Das mitgelieferte Android-Root-Dateisystem unterliegt dagegen der GPL-3.0-Lizenz.
Für Entwickler ist Lepton besonders interessant, wenn bereits eine für Android beziehungsweise ARM64 optimierte Version eines Spiels existiert. Valve sieht darin eine Möglichkeit, diese Version auf dem Steam Frame einzusetzen, ohne zusätzlich eine komplett eigenständige Linux-Version entwickeln zu müssen. Die offizielle Steamworks-Dokumentation nennt Android über Lepton ausdrücklich als einen der Wege, Spiele auf dem Steam Frame autonom auszuführen.
Das Prinzip lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:
Android-Spiel beziehungsweise APK → Lepton → Linux/SteamOS
Damit verfolgt Valve einen ähnlichen Ansatz wie bei Proton, allerdings für Android statt Windows. Proton stellt die Kompatibilität zu Windows her, während Lepton die notwendige Android-Umgebung innerhalb eines Linux-Systems bereitstellt.
Interessant ist außerdem, dass Valve Lepton nicht ausschließlich auf die Nutzung im Steam Frame beschränkt. Das Projekt selbst beschreibt die Ausführung von Android-Spielen unter Linux als eigentlichen Zweck. Die praktische Unterstützung außerhalb des Steam Frame war bei der Entwicklung allerdings nicht das Hauptziel.
Quelle:
Valve – Lepton auf GitLab
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