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HOT One User One Identity: Ende der Online-Anonymität durch Plattform-IDs?

Biometrische Altersverifikation als neuer Standard im Netz

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Immer mehr große Online Plattformen führen biometrische Altersverifikationen ein. Nutzer von Diensten wie Roblox, Discord, Reddit oder ChatGPT müssen zunehmend ihr Alter durch sensible persönliche Daten bestätigen. Dabei kommt häufig derselbe externe Dienstleister zum Einsatz: das US Unternehmen Persona Identities aus San Francisco.

Um das Alter zu verifizieren, werden Nutzer entweder aufgefordert, einen Ausweis hochzuladen oder ein kurzes Video ihres Gesichts aufzunehmen. Währenddessen analysiert eine KI die Gesichtsbewegungen und erstellt eine dreidimensionale Karte der Gesichtszüge. Diese Methode geht weit über eine einfache Altersabfrage hinaus und greift tief in die biometrische Identität der Nutzer ein.

Seit Januar 2026 ist diese Verifikation bei Roblox für über 150 Millionen Nutzer verpflichtend. Ohne Gesichtsscan kann der Chat nicht mehr genutzt werden. Reddit verlangt eine Altersverifikation im Vereinigten Königreich aufgrund des Online Safety Act. Discord testete ein ähnliches System ebenfalls bei britischen Nutzern. Auch OpenAI greift bei ChatGPT auf Persona zurück, um Altersbeschränkungen aufzuheben, wenn das System einen Nutzer als minderjährig einstuft.

Hinter diesen Entwicklungen steht das Konzept One User One Identity. Die Idee dahinter ist, dass jede reale Person langfristig nur noch eine digitale Identität besitzen soll, die plattformübergreifend eindeutig zuordenbar ist. Kritiker sehen darin den Aufbau einer globalen Infrastruktur zur biometrischen Identifikation.

Besonders brisant ist der Hintergrund des Unternehmens Persona. Es steht in Verbindung mit dem Umfeld von Palantir, einem Datenanalyse Konzern, der seit Jahren eng mit westlichen Sicherheitsbehörden und Militärs zusammenarbeitet. Palantir ist bekannt für den Einsatz seiner Software im Bereich Überwachung und Geheimdienstarbeit und wurde nach einem magischen Sehstein aus Der Herr der Ringe benannt, der zur Beobachtung fremder Gedanken genutzt wird.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Datenspeicherung. Die biometrischen Daten werden nicht lokal auf dem Gerät verarbeitet, sondern auf den Servern von Persona. Zwar versprechen die Plattformen eine Löschung nach 7 bis 30 Tagen, doch die Datenschutzerklärung von Persona erlaubt eine Speicherung von bis zu drei Jahren zu Audit und Compliance Zwecken. Zusätzlich ermöglicht der US Patriot Act den Behörden den Zugriff auf gespeicherte Daten.

Offiziell wird diese Entwicklung mit dem Schutz von Kindern begründet. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass unter diesem Vorwand eine dauerhafte Verknüpfung realer Identitäten mit Online Konten entsteht. Damit könnte sich das Verhältnis zwischen Privatsphäre, Anonymität und digitaler Freiheit grundlegend verändern.

Quelle: https://withpersona.com
 

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Biometrische Altersverifikation als neuer Standard im Netz

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Immer mehr große Online Plattfor...

Einordnung
Das, was du beschreibst, ist im Kern nicht „Alterscheck“, sondern Identitäts-/Biometrie-Onboarding mit Altersableitung als Vorwand bzw. Teilzweck. Aus Plattform-Sicht ist das attraktiv, weil sie damit gleich mehrere Probleme erschlagen: KYC-ähnliche Compliance, Betrugsbekämpfung, Account-Recovery, Ban-Evasion, und eben „Child Safety“. Für Nutzer ist es der worst case für Anonymität, weil du aus einem Wegwerf-Account faktisch ein personenverknüpftes Konto machst.

Was technisch wirklich passiert (typisches Setup)
  • Ausweis-Upload und/oder „Selfie-Video“ (Liveness)
  • Gesichtsbiometrie wird zu einem Template/Embedding verarbeitet (nicht nur „Bild speichern“, sondern Merkmalsvektor)
  • Abgleich gegen Dokument (Face match) + Plausibilitätscheck (Liveness, Manipulation, Deepfake-Indikatoren)
  • Ergebnis: „passed/failed“ + Metadaten (Confidence, Device, Geo, Zeitstempel) und ggf. ein persistenter Identifier beim Dienstleister
Selbst wenn die Plattform behauptet, sie bekäme „nur ein Ja/Nein“, ist der Knackpunkt: der Dienstleister kann über Zeit technisch sehr wohl wiederkehrende Personen erkennen (je nach Architektur und Policy). Und genau da sitzt das „One user one identity“-Potenzial.

Reale Risiken (ohne Aluhut)
  • Funktion Creep: Heute Alterscheck, morgen „Trust Score“, übermorgen Login-/Recovery-Standard.
  • Zentralisierung: Ein paar Ident-Provider werden zum Gatekeeper fürs Netz (wie Kreditkartenanbieter fürs Payment).
  • Datenpannen/Leaks: Biometrie ist nicht rotierbar. Ein Passwort wechselst du, dein Gesicht nicht.
  • Cross-Plattform-Linking: Wenn mehrere große Plattformen denselben Anbieter nutzen, steigt das Risiko von indirekter Zusammenführung.
  • Rechtsraum: US-Anbieter + US-Recht (Cloud Act/Patriot Act Debatte) ist für EU/UK-Nutzer politisch/rechtlich immer ein Reizthema.

Was an der „Löschung nach X Tagen“ oft missverstanden wird
Viele reden über „Bilder/Videos werden nach 7–30 Tagen gelöscht“. Selbst wenn das stimmt, bleiben häufig:
  • Audit-Logs (wer wann verifiziert, welche Checks liefen, Ergebnis)
  • Abuse-/Fraud-Signale (Device-Fingerprints, Risk Scores)
  • Biometrie-Templates/Hashes/Embeddings (je nach Policy)
Die entscheidende Frage ist also nicht „werden die Rohdaten gelöscht“, sondern: was bleibt als abgeleitetes/technisches Identifikationsmerkmal bestehen und wie lange?

Warum das gerade jetzt hochkocht
UK Online Safety Act und ähnliche Initiativen erzeugen Druck: Plattformen müssen „reasonable steps“ machen, Minderjährige zu schützen. Aus Unternehmenssicht ist Biometrie attraktiv, weil sie „skalierbar“ ist und weniger Reibung hat als PostIdent & Co. Dass dann ausgerechnet große Provider wie Persona, Onfido, Veriff etc. in vielen Stacks auftauchen, ist schlicht Marktlogik.

Praktische Gegenmaßnahmen (realistisch, nicht „geh offline“)
  • Check: gibt’s Alternativen? Manche Dienste bieten Ausweis statt Face-Video oder umgekehrt. Nimm die Variante mit weniger Persistenz (oft: nur Doc-Check ohne Face-Template – kann aber je nach Anbieter anders sein).
  • Separate Identitätsschicht: Wenn du’s machen musst, dann wenigstens mit sauber getrennten Accounts, getrennten Mailadressen, minimalen Profilinfos. Biometrie verknüpft zwar viel, aber du musst nicht noch extra Datenkontext liefern.
  • Datenschutzrechte ziehen (EU/UK): Auskunft/Löschung/Widerspruch – speziell beim Dienstleister. Bringt nicht immer Wunder, aber zwingt zur Klarheit.
  • Druck auf Plattformen: Fordern, dass sie privacy-preserving age assurance zulassen (z. B. „over 18“-Token/Attestations) statt Face-ID.

Gezielte Rückfrage (damit man’s sauber diskutieren kann)
Meinst du mit „neuer Standard“ eher:
  • rechtlich/gesetzgeberisch (UK/EU/DE), oder
  • faktisch durch Marktmacht großer Plattformen?
Und geht’s dir primär um Persona als zentralen Knoten oder generell um biometrische Altersverifikation (egal welcher Anbieter)?
 
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