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Tipps zur Datenrettung und Datensicherung für Admins

Dieses Thema im Forum "Archiv "inaktive"" wurde erstellt von camouflage, 20. August 2009.

  1. camouflage
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    camouflage VIP

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    [FONT=&quot]Der Gefürchtete Super-GAU tritt meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt ein. Verweigert das System den Start, müssen Sie erst einmal kühlen Kopf bewahren und die geeigneten Recovery-Maßnahmen in die Wege leiten. Folgende Praxis-Tipps helfen Ihnen, solche Situationen ohne Dateiverlust zu überstehen.[/FONT]

    [FONT=&quot]Rettungs-CD[/FONT]
    [FONT=&quot]Den wichtigsten Tipp gleich am Anfang: Halten Sie immer eine CD oder DVD der von Ihnen genutzten Linux-Distribution bereit. Alle aktuellen Distributionen enthalten einen speziellen Rettungsmodus, mit dessen Hilfe Sie ein verloren geglaubtes Betriebssystem doch noch wiederherstellen können. Unter CentOS starten Sie diesen Modus, indem Sie den Prompt des CD-ROM-Boots mit dem Befehl "linux rescue" quittieren. Die Praxis zeigt, dass die Wiederherstellung eines Betriebssystems mit dem Original-Betriebssystem immer noch am besten funktioniert. Vor allem dann, wenn Sie Features wie LVM oder Software-Raid nutzen.[/FONT]
    [FONT=&quot]RIP – Recovery Is Possible[/FONT]
    [FONT=&quot]Neben den Installations-Datenträgern des Betriebssystems empfiehlt sich auch das System Recover Is Possible. RIP enthält eine Sammlung von Werkzeugen wie ntfsmount, jfs_fsck und xfs_repair, die Ihnen bei der Wiederherstellung eines Systems zur Seite stehen. [/FONT]
    [FONT=&quot]Boot Record reparieren[/FONT]
    [FONT=&quot]Ursachen für einen fehlerhaften oder zerstörten Boot Record gibt es zur Genüge: Stromausfälle, Bedienerfehler oder Hardware-Defekte können zu Meldungen führen wie:[/FONT]
    [FONT=&quot]Loading PBR For Descriptor 0...Done. Bad PBR Signature.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die Folge: Das System bleibt nach dem Laden des Grub-Boot-Loaders stehen. Nutzen Sie zusätzlich Features wie Software-Raid, genügt "grub-install /dev/sda" nicht mehr zur Wiederherstellung. Starten Sie das System im Rettungsmodus und hängen Sie mit chroot das alte Root-Dateisystem nach / ein. Führen Sie danach grub aus und geben Sie folgende Befehle ein:[/FONT]
    [FONT=&quot]root (hd0,0)[/FONT][FONT=&quot]
    setup (hd0)
    quit[/FONT]

    [FONT=&quot]Dabei ersetzen Sie "hd0,0" und "hd0" durch die aktuelle Festplatte/Partition, auf der sich die Boot-Partition Ihres Systems befindet. Nach einem Neustart sollte das System wieder tadellos funktionieren.[/FONT]
    [FONT=&quot]Partitionstabelle restaurieren[/FONT]


    [FONT=&quot]Selbst mit zerstörter Partitionstabelle sind Ihre Daten nicht zwangsläufig verloren. Gpart untersucht die Festplatte nach Signaturen vorhandener Partitionen und erstellt auf Wunsch eine neue Partitionstabelle. Um beispielsweise die erste IDE-Festplatte zu analysieren, geben Sie das Kommando " gpart /dev/hda" als Super-User root an der Konsole ein. Bei großen Festplatten kann die Analyse durchaus mehrere Stunden dauern. Werfen Sie anschließend einen Blick auf die Partitionsvorschläge von gpart. Um diese anzunehmen, geben Sie den Befehl ein:[/FONT]
    [FONT=&quot]gpart –b /mnt/usb/Backup_MBR -W /dev/ hda /dev/hda[/FONT]
    [FONT=&quot]Damit schreiben Sie den aktuellen Master Boot Record (MBR) in die Datei Backup_MBR, analysieren die Festplatte "/dev/ hda" und schreiben gleichzeitig mit "-W /dev/hda" eine neue Partitionstabelle. [/FONT]
    [FONT=&quot]Partitionen wiederherstellen[/FONT]


    [FONT=&quot]Mit Partition Image, kurz partimage sichern Sie eine oder mehrere Partitionen inklusive des MBR in ein Image-File. Dabei unterstützt partimage verschiedene Kompressionsstufen (gzip und bzip2) und ermöglicht auch das Splitten des Image-Files in mehrere einzelne Dateien.[/FONT]
    [FONT=&quot]Daten extern sichern[/FONT]

    [FONT=&quot]Alternativ zu ganzen Partitionen können Sie jederzeit auch einzelne Dateien sichern – mit Hilfe des Kommandos "cp". Um den Vorgang so effizient wie möglich zu gestalten, legen Sie folgende Optionen fest:[/FONT]
    [FONT=&quot]cp -dpRux /home /mnt/backup/home[/FONT]
    [FONT=&quot]Das kopiert alle Dateien des home-Verzeichnisses nach "/mnt/backup/home". Die wichtigste Option ist "-u": Dateien werden nur dann kopiert, wenn das Original neueren Datums als eine bereits vorhandene Kopie ist. Mit Hilfe dieses Parameters verkürzen Sie die Dauer des Backups enorm.[/FONT]
    [FONT=&quot]Dateisystem fixen[/FONT]
    [FONT=&quot]Spannungsspitzen bei der Stromversorgung oder Fehler in Anwendungen führen im schlimmsten Fall zu einem beschädigten Dateisystem. Hat Linux einen Fehler im Dateisystem entdeckt, sollten Sie dieses umgehend mit fsck auf seine Konsistenz überprüfen. Sind mehrere Dateisysteme betroffen, kommt die Option "-A" ins Spiel: Anhand der Datei "/etc/fstab" prüft fsck alle vorhandenen Dateisysteme auf Fehler. Die Option "-C" zeigt den Fortschritt der Überprüfung von EXT2- und EXT3-Dateisystemen prozentual an. Die Option "-a" sorgt dafür, dass alle Fehler automatisch repariert werden. [/FONT]
    [FONT=&quot]Findlinge zuordnen[/FONT]
    [FONT=&quot]Alle verwaisten Dateien, die das Tool Filesystem-Check im Dateisystem entdeckt hat, werden automatisch in das Verzeichnis "lost+found" des aktuellen Dateisystems verschoben. Da die Originalnamen der Datei bei der Wiederherstellung verlorengehen, finden Sie Dateien mit kryptischen Namen wie #1239328 oder #1239329, was eine Zuordnung zum Original erschwert. Führen Sie daher den Befehl "file *" aus, um den grundlegenden Typ der Datei zu erkennen. Ein Beispiel für die Ausgabe auf das Kommando lautet etwa:[/FONT]
    [FONT=&quot]#1239328: data[/FONT][FONT=&quot]
    #1239329: JPEG image data, JFIF standard 1.01
    #1239330: ASCII English text[/FONT]

    [FONT=&quot]Diese grundlegenden Informationen sollten Ihnen helfen, die Suche nach dem Dateityp noch weiter einzugrenzen. Im obigen Beispiel ist es klar, um welche Dateien es sich im Einzelnen handelt. Hinweis: Bei Dateien mit der Bezeichnung "data" handelt es sich im Regelfall um ausführbare Programme.[/FONT]
    [FONT=&quot]EXT2 nach EXT3 konvertieren[/FONT]
    [FONT=&quot]Mit dem folgenden Trick rüsten Sie ein bereits bestehendes EXT2-Dateisystem ganz bequem nach EXT3 auf. Starten Sie das System zunächst mit der Rettungs-CD oder RIP. Führen Sie anschließend folgenden Befehl aus, um beispielsweise die Partition "/dev/hda2" von EXT2 nach EXT3 zu konvertieren:[/FONT]
    [FONT=&quot]tune2fs -j /dev/hda2[/FONT]
    [FONT=&quot]Abschließend ersetzen Sie in der Datei "/etc/fstab" alle Eintragungen von ext2 mit ext3. Nach dem Neustart steht Ihnen das EXT3-Dateisystem mit allen Vorzügen, wie beispielsweise Journaling, zur Verfügung.[/FONT]
    [FONT=&quot]EXT3 nach EXT2 konvertieren[/FONT]
    [FONT=&quot]Alternativ können Sie von EXT3 auf EXT2 abrüsten. So etwas ist in der Praxis etwa dann nötig, wenn EXT3 die notwendige Stabilität vermissen lässt. Um die Partition "/dev/hda2" zu konvertieren, starten Sie das System von einer Rettungs-CD und führen folgenden Befehl aus:[/FONT]
    [FONT=&quot]tune2fs -f -O ^has_journal /dev/hda2[/FONT]
    [FONT=&quot]Verändern Sie die Datei "/etc/fstab", indem Sie alle ext3-Einträge durch ext2 ersetzen. Nach dem Neustart steht Ihnen das EXT2-Dateisystem zur Verfügung.[/FONT]
    [FONT=&quot]Logfiles überwachen[/FONT]

    Die beste Strategie gegen Störungen im Server ist dessen sorgfältige Überwachung. Dies erleichtert die frühzeitige Erkennung von Fehlern. Zwei Werkzeuge helfen Ihnen, die Informationsflut aus den Log-Dateien unter Kontrolle zu halten: logguardian , ein Werkzeug, das eine oder mehrere Log-Dateien nach bestimmten Zeichenketten durchsucht. Das zweite Tool ist logcheck . Damit bereinigen Sie Log-Dateien von häufig wiederkehrenden, aber unwichtigen Meldungen.
    [FONT=&quot]Liste der geöffneten Dateien[/FONT]


    Bevor Sie mit den Rettungsmaßnahmen an einem defekten Dateisystem beginnen, sollten Sie sicherstellen, welche Dateien und Verzeichnisse gerade aktiv und geöffnet sind. Hierzu dient der Befehl lsof. Mit "lsof /home" untersuchen Sie, welche Dateien und Verzeichnisse im Home-Verzeichnis gerade geöffnet sind. Stellen Sie sicher, dass keine oder zumindest so wenig Dateien wie möglich offen sind, bevor Sie mit der Wiederherstellung des Verzeichnisses oder der Partition beginnen. Ansonsten kann die Restaurierung scheitern.
    [FONT=&quot]Liste der aktiven Prozesse[/FONT]
    Das im vorherigen Tipp Gesagte gilt auch für die Prozesse, die aktuell auf ein beschädigtes Dateisystem zugreifen. Mit dem Befehl "fuser" ermitteln Sie, welche Programme und Dienste aktiv sind. Mit "fuser -m /home" erhalten Sie eine Ausgabe wie:
    [FONT=&quot]/home: 2320c 2375c 2384c 2397c 2399c 2403c 2405c 2412c 2428c 2451c 2506c 2557c 2558c 2559c 2688e 2690c 3173c 3346c[/FONT]
    Bei diesen Nummern handelt es sich um die auch als PIDs bezeichneten Prozess-IDs der laufenden Programme und Dienste, die gerade auf das Verzeichnis "/home" zugreifen. Mit dem Befehl
    [FONT=&quot]ps -axlw | grep 2320[/FONT]
    erhalten Sie anschließend weiterführende Informationen zum ersten Prozess des obigen Listings: In unserem Beispiel greift gnome-session auf "/home" zu.
    [FONT=&quot]ddrescue hilft weiter[/FONT]
    Nach einem Festplatten-Crash sind alle unmittelbar durchgeführten Operationen und Rettungsversuche, die das Ziel haben, Daten wiederherzustellen, gefährlich. Fehler, die sich während der Rettung einschleichen, können im Extremfall noch mehr Daten zerstören. Um dies zu vermeiden, ist der Einsatz von ddrescue ratsam. Mit diesem Werkzeug, das in allen gängigen Linux-Distributionen standardmäßig als Paket zur Verfügung steht, können Sie eine beschädigte Partition in eine Datei oder auf eine neue Partition schreiben. Wollen Sie etwa die nicht mehr reibungslos funktionierende Festplatte "hda" komplett auf die neue Harddisk "hdb" kopieren, führen Sie diesen Befehl aus:
    [FONT=&quot]ddrescue —max-retries=-1/dev/hda/dev/hdb[/FONT]
    Der Parameter "-max-retries=-1" führt übrigens dazu, dass die Hardware-Fehler beim Kopieren ignoriert werden. Alle weiteren Rettungsaktionen können Sie dann direkt auf der kopierten Festplatte durchführen.
    [FONT=&quot]Festplatten überwachen[/FONT]


    Moderne (S-)ATA- und SCSI-Festplatten sind mit einem eingebauten Diagnose-System namens SMART?ausgestattet. Mit dessen Hilfe lassen sich Ausfälle der Platte frühzeitig erkennen. Unter Linux sorgt das Werkzeug smartctl für die Überwachung solcher Festplatten. Rufen Sie beispielsweise

    [FONT=&quot]smartctl -i /dev/hda[/FONT]

    auf, um Informationen über die erste ATA-Festplatte ("hda") des Systems abzurufen. Mit der Option "-a" erhalten Sie noch detailliertere Informationen zur Festplatte. Wollen Sie hingegen die Funktionalität der Festplatte prüfen, tippen Sie

    [FONT=&quot]smartctl -H /dev/hda[/FONT]

    ein. Für die Überwachung der SMART-Festplatten ist der smartd-Daemon zuständig. Details zur Konfiguration entnehmen Sie der Anleitung Ihres Betriebssystems.

    Quelle:pc-Welt
     
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