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Privatsender RTL 2 muss sich fit machen für ungewisse Zukunft Jochen Starke denkt an

Dieses Thema im Forum "Szene News" wurde erstellt von Skyline01, 10. Mai 2010.

  1. Skyline01
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    Privatsender RTL 2 muss sich fit machen für ungewisse Zukunft

    Jochen Starke denkt an das Jahr 2012: „Dann werden die Fernsehsender in die digitale Welt entlassen, analoge Übertragungswege abgestellt“, sagt der Geschäftsführer des privaten Fernsehsenders RTL 2. Und dann wird eine Vielzahl kleinerer Kanäle den großen Sendern, die jetzt noch in die wenig Platz bietenden analogen Netze eingespeist werden, das Leben schwer machen. Die Konkurrenz, so ist dem 44-jährigen Medienmanager bewusst, wächst. Ein scharfer Wind wird durch die TV-Landschaft wehen. Dieses Phänomen trifft nicht nur RTL 2, auch andere etablierte Kanäle sind betroffen.

    Starke lässt sich dennoch nicht von seinem Ehrgeiz abbringen. 6,3 – das ist die Zahl, mit der der im Gegensatz zu einigen Amtskollegen als öffentlichkeitsscheu geltende Geschäftsführer derzeit jongliert. „6,3 plus X“, ist seine verhaltend optimistische Marktanteils-Prognose (im Segment der 14- bis 49-jährigen Zuschauer) für das Jahresende. Starke steht bereits seit fünf Jahren an der Spitze des Senders, den er nun für die Zukunft fit machen will. Dafür hat er sich die Unternehmensberatung Roland Berger ins Haus geholt und sich eine „Positionierung“ für RTL 2 ausgedacht.

    Der erste Schritt dieser Arbeit galt dem Marketing und der Kommunikation: Claim, Logo, On-Air-Design – für die breite Öffentlichkeit haben diese Begriffe eher Worthülsen-Charakter. Das Programm ist da schon interessanter. Mit Holger Andersen (früher RTL) hat sich Starke einen ausgewiesenen Kenner der TV-Inhalte als Programmdirektor an Bord geholt. Seine ersten Bewährungsproben hat Andersen hinter sich. Sie brachten wechselhafte Erfahrungen. Zum Beispiel der „Fun-Club“ – Comedyprogramm am späten Montagabend. „Eine schöne Farbe“, sagt der Chef. „Auch wenn ich mir etwas mehr Publikum gewünscht hätte.“ Oder die Shows am Sonntagabend: Sonja Zietlow, noch am bekanntesten als Ex-Sat 1-Talkerin und „Dschungelshow“-Präsentatorin mit Dirk Bach, sorgte mit verschiedenen Testshows für Belebung am Sonntagabend, allerdings auch mit unterschiedlichen Quoten. „Im Moment sieht es aber nach einer Fortsetzung aus“, prophezeit Starke. „Show-Programm am Sonntag ist eine gesunde Alternative zu bestehenden Programmen anderer Sender.“

    So richtig auf den Prüfstand müssen Andersen und sein Team im Sommer. Gleich drei Dokusoaps will RTL 2 auf den Sender bringen. „Eine echte Herausforderung“, sagt Starke. Auf dem Sendeplatz vor „Big Brother“ wird im Mai werktäglich um 18 Uhr das Format „Die Schnäppchenhäuser“ in das Haifischbecken Vorabend geschickt, ein paar Wochen später „Der Kreuzfahrtkönig“. Noch härter dürfte der Wettbewerb werden, wenn „Big Brother“ im Juli erst einmal zu Ende ist und um 19 Uhr montags bis freitags die „Holiday-Diarys“ zu sehen sind – ein empfindlicher „Time-Slot“, für den die Werbeindustrie schon ganz hübsch zahlt, der aber hart umkämpft ist.

    Markenbildung erhofft sich Starke durch die neuen Formate. So wie beim „Frauentausch“ oder „Zuhause im Glück“ – mehr sogenannte gescriptete Sendungen sollen die Hauptabendzeiten bestücken. Also mehr Reality, die gar nicht reell ist, sondern Drehbuch-inszeniert, aber durch Laiendarsteller ziemlich echt wirkt. Darauf stehen die Menschen zurzeit. Auch beim Muttersender RTL, denn dort schaltet rund ein Viertel aller Zuschauer jeden Nachmittag die „Familien im Brennpunkt“ oder „Verdachtsfälle“ ein. Ausgedachte Geschichten, aber schön brutal wie die Wirklichkeit.

    Die Gesellschafter sitzen Starke im Nacken: Die RTL Group, die Bauer Media Group und die Tele München Medienbeteiligung (mit Disney) in etwa zu gleichen Teilen, dann noch ein wenig Burda (1,1 Prozent) wollen wieder Gewinne sehen. Im vergangenen Jahr habe das Umsatzminus noch im knappen zweistelligen Bereich gelegen, in diesem Jahr hofft er auf ein kleines Plus – über den Gewinn und über absolute Zahlenmacht er keine Aussagen. Fitmachen für die Zukunft ist die Losung. Das digitale Zeitalter wird erbarmungslos – und zwar ohne Script und echt.

    Quelle: Infosat
     
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