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Neue Super-Droge "Oxi" hebt das Ausmaß an Zerstörung auf ein neues Level

Dieses Thema im Forum "Off Topic News" wurde erstellt von **BadBoy**, 9. August 2011.

  1. **BadBoy**
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    Im südwestlichen Amazonasbecken liegt die arme Kleinstadt Brasiléia. Ihr Fluss heißt wie Brasiliens Bundesstaat, der hier an Bolivien grenzt: Acre. Über das milchkaffeebraune Band des Rio Acre führt die »Brücke der Freundschaft«. Sie verbindet Brasiléia mit der bolivianischen Stadt Cobija. Peru liegt fast um die Ecke. Wer nicht zu den brüchigen Holzhütten der am Flussbett angrenzenden Gemeinden oder in das benachbarte Nest Epitaciolandia kommt, könnte diesen Ort idyllisch finden. Aber es ist ein Tor zur Hölle. Denn über den Rio Acre kommen die »Maultiere«: arbeitslose, oft drogensüchtige Kuriere. Was sie einschleppen, nennt der brasilianische Oppositionspolitiker José Serra eine »Waffe der Massenvernichtung«. Damit meint er die neue Superdroge Oxi. Sie macht sofort süchtig und zerstört den Körper innerhalb weniger Wochen. 30 Prozent ihrer Opfer, so erste Schätzungen, sterben binnen eines Jahres. Das Rauschgift in Form eines harten Gebäcks basiert auf Kokainpaste und wird mit Kerosin und ungebranntem Kalk gestreckt. Auch das Lösungsmittel Aceton oder Kaliumpermanganat können hinzukommen. Während Crack einen Koka-Anteil von rund 40 Prozent hat, soll der von Oxi etwa 80 Prozent betragen. Nur kann die mörderische Mixtur, anders als Kokain, ohne Labore gepanscht werden. Deshalb sind die je nach Mischung weißlichen oder gelblichen Steine zwar doppelt so stark, aber weitaus billiger als Crack-Kokain. Ein Stein kostet zwischen zwei und fünf Real (weniger als ein bis zwei Euro), wird wie Crack geraucht, kann auch mit Tabak grundiert oder als Puder geschnupft werden. Oxi ist der neue Treibstoff, der aus Amazonien in Brasiliens Megastädte einsickert.
    Dieser Droge zuerst auf die Spur gekommen ist die Organisation »Schadensbegrenzungs-Netzwerk Acre« (REARD). Álvaro Mendes hat in Acres Hauptstadt Rio Branco fünf Jahre für REARD ge-arbeitet und noch nie Schlimmeres als einen Oxi-Trip erlebt. »Als der arme Kerl den letzten Zug eingesogen hatte«, berichtete er dem Narco News Bulletin, »fiel er hin und erlebte zwischen Erbrechen und Inkontinenz seine Euphorie, bis er sich hochzog und zum nächsten Stein griff ...« Schon nach dem ersten Konsum können viele Opfer länger als eine Woche weder schlafen noch essen. Verfolgungswahn und Durchfall quälen die Süchtigen, später treten offene Wunden, Zahnausfall, Herzanfälle, Hirnschäden auf. In wenigen Monaten sind sie bis aufs Skelett abgemagert – gleich den Ärmsten der Armen, die aus Ostafrikas Hungerzonen fliehen.
    Oxi ist die neue letzte Zuflucht ärmster Amazonien-Bewohner, sie hat sich den Weg von den Koka-Feldern Perus über die Oxi-Verarbeitung in Bolivien bis nach Brasilien gebahnt. Schon dringt sie von den Elendswinkeln im Dschungel zu den dicht bevölkerten Küstenstreifen Brasiliens vor. Seit Beginn dieses Jahres hat die Polizei in São Paulo 60 Kilo Oxi entdeckt. In Rio de Janeiro, dem Aushängeschild für die Fußball-WM 2014 und Olympia 2016, hatten Polizei und Militär zwar zuletzt die Kokain-Drogenbanden aus den großen Favelas vertreiben können. Doch auf die verheerende Landplage Oxi ist der Staat überhaupt nicht vorbereitet, meint Oppositionspolitiker José Serra. Und bis die Zentralmacht die entlegenen Schmuggelpfade am Rio Acre bei Brasiléia, Cobija oder Epitaciolandia kontrollieren kann, werden wohl noch viele »Maultiere« die neue Pest einschleppen.
     
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