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Heimlichtuerei im PS-Zirkus-Wer pokert wie hoch?

Dieses Thema im Forum "Motorsport" wurde erstellt von Skyline01, 4. März 2010.

  1. Skyline01
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    Heimlichtuerei im PS-Zirkus-Wer pokert wie hoch?

    Die letzten Tests in der Formel 1 sind vorüber, die Saison kann beginnen. Aber aus den Ergebnissen der Trainings werden selbst Experten nicht so richtig schlau . Wer hatte wie viel Sprit an Bord und wer zeigte schon alles? Die Karten werden wohl erst in Bahrain endgültig auf den Tisch gelegt.

    Eines ist klar nach diesen Tagen von Barcelona, nämlich das reichlich wenig klar ist. Beim Versuch die Testergebnisse der Formel-1-Vorbereitung zusammenzufassen ergibt sich ein diffuses Bild. Bei den ersten Test dominierte Ferrari, dann kam die Show von Red Bull und schließlich konnte sich bei den letzten Testtagen McLaren nach vorne schieben. Doch bei allen Resultaten der Probeläufe ist offen, wer wie viel Sprit an Bord hatte.

    Dass Ferrari beim ersten Ausritt was zeigen musste, war relativ klar. Nach der Katastrophensaison 2009, die man schon zur Halbzeit abgeschrieben und dann mit allen Kräften für die Entwicklung des neuen Autos genutzt hatte, musste die Scuderia Testerfolge vorweisen. Sonst wäre die kampfeslustige, italienische Presse wohl auf die Barrikaden gegangen. Und auch dem neuen Star des Teams, Doppelweltmeister Fernando Alonso, wollte man beweisen, dass das Team noch Siegerautos bauen kann. Dementsprechend ist Teamchef Stefano Domenicali auch optimistisch für die neue Saison: "Das Auto ist schnell, zuverlässig und wettbewerbsfähig."

    Wie wettbewerbsfähig das Auto wirklich ist, bleibt aber offen. Außer bei der allerersten Session in Valencia Anfang Februar gelang es Ferrari nie die absolut schnellste Zeit auf den Asphalt zu zaubern. Am letzten Testtag verbrachte Felipe Massa Stunden mit Reparaturen in der Box. Als er dann endlich auf die Strecke kam legte er die drittbeste Zeit hin. Das zeigt das Potenzial des Autos. Insgesamt haben die Roten aus Maranello allerdings die meisten Runden in den vier Wochen gedreht und scheinen zumindest von der Stabilität her bereit zu sein.
    Realistisches Setup am letzten Testtag?

    Wenn es überhaupt derzeit einen Gradmesser für die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse gibt, dann hat sie wohl der letzte Testtag aufgezeigt. Denn da haben wohl die meisten Teams eine realistische Menge Sprit an Bord gehabt. Nicht zuviel, aber auch nicht zu wenig. Und erneut schaffte McLaren die Bestzeit. Allerdings bewegten sich sieben von elf angetretenen Teams innerhalb von einer halben Sekunde. Selbst für die Formel 1 nur ein Wimpernschlag.

    Überhaupt hat McLaren während der Testtage eine überzeugende Vorstellung abgeliefert. Weltmeister Jenson Button scheint mit dem Auto gut zurechtzukommen. "Ich bin mit dem Gefühl im Auto sehr glücklich", sagte der Brite über seine ersten Erfahrungen mit dem MP4-25. Leistungsmäßig lagen er und sein Landsmann Hamilton sehr nahe beieinander. Nicht wenige Experten erwarten im rein englischen Rennstall Spannungen zwischen dem amtierenden und dem Champion von 2008 im Laufe der Saison. Mit der aggressiven britischen Boulevardpresse im Rücken könnte sich das durchaus auf die Leistung der beiden niederschlagen.
    Neues Mercedes-Paket zum Auftakt

    Aus deutscher Perspektive betrachtet ist natürlich die Leistung des rein deutschen Teams von Mercedes entscheidend. Gerade da herrscht allerdings am meisten Unklarheit. Beim letzten Training in Barcelona schaffte es Rückkehrer Michael Schumacher nur auf einen sechsten Platz hinter dem anderen deutschen Superstar Sebastian Vettel. Allerdings lag sein Rückstand nur bei 0,273 Sekunden. Diese Lücke wollen die Mannen um Teamchef Ross Brawn spätestens mit einem Aerodynamikpaket schließen, das aber erst beim Auftakt in Bahrain eingesetzt wird. Niki Lauda ist schon jetzt von dem Deutschen überzeugt: " Wenn Michael fährt, dann ist er vorne wieder volle Pulle dabei", sagt der österreichische Ex-Weltmeister. Er hält die eher mäßigen Zeiten von Mercedes während der Testtage für "Understatement".

    Darin scheint sich Red Bull nicht geübt zu haben. Weil sie, wie im Vorjahr, auf die erste Trainingsmöglichkeit in Jerez verzichtet haben, mussten Sebastian Vettel und Mark Webber ein strammes Programm durchziehen. Der Deutsche bekam am letzten Testtag außer der Reihe etwas Zeit mit einem relativ leeren Auto zum fahren. "Diese vier zusätzlichen Stunden waren noch mal wichtig", sagte der Heppenheimer, der sonst etwas Pech mit dem Wetter hatte. Ganz vorne sieht er sein Team noch nicht, obwohl sein Chef Mateschitz den Titel als Ziel ausgegeben hat. Nach der vergangenen Saison aber auch kein Wunder.
    Hülkenberg überrascht

    Richtig gut angelaufen ist die Saison 2010 für den Neuling Nico Hülkenberg. Selbst Ex-Weltmeister Hamilton war vom jungen Deutschen und seiner Zeit beim Test in Barcelona beeindruckt. Trotz aller Unkenrufe scheint sich Williams wieder die Pole Position unter den Verfolgern der Top-Teams sichern zu können. Dafür spricht auch die Fahrerkombination mit Rubens Barrichello und dem jungen Hülkenberg. Von wem könnte der Youngster mehr lernen als vom brasilianischen Urgestein der Formel 1? Da ist die eine oder andere Überraschung drin.

    Große Unbekannte stellen derzeit die Autos von Force India und Sauber dar. Adrian Sutil konnte bereits in der vergangenen Saison ein paar Ausrufezeichen setzen. Ein dritter Platz im Qualifying von Sao Paolo oder ein vierter Platz im Gesamtklassement von Monza waren beeindruckend. Das Auto von Force India zeigte sich mit Giancarlo Fisichella an Bord sogar siegfähig und beim Topspeed waren sie oft die Schnellsten. Bei den Testrunden in Barcelona und Jerez zeigte sich das Team ebenso schnell wie der neu formierte Sauber-Rennstall. Lewis Hamilton rechnet mit diesen beiden Teams und stapelt tief: "Wir sind stark, aber nicht die stärksten."
    Kasperltheater auf den Plätzen

    Die neuen Teams geben hingegen ein eher trauriges Bild ab. USF1 musste sich schon zurückziehen. Bereits vor dem Saisonauftakt ist der Rennstall pleite. 2011 soll es einen neuen Anlauf geben. Bei Virgin setzt man offensichtlich mehr auf Show als auf Leistung. Keine Windkanalerprobung, nur 2000 Testkilometer und ein Geldgeber Richard Branson als Hauptdarsteller – Timo Glock hat eine schwere Saison vor sich. Einzig Lotus zeigt sich wettbewerbsfähig. Der Cosworth-Motor erntet viel Lob und Punkteränge scheinen daher nicht unmöglich. Zumal in dieser Saison die ersten zehn Autos Zähler sammeln können.

    Die meisten Teams sind von Spanien aus direkt in Richtung Bahrain aufgebrochen. Einige werden noch mal an der Aerodynamik optimieren und beim ersten Saisonrennen ein weiteres Paket installieren. Einzig die Renn-Ingenieure der Teams wissen bis dahin wohl, wo sie etwa stehen. Wir Zuschauer und Fans werden auf die Folter gespannt. Aber was wäre die Formel 1 ohne Geheimniskrämerei? Da könnte man ja gleich Kart fahren.

    Quelle: ntv
     
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