Der letzte Kommentar ist zwar schon etwas älter, die Thematik ist aber immer wieder aktuell und Erklärungsbedürftig. Hier mein Beitrag zu wo, warum, wie genau und der Sicherheit / was wenn nicht.
harw: "Problematisch ist aus meiner Sicht die hohe Amperzahl, die bei 13,8 V ca. 55 A betragen wird"
harw: "Es besteht damit - wie FabianFromm997 geschrieben hat - die Gefahr einer Überladung."
Dued349: "Nach 1-2 Minuten geht der Strom runter auf maximal 5-10A"
Zu Bastellösung
Eine Bastellösung (Definition=Manuel einstellbares Poti für Spannungseinstellung ist Vorhanden) kann gefährlich sein, muss aber nicht. Wer Ladestrom + Ladeschlussspannung beachtet und diese nicht überschreitet ist immer auf der richtigen Seite.
Zur Spannungsbegrenzung (=Ladeschlusspannung, =Potieinstellung)
Durch eine Fehleinstellung am Poti kann die Ladeschlussspannung höher eingestellt werden, die dann über der des Akkutypes liegt (->Datenblattwert). Damit zerstört man den Akku (=Ausgasen + Erhitzung + Druckaufbau). Je nach Akkutyp, e.g. Blei/Gel ist das "nur" ein Überkochen + auslaufen, bei LiIon/LiFePO4 kann es zur kleinen Explosion mit Brand führen, je nachdem wie früh/ oder ob das Sicherheitsüberdruckventil überhaupt auslöst. ei LiFePO4 Akku hat zur zeit die höchste Ladeschlusspannung, die aber keinesfalls überschritten werden darf, auch nicht für millisekunden durch ein gepulstes Ladegerät. Die höhere Ladeschlusspannung und der Verbot von Spannungsspitzen durch Ladeimpulse ist der Grund, warum es bei Verwendung dieses Batterietyps neue Ladegeräte am Markt zu kaufen gibt.
Zu Strombegrenzung
Wenn man beispielsweise mit dem Poti die Spannung auf 13,8V einstellt, passiert folgendes:
Der max. mögliche Ladestrom stellt sich bei genügend Spannungsdifferenz zwischen eingestellter Ladeschlusspannung und aktuell vorliegender Batteriespannung automatisch ein Je näher sich die Batteriespannung zum eingestellten Wert bewegt, desto tiefer sinkt der Ladestrom automatisch. Eine Überladung ist damit keinesfalls möglich. Aber: Beachte noch den max. erlaubten Ladestrom für den Batterietyp.
Zu Stromstärke
Eine Batterie darf nicht mit mehr als dem im Datenblatt angegebenem Ladestrom beladen werden. Je höher die Batteriekapazität ist, desto höher ist der erlaubte Ladestrom. Bei Überschreiten droht auch hier Ausgasung + Druckaufbau + Batteriedefekt + Erwärmung. Faustwert ist 1/10 der Batteriekapazität, damit schont ihr den Akku (e.g. 200AH = 10A Ladestrom, Nachteil: Die Ladung dauert bei entladener Batterie mit 10A etwa 20 Stunden). Wenn es schneller gehen soll, dann siehe Datenblattwert (e.g. 1/3 Batteriekapazität).
Zu Leitungsquerschnitt (AWG) und Chinaware
In der Phase bei höchstem Ladestrom würde ich einmalig beide (!) Ladekabel auf Erhitzung prüfen. Sollten diese mehr als "nur" handwarm werden oder vieleicht schon riechen, dann bitte den Kabelquerschnitt erhöhen. Dazu gibt es AWG-Tabellen mit der max. erlaubten Stromstärke, die über so ein Kabel fließen darf. Bemerke: Je höher die AWG-Zahl Ladekabel / je länger die Zuleitung zwischen Ladegerät und Batterie ist, desto früher stellt sich die "automatische" Verringerung des Ladestroms ein. Oder anders: Je kürzer die Zuleitung und niedriger der AWG-Wert, desto schneller wird die Batterie geladen. Zusätzlich würde ich die Spannungsanzeige eines neu gekauften Ladegeräts einmalig mit dem Multimeter gegenprüfen.
Wie aber schon von Vorrednern erwähnt: Der Anwender sollte wissen was er tut. Indem er Batterietyp mit Datenblattwert kennt, darin die max. erlaubte Ladespannung des verwendeten Batterietyps und den maximalen Ladestrom nicht überschreitet, ist er auf der sicheren Seite.
Viel Erfolg bei der Anwendung!Addon: Natürlich würde ich sicherheitshalber mit der Codierung erst beginnen, nachdem die Boardbatterie vollständig geladen wurde.