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Windows To Go: Windows 8 vom USB-Stick starten

Dieses Thema im Forum "Archiv "inaktive"" wurde erstellt von camouflage, 28. Mai 2012.

  1. camouflage
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    camouflage VIP

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    Windows To Go ist Bestandteil des neuen Windows 8. Damit erstellen Sie mobiles Windows auf einem USB-Stick. Mit Windows 8 haben Windows-Anwender ihr Betriebssystem jederzeit zur Hand, auch wenn sie an einem Fremdrechner sitzen. Möglich wird dies durch die neue Windows-8-Funktion mit dem Namen Windows To Go, die Microsoft erstmals in sein Windows-Betriebssystem integriert hat. Dank dem Feature wird das OS auf einem USB-Datenträger installiert und eingerichtet. Anschließen können User das Speichergerät mit sich führen, an einen Rechner anschließen und dann von Windows 8 booten.
    Damit Windows 8 von der USB-Festplatte oder vom USB-Stick startet, sollten einige Dinge beachtet werden. Das entsprechende Speichermedium sollte ausreichend Platz bieten und zudem schnell sein. TechNet empfiehlt mindestens 32 GB und USB 3.0. Eine Alternativ-Schnittstelle mit entsprechender Geschwindigkeit ist eSATA.
    Windows To Go - Beschränkungen
    Um das mobile Betriebssystem auf seine Praxistauglichkeit zu testen, wurde es auf zwei Festplatten eingerichtet. Die Testumgebung besteht aus einer älteren externen 3,5-Zoll-Festplatte mit USB-2.0-Anschluss und einer externen SSD-HD mit USB 3.0-Anschluss.
    Obwohl es sich bei Windows To Go um ein vollständiges Windows 8 handelt, gibt es Unterschiede.
    ARM-Prozessoren werden nicht unterstützt.
    Standardmäßig stehen die Stromspar-Modi Hibernate und Sleep nicht zur Verfügung, lassen sich aber aktivieren.
    Interne Festplatten werden nicht angezeigt. Microsoft will so den ungewollten Zugriff auf gespeicherte Daten verhindern. Allerdings lassen sich die internen HDs anzeigen, indem Administratoren den jeweiligen Datenträgern Laufwerksbuchstaben zuweisen.
    Trusted Plattform Module werden nicht verwendet.
    Es funktionieren keine Windows-Recovery-Features.
    Es ist nicht möglich die Windows-Installation auf den Auslieferungszustand zurückzusetzen.
    Windows To Go – Vorbereitung des Ziellaufwerks
    Die Installation von Windows To Go könnte einfacher sein. Microsoft verzichtet auf einen Assistenten, der ein fertiges Betriebssystem auf das externe Speichermedium überträgt. Anwender setzten Windows 8 mit der passenden Image-Datei aus der Installations-ISO auf, um die benötigte WIM-Datei zu erstellen. Das Image befindet sich im Unterordner \sources. Soll als Grundlage Windows 7 dienen, werden zusätzlich die Programme ImageX.exe vom Windows Automated Installation Kit (WAIK) und BCDboot.exe benötigt.
    Die Zielfestplatte muss in zwei Partitionen eingeteilt sein. Eine wird für den EFI-Boot-Vorgang benötigt. Hierfür reichen 350 MB, das Format muss FAT32 sein. Die eigentlichen Windows-8-Daten befinden sich auf der zweiten Partition, die als NTFS formatiert wurde. Die erste Partition erhält den Namen „UDF System“ und den Laufwerksbuchstaben „S:“. Die zweite trägt den Laufwerksbuchstaben „W:“. Es können individuelle Bezeichnungen verwendet werden.
    Mithilfe der Computerverwaltung lässt sich die Festplatte am einfachsten vorbereiten. Das Tool Diskpart übernimmt auf Kommandozeilen-Basis die Aufgabe. Die notwendigen Befehle sind in dem Microsoft-TechNet-Eintrag

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    aufgeführt.
    Windows To Go – Installation
    Nach der Partitionierung der Festplatte wird das Image installiert. Die notwendige Datei heißt „install.wim“ und befindet sich im Unterordner \sources\ auf dem Windows-8-Datenträger.
    Windows To Go & Windows 7
    Die Installation von Windows To Go unter Windows 7 benötigt das ImageX- und BCDboot-Kommandozeilentool aus dem WAIK. Bevor mit der Installation angefangen wird, ist es sinnvoll alle notwendigen Daten samt Image in einen gemeinsamen Ordner zu kopieren. Anschließen wird die Installation über die Kommandozeile mit administrativen Rechten und dem Befehl
    Imagex.exe /apply install.wim 1 W:\
    gestartet. Der Laufwerksbuchstabe muss eventuell angepasst werden. In diesem Fall steht W:\ für die NTFS-formatierte Festplatten-Partition. Danach wird via
    bcdboot W:\Windows /f ALL /s S:
    der Bootsektor angepasst. Auch hier müssen gegebenenfalls die Laufwerksbuchstaben geändert werden. W:\ steht für die NTFS-Partition und S: bezeichnet die UDF-Boot-Partition mit FAT32.
    Windows To Go & Windows 8
    Die Installation von Windows To Go unter Windows 8 geht schneller, da Microsoft die Funktion Deployment Image Servicing and Management (DISM) in dieses OS integriert hat. Somit entfallen der Download und die Installation von WAIK. Der Befehl heißt:
    dism /apply-image /imagefile:<pfad\zur\.wimdatei> /index:1 /applydir:W:\
    Im Anschluss muss auch hier der Bootsektor angepasst werden. Dies geschieht per BCDboot und dem Kommando
    bcdboot W:\Windows /f ALL /s S:
    Im Test machte die Installation unter Windows 7 Probleme. Zweimal schlug die BCDboot-Konfiguration fehl. Dagegen klappte die Einrichtung unter Windows 8 problemlos. Etwa 20 Minuten benötigt die Übertragung des Images über den USB-Anschluss mit ImageX. Mit eSATA war der Vorgang nach etwas mehr als sieben Minuten abgeschlossen.
    Bevor Windows 8 verwendet werden kann, muss die Bootreihenfolge im Bios so geändert werden, dass der Rechner als erstes von USB-Medien startet. Darüber hinaus muss die Konfiguration von Windows 8 komplett abgeschlossen sein. Hierzu gehören die Eingabe des Lizenzschlüssels und das Einrichten eines Live-Kontos. Normalerweise startet das Betriebssystem während der Konfiguration zweimal. Dies lässt sich nach Angaben von TechNet überspringen, indem die XML-Dateien zur Unattended-Installation angepasst werden. Vorlagen befinden sich im Artikel Windows To Go Step by Step .
    Windows To Go – Benchmarkwerte
    Das kostenlose Benchmark-Tool Novabench testet die Grafikleistung und die Bürotauglichkeit. Es wurde ein Benchmark-Test von dem direkt auf dem Notebook installierten Windows 8 auf einer SSD-Festplatte vorgenommen. Ergebnis: 292 Punkte; Grafikleistung (13 Punkte), RAM-Test (108 Punkte) und Schreibgeschwindigkeit der Festplatte (65 MBit/s). Diese Werte dienen als Referenz.
    Die USB-3.0-Festplatte erreicht 238 Punkte. Im RAM-Test liegt sie mit 107 Punkten fast mit der lokal installierten Version gleichauf. Bei der Grafikleistung dagegen bleibt sie mit einem Punkt weit zurück und bei der Schreibgeschwindigkeit schwächelt sie leicht mit 57 MBit/s.
    Das beste Ergebnis erzielt die USB-Festplatte mit 293 Punkten. Beim genaueren Betrachten relativiert sich das Ergebnis, da Novabench den verfügbaren Speicher bewertet. Die USB-Festplatte hat deutlich mehr Speicherplatz als die zwei SSD-HDs und liegt somit klar vorne. Bei der Grafikleistung erreicht sie wie die externe SSD-Platte nur einen Punkt.
    Die Benchmarkwerte stellten sich in der Praxis als zutreffend heraus. Bei einfachen Aufgaben, wie Surfen im Internet und das Bearbeiten und Ausdrucken von Dokumenten kann Windows To Go mit einer lokal installierten Windows-8-Version mithalten. Grafikintensive Funktionen jedoch bereiten Probleme. Das externe Betriebssystem kann hier mit dem internen nicht mithalten. Tipp: Die Ressourcen der Grafikkarte lassen sich mit der Anzeige „Windows Basis“ schonen.
    Windows To Go verträgt sich anscheinend nicht optimal mit einem fest installierten Betriebssystem. Dieses Verhalten ergibt sich möglicherweise aus dem Beta-Status. Im Test wollte das lokale Windows ständig den Datenträger untersuchen. Anscheinend lagen erhebliche Fehler vor, denn Office verweigerte seinen Dienst und der Internet Explorer speicherte keine Daten ab. Ein Neustart mit der Windows-8-Variation von Checkdisk brachte Abhilfe.
    Windows To Go – Fazit
    Mit Windows To Go kann Microsoft neue Marktanteile im Bereich der Live-Linux-Distributionen gewinnen, vorausgesetzt die Transferraten stimmen. USB 3.0 und eSATA besitzen optimale Bandbreiten. Es wird noch eine Weile dauern bis diese flächendeckend und in günstigen Systemen zu finden sind. Bis dahin müssen Anwender mit USB 2.0 vorlieb nehmen.
    Die 3,5 Zoll SATA-II-Festplatte am USB-2.0-Port wusste zu überzeugen. Sie ließ sich von der SSD-Platte nicht eindeutig abhängen. Wahrscheinlich lag es am USB-2.0-Port des Notebooks. Mangels eines Rechners, der von USB 3.0 bootet, konnte kein Vergleich zwischen eSATA und USB 3.0 gezogen werden. Windows 8 wird allerdings primär auf der SSD-Platte zum Einsatz kommen, da eine externe Stromquelle entfällt und der SSD-Speicher über keine beweglichen Teile verfügt.
    Obwohl Windows To Go eine interessante Lösung ist, könnte Microsoft einen Assistenten integrieren, der die To-Go-Version aus einem fertig installierten und konfigurierten Windows 8 erstellt. KMU und Privatpersonen, die eine Notfallversion ihres Rechners parat haben möchten, müssen zwei Systeme pflegen. Größere Unternehmen können sich mittels Image, das auf den Firmeneinsatz optimiert wurde, auf den Notfall einstellen.
    Windows To Go ist ideal für Anwender, die Windows 8 in der Praxis testen möchten – ohne Änderungen an Windows 7 vornehmen zu wollen.

    Quelle: Computer Woche
     
    #1
    felikc und kaqhade gefällt das.

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