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Windows Server 8 Preview

Dieses Thema im Forum "Archiv "inaktive"" wurde erstellt von camouflage, 2. November 2011.

  1. camouflage
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    Mit Windows Server 8 will Microsoft Marktanteile auf dem Servermarkt erobern. Das Serverbetriebssystem erhielt zahlreiche neue Funktionen und eine neue Oberfläche.

    Microsoft präsentierte „Windows Server 8“ vor einiger Zeit auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz BUILD in Anaheim/Kalifornien. Windows Server 8 wird der Nachfolger von Windows Server 2008 R2. Laut Softwarekonzern soll die vorgestellte Server-Version über 300 neue und/oder ergänzte Funktionen besitzen. Zudem liegt der Fokus bei der für Cloud Computing optimierten Windows-Server-8-Version auf Networking, Storage, Verwaltung und Virtualisierung. Die Kollegen vom TecChannel haben einen ersten Blick auf das Cloud-optimierte Serverbetriebssystem geworfen .
    Verbesserte Virtualisierung
    Besonders die letzte Komponente hat Microsoft durch eine leistungsstärkere Virtualisierungsplattform Hyper-V angepasst. Im Gegensatz zur Vorgängerversion verwaltet Windows Server 8 pro physischen Host 160 logische Prozessoren und maximal 2 TB Arbeitsspeicher. Eine virtuelle Maschine (VM) kann bis zu 32 virtuelle CPUs und 512 GB virtuellen RAM verarbeiten. Eine Steigerung der Performance soll durch eine virtuelle Non-Uniform Memory Architecture (NUMA) innerhalb von Hyper-V-Gästen ermöglicht werden. NUMA ermittelt intelligent die Arbeitsspeicherzugriffe für laufende Serverbetriebssysteminstanzen und Programme.
    Microsoft beabsichtigt die Paketierung beizubehalten. Der Hypervisor Hyper-V ist als integriertes Feature in Windows Server 8 sowie als minimalistischen Microsoft Hyper-V Server verfügbar. Neu ist, dass Hyper-V-Hosts einen Standby-Modus besitzen. Dieser eignet sich für Schulungszwecke, da der Virtualisierungsserver mit allen VMs in den Schlafzustand versetzt werden kann. Nachdem der Server mittels Tastendruck reaktiviert wurde, können Sie die Arbeit fortführen.
    Des Weiteren verwalten Hyper-V-Gäste mehr Speicher. Möglich wird dies durch zusätzliche virtuelle Fiber-Channel-Hostadapter, die direkt auf die entsprechenden Storage Area Networks (SANs) der virtuellen Maschinen zugreifen. Außerdem erhöht Windows Server 8 die Größe des zu bearbeiteten Container-Formats. Statt 2 TB beim Virtual-Hard-Disk (VHD)-Format unterstützt das eingesetzte VHDX-Format bis zu 16 TB und erlaubt es Metadaten den Informationen hinzuzufügen. Auch ist es möglich die Konfigurationsdatei einer VM im lokalen Netzwerk freizugeben.
    Windows Server 8 stellt einen Assistenten bereit, der alle notwendigen Einstellungen vornimmt. Dies führt zu einer einfachen Inbetriebnahme einer größeren Festplatte und zu einem unkomplizierten Server-Umzug. Die Konfigurationsdateien einer VM werden an einen anderen Speicherort abgelegt. Das Besondere daran ist, dass dies im laufenden Betrieb des entsprechenden Gastes geschieht. Damit die „Live Storage Migration“ klappt, muss der Speicherort freigegeben sein. Somit entfällt eine Failover-Cluster-Infrastruktur, die Shared-Storage mittels iSCSI beinhaltet.
    In der neusten Server-Version können Failover-Cluster 63 Knoten besitzen, somit laufen maximal 4.000 Hypervisor-virtuelle Maschinen parallel. Zum Vergleich: Bei Windows Server 2008 R2 waren es lediglich 16 Nodes und bestenfalls 1000 VMs. Bei den Angaben handelt es sich um vorläufige Werte, die in der fertigen Version von Windows Server 8 höher ausfallen können. Außerdem lassen sich VMs in den Failover-Clustern priorisieren. Die Wichtigkeitsstufen hoch, mittel und niedrig geben an, wie schnell die virtuelle Maschine nach der Migration gestartet wird.
    Es können mehrere gleichzeitige Live-Migrationen durchgeführt werden. Nach eigenen Angaben seitens Microsoft seien bei Windows Server 8 zwei bis drei parallele Migrationen bei einer Gigabit-Ethernet-Verbindung möglich. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Live-Migrationen an der verfügbaren Bandbreite des Netzwerkes gekoppelt ist.
    Die VDI (Virtual Desktop Infrastructure) wurde verbessert. Der Betrieb von parallel mehreren virtuellen Desktops Netzwerk- und Storage-Ressourcen ist flüssiger und unterstützt ab sofort neben LAN auch WAN via RemoteFX. Die Technik könnte Quest EOP- und Riverbed Steelhead überflüssig machen. RemoteFX wird sowohl durch verschiedene Bild- und Text-Codecs als auch durch das H.264-Format beschleunigt, zusätzlich werden Touch-Eingaben unterstützt. Hierdurch lassen sich Tablet-PCs, Smartphones und andere Touch-fähigen Geräte als virtuelle Desktops einbinden.
    Neu ist außerdem, dass der Server bei RemoteFX für Workstations keine physischen Grafikkarten mehr benötigt. Für VDI-Szenarien genügen implementierte Software-Grafikkarten. Diese berechnen für die jeweilige Arbeitsstation die entsprechende Grafikleistung.
    Überarbeitetes Networking mit Virtualisierung für die Cloud
    Windows Server 8 erhielt ebenfalls überarbeitete Netzwerkfunktionen. Für das Networking werden mehrere Netzwerkschnittstellen mittels „NIC-Teaming“ verbunden. Die Netzwerkadapter können von verschiedenen Herstellern sein, müssen aber Teaming unterstützen. Dies sorgt für eine bessere Ausfallsicherheit und für eine höhere Kapazität.
    Für die Bios-Funktion „Consistent Device Naming“ (CDN) hat sich Microsoft mit Hardwareherstellern zusammengetan. CDN vergibt Netzwerkkarten aussagekräftige Namen, so lassen sie sich einfacher und schneller im Netzwerk identifizieren. Das hilft Netzwerkverkabelungsfehler zu vermeiden.
    Für Failover muss bei Windows Server 8 keine Failover-Clusters eingerichtet werden. Das übernehmen DHCP-Server-Paare, die konstant repliziert werden. Integrierte Load-Balancing-Mechanismen in den DHCP-Diensten vermeiden Lastspitzen, die nach dem Einschalten von Rechnern auftreten.
    Des Weiteren stattet das Serverbetriebssystem den Netzwerkverkehr mit Tags aus. Diese helfen dabei die verschiedenen Typen des Traffics zu identifizieren. Und per integrierten Host-Routing des Netzwerkverkehrs ist es möglich verschiedene physische Netzwerkkarten zu einer Schnittstelle zusammenzufassen.
    Cloud-Implementationen werden mithilfe einer überarbeiteten Bandbreitenkontrolle einfacher. Es können für einen planbaren Datenverkehr Unter- und Obergrenzen festgelegt werden. Bei einer minimalen Bandbreite erhält die virtuelle Maschine, wenn sie einen höheren Bedarf hat, mehr als das Minimum; vorausgesetzt es ist ausreichend Kapazität verfügbar. Die maximale Bandbreite wiederum sorgt dafür, dass eine VM das Netzwerk nicht alleine in Beschlag nimmt.
    Außerdem unterstützt die Netzwerk-Virtualisierung hybride IT-Infrastrukturen bei der Integration in eine Cloud. Interne virtuelle Maschinen sowie externe VMs, die gehostet werden, können dieselbe IP-Adresse besitzen. GRE (Generic Routing Encapsulation) packt hierfür den Ethernet-Header in ein neues TCP-Paket. Zusätzlich laufen on-premise (zugekaufte) Maschinen und interne VMs so, als ob sie sich gemeinsam in der eigenen IT-Infrastruktur befinden.
    Microsoft hat zudem DirectAccess angepasst. Ab sofort fällt die Installation von Agents auf den Clients unter Windows 7 (Enterprise und Ultimate) und Windows 8 weg. Die Clients kommunizieren sowohl in IPv6 als auch in IPv4 miteinander. Ebenfalls wurde BranchCache überarbeitet. Das Feature forciert das Caching von SMB (Server Message Block)- und HTTP-Zugriffe. BranchCache besitzt außerdem eine integrierte Daten-Deduplikation, um Ressourcen zu sparen.
    Server in Hosted-Storage-Szenarien, die kein BranchCache kennen, stattet Microsoft mit einer BranchCache-Schnittstelle aus. Bei einer Abfrage von einer Client-Anwendung über die API (Application Programming Interface) wird automatisch die Prüfsumme berechnet und die Datei lokal zwischengespeichert. Dies führt zu einer Zeitersparnis. Nachfolgende Clients, die die Datei oder eine mit ähnlichem Inhalt suchen, erhalten die Informationen aus dem Cache.
    Storage Pools erhöhen Ausfallsicherheit & Server Manager mit GUI
    Microsoft führt mit Storage Pools eine Speicherabstraktion neu ein. Die Funktion fasst für ein intelligentes Storage verschiedene Festplatten als eine Einheit zusammen. Zusätzlich wurde ein Fehlertoleranz-Mechanismus eingefügt. Die Funktion hat einen frei einstellbaren Grad für die Fehlertoleranz und erhöht die Ausfallsicherheit von physikalischen Festplatten.
    Die Anwendung CHKDSK hat Microsoft so angepasst, dass eine fehlerhafte Festplatte direkt im laufenden Betrieb erkannt wird. Defekte Stellen werden zudem gleich gesperrt. Die entsprechende Hard Disk muss nur für eine gezielte Reparatur offline genommen werden.
    Mittels Deduplizierung erkennt Windows Server 8 doppelte Daten. Dies spart auf NTFS-Festplatten Speicherplatz. Der Hersteller gibt an, dass sich so etwa 30 bis 90 Prozent redundanter Daten reduzieren lassen. Hierfür wurde die Daten-Deduplikation als Dateisystemfilter umgesetzt, statt mit einer kompletten Datei wird mit Datenblöcken (Chunks) hantiert.
    Zugriffs-Berechtigungen auf Dateien lassen sich durch eine dynamische Zugriffsteuerung leichter vergeben. Dies wird erreicht, indem sich die Methode an den Datentypen orientiert und entsprechend den Zugriffen mittels Richtlinien freischaltet oder sperrt. Dabei ist es egal, ob die entsprechenden Informationen auf einem Dateiserver oder SharePoint gespeichert sind. Laut Microsoft soll so eine clevere Brücke zwischen IT-Administratoren und Content-Inhabern geschlagen werden.
    Neu ist auch, dass im Lieferumfang von Windows Server 8 der iSCSI-Target-Server für das Storage enthalten ist. Daneben fügte Microsoft eine Option zur Bitlocker-Verschlüsselung von freigegebener Clustervolumes (CSVs) hinzu. Außerdem umfasst das Serverbetriebssystem die Fähigkeit Sicherheits-Patches automatisch auf allen Knoten eines Failovers-Clusters analog zu installieren.
    Mehrere Server lassen sich im Server-Manager einfach verwalten, da Ereignisse automatisch gebündelt werden. Ein grafischer Assistent hilft dabei Domänencontroller einzurichten und startet gleichzeitig ADREP. Zusätzlich erkennt ein Domänencontroller in einer VM, ob die entsprechende virtuelle Maschine geklont wurde. Ist dies der Fall ändert der Controller von selbst seine ID, erst dann kann er als Replikationspartner von den anderen wahrgenommen werden.
    Das bisherige (Key Management Service-Verfahren (KMS) wird bei Windows Server 8 durch ein Active-Directory-Verzeichnis ergänzt. Hier speichern Unternehmen Aktivierungsinformationen künftig ab. Microsoft hat für Netzwerktechniker das grafische Verwaltungstool IPAM (IP Address Management) neu implementiert. Das Werkzeug gibt über die vergebenen IP-Adressen und über die freien Kapazitäten Auskunft. Außerdem hilft IPAM dabei herauszufinden, ob eine gewisse IP-Adresse belegt ist oder ob sie statisch vergeben werden kann.
    Microsoft hat Active Directory-Benutzer und Active Directory-Computer durch das ebenfalls grafische Active Directory-Verwaltungscenter ersetzt. Ersteres ist für die Abwärtskompatibilität weiter im Serverbetriebssystem vorhanden. Das Verwaltungscenter wird für die Administration des Microsoft-Verzeichnisdienstes benötigt. Anwender duplizieren Domänencontroller nur via Powershell. Hierfür plant Microsoft keine GUI-Oberfläche. Um unerfahrene IT-Administratoren zu helfen, zeigt das Verwaltungscenter seine intern durchgeführten Powershell-Befehle als Verlauf an.
    Server-Core-Installation ohne GUI & Fazit
    Linux-Server lassen grüßen: Microsoft empfiehlt die Server-Core-Installation für die Installation von Windows Server 8. Jeffrey Snover, Distinguished-Engineer und Lead-Architect der Windows Server Division bei der Microsoft Corporation, sagt: „Die grafische Benutzeroberfläche soll vom Server verschwinden.“ Deshalb lässt sich das Serverbetriebssystem komplett via Powershell v3 konfigurieren und automatisieren. Hierfür sind 2300 Cmdlets aus den verschiedenartigsten Bereichen zuständig. Außerdem wird standardmäßig der Core-Modus, also ohne GUI, installiert. Trotzdem haben Administratoren die Möglichkeit ohne Neuinstallation von Windows Server 8 auf eine vollständige grafische Benutzeroberfläche zu wechseln - auch das kennt man schon von Linux.
    Fazit zum Windows Server 8
    Windows Server 8 bietet eine Vielzahl an Neuheiten aus unterschiedlichen Bereichen. Viele Merkmale gab es schon in früheren Versionen, aber die Weiterentwicklungen sind sinnvoll und machen die Arbeit komfortabler. Unternehmen, die auf die Windows-Server-Plattform setzen, können bedenkenlos zum neuen Serverbetriebssystem greifen.
    Microsoft holt mit Windows Server 8 auf und wird eine ernste Gefahr für VMware. Die Hyper-V-Implementation bietet vielfältige Möglichkeiten ohne Mehrpreis. Das Serverbetriebssystem eignet sich auch für anspruchsvolle Szenarien. VMware muss sich vermutlich mit Spezialangeboten in den High-End-Bereich zurückziehen, um dort zahlende Kunden anzusprechen.

    Quelle:pC-Welt
     
    #1
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