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Werbevermarkter von kino.to verhaftet

Dieses Thema im Forum "PC&Internet News" wurde erstellt von josef.13, 13. April 2012.

  1. josef.13
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    josef.13 Modlehrling Newsbereich Digital Eliteboard Team Modlehrling

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    Ermittler nehmen das Netzwerk um kino.to ins Visier. Erstmals haben deutsche Fahnder Werbedienstleister verhaftet, die für Umsatz bei dem geschlossenen Raubkopie-Verzeichnis gesorgt haben sollen. Der Vorwurf: Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung

    Dresden/Hamburg - Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat am Mittwoch erstmals gezielte Razzien gegen Werbe- und sogenannte Affiliate-Dienstleister in Deutschland durchgeführt. Sie sollen für Werbeschaltungen auf als illegal zu bewertenden Web-Angeboten gesorgt haben. Das bestätigte ein Justizsprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Davon hat offenbar das Netzwerk um das Raubkopie-Netzwerk kino.to profitiert.

    Unter Federführung der Dresdner Staatsanwälte kam es zu Hausdurchsuchungen "in zehn Objekten in fünf Bundesländern", wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Dabei wurden zwei Personen "aufgrund bestehender Haftbefehle verhaftet". Beide Männer befänden sich weiterhin in Haft, der Tatvorwurf laute auf Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung. Nachdem bereits fünf Betreiber des geschlossenen Raubkopie-Verzeichnisses kino.to

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    , ist dies der nächste Schritt der juristischen Aufarbeitung des auf Gewinn ausgerichteten Netzwerks. Im aktuellen Fall geht es wohl hauptsächlich um wissentlich auf Filmverteiler-Seiten geschaltete Werbung für pornografische Angebote ("Mädchen aus XYZ wollen mit dir reden").

    Die Werbeschaltungen, von denen auch kino.to profitiert haben soll, wurde nach bisherigen Erkenntnissen zentral von einem Dienstleister gebucht und verwaltet, auf den deutsche Behörden bisher allerdings keinen Zugriff bekommen haben: Der Mann sitzt im EU-Ausland. Stattdessen richtete sich der Schlag gegen in Deutschland ansässige Geschäftspartner, von denen die Werbeschaltungen durchgeführt wurden.

    Versuch, den Geldstrom auszutrocknen

    Der Zugriff ist ein Novum: Zum ersten Mal ging damit eine deutsche Behörde, in Kooperation mit fünf Staatsanwaltschaften in Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, gegen Dienstleister vor, die als Geschäftspartner der illegalen Filmverteiler für den Werbeumsatz sorgen. Dabei tun sich vor allem unseriös arbeitende Affiliates hervor, die als eine Art Wiederverkäufer oder Makler für Werbeanzeigen dafür sorgen, dass sogar

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    auf Porno- und Filmverteilerseiten landen (siehe Grafik unten).

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    Risikofaktor Affiliate-Werbung: Werbe-Weitergabe ermöglicht Schaltungen auch auf halbseidenen Seiten
    In den Grauzonen des Affiliate-Marketings ist es üblich, dass Werbeanzeigen eines zahlenden Kunden von einem Dienstleister zum anderen weitergegeben werden. Der zahlende Werbekunde verliert schnell den Überblick darüber, wo seine Anzeigen überall landen. Zahlen muss er für solche Schaltungen trotzdem: Die Anzeigen enthalten Zählmechanismen, die den Werbekontakt dokumentieren. Diese Kontakte werden mit dem Kunden am Ende abgerechnet - so wird der im Extremfall unwissentlich zum Finanzier eines illegalen Angebots.

    Die Zugriffe und Hausdurchsuchungen vom Mittwoch richteten sich offenbar gegen Dienstleister in Deutschland, die diesem Werbevermarkter zuarbeiteten. Das Konstrukt mehrerer Affiliates in Reihe ist Branchenüblich und dient der Verschleierung gegenüber den Werbekunden, ist aber auch ein Versuch, sich aus der rechtlichen Verantwortung zu stehlen. Sollte es im Fall der am Mittwoch Inhaftierten zu Anklage und Prozess kommen, dürfte auf dieser Linie auch die Verteidigung laufen: Vertragspartner der deutschen Dienstleister war nicht kino.to, sondern der Werbevermarkter im europäischen Ausland.

    Sollte es den beteiligten Staatsanwaltschaften gelingen, die schuldhafte Verstrickung solcher Dienstleister an Rechtsbrüchen nachzuweisen, würde das die Risikozone für die an der Verwertungskette illegal vertriebener, urheberrechtlich geschützter Güter Beteiligten merklich ausweiten - es würde die Refinanzierungsbasis von Film- und Software-Verteilerseiten in Frage stellen.

    Bisher richteten sich alle Ermittlungsverfahren im Fall kino.to und ähnlich gelagerter Fälle gegen die direkten Betreiber. Erst Anfang der Woche wurde der Chefprogrammierer des illegalen Filmportals kino.to in Leipzig

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    . Es war die fünfte Verurteilung in dem Fall. Zuvor waren ein 33 Jahre alter Web-Designer zu zweieinhalb Jahren, der Administrator der Seite zu drei Jahren, der sogenannte Serverbeschaffer zu drei Jahren und fünf Monaten sowie ein Film-Ripper, der Raubkopien zulieferte, zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

    Nicht nur die aktuellen Verhaftungen deuten darauf hin, dass dies wohl noch nicht das Ende des Falls kino.to sein dürfte: Die Fahnder versuchen erstmals, alle Teile der Verwertungskette bei der illegalen Filmverteilung anzugehen. Es geht nicht nur darum, die Beteiligung an solchen Geschäften riskanter zu machen, sondern auch darum, den Refinanzierungsweg solcher Angebote auszutrocknen.

    Im aktuellen Fall könnte es bei einem der Verhafteten nach Informationen von SPIEGEL ONLINE um den Betreiber eines in Rheinland-Pfalz ansässigen Affiliate-Dienstleisters gehen. Der Mann war in der Vergangenheit selbst einmal Inhaber einer Domain gewesen, über die massiv unlizenzierte Musik- und Filmverteilung gelaufen war. Die Dresdner Staatsanwaltschaft wollte sich vorerst nicht zu den Identitäten der Verhafteten äußern.

    Quelle: spiegel.de
     
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