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Neue KDG-Besitzer müssen noch viel in Netzausbau investieren

Dieses Thema im Forum "PayTV Anbieter News" wurde erstellt von a_halodri, 9. Februar 2010.

  1. a_halodri
    Offline

    a_halodri Guest

    Netzmodernisierung" ist das Schlagwort in der Kabelbranche. Denn über das TV-Kabel kann man nicht nur fernsehen, sondern auch telefonieren oder im Internet surfen. Vorreiter der Branche ist Kabel BW in Baden-Württemberg, wo 99 Prozent der 3,5 Mio. Kabelhaushalte diese Dienste bereits nutzen können. Auch der HDTV-Empfang ist in modernisierten Netzen problemlos möglich, Kabel BW bietet satte 19 HDTV-Sender in seinem Netz an.

    Der Netzausbau kommt einer Herkulesaufgabe gleich und kann betriebswirtschaftlich mit dem Paretoprinzip betrachtet werden: Die ersten 80 Prozent der Ergebnisse werden dort in 20 Prozent der Gesamtzeit eines Projekts erreicht. Die verbleibenden 20 Prozent der Ergebnisse verursachen die meiste Arbeit und verschlingen damit auch mehr Geld. Auch wenn die ersten 80 Prozent der Netze in Großstädten und Ballungszentren schnell und kostengünstig modernisiert sind, wird es beim Rest auf dem Land und Mininetzen um so schwieriger.

    Kabel BW mit 99 Prozent Aufrüstung hat den meisten Teil der Arbeit bereits hinter sich und auch bei Unitymedia sind nach Unternehmensangaben schon 90 Prozent der Netze modernisiert. Bei der Kabel Deutschland hinkt man hinterher: Erst 80 Prozent des KDG-Netzes sind für Internet, Telefon und ein breites TV-Angebot aufgerüstet.

    Will man die Einnahmeseite stärken, muss das Angebot ausgebaut werden. Etwa 11,88 Euro bekommt die KDG durchschnittlich im Monat von jedem ihrer 9 Millionen Kunden. Gegen 14,15 Euro, die Unitymedia pro Kunden verdient, ist dies eine eher bescheidene Summe. Höhere Einnahmen werden jedoch nur erzielt, wenn auch das Angebot den Kunden auch erreicht. Mit Zurückhaltung bei der Einspeisung von HDTV-Sendern, werden die Kunden eher verprellt und zum VDSL- oder Sat-Empfang gedrängt.

    Den im Vergleich schleppenden Ausbau ihrer Kabelnetze bekommt die Kabel Deutschland jetzt zum bevorstehenden Verkauf quittiert: Zwar wird Medienberichten zufolge mit rund 5 Mrd. Euro das 8,8 fache des EBITDA, also des Ertrages vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis, Steuern und Abschreibungen geboten, doch pro Kunden sind dies gerade einmal 545 Euro. Für Unitymedia griff US-Medienunternehmer John Malone tiefer in die Tasche: Zwar waren die 3,5 Mrd. Euro nur das 7,5 fache des EBITDA, auf die Kunden gerechnet kostete jeder Kunde aber 777 Euro.

    In ausgebauten Netzen geben die Kunden mehr Geld fürs TV-Kabel aus, weil sie Internet, Telefon und ein erweitertes TV-Angebot nutzen können und auch bereit sind, dafür zu zahlen. Die KDG kommt um eine weitere Netzmodernisierung nicht herum, denn sonst laufen ihr die Kunden weg.
    quelle: digi tv
     
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