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Murdoch räumt bei PW weiter aus Info Update

Dieses Thema im Forum "Szene News" wurde erstellt von perty, 9. Oktober 2008.

  1. perty
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    (Michael Friedrich) Medienmogul Rupert Murdoch macht Tabula Rasa beim Bezahlsender Premiere. Das erste Opfer von Murdochs Aufräumaktion wurde vor wenigen Wochen der glücklose Vorstandschef Michael Börnicke. Nach anhaltend schlechten Zahlen musste er seinen Hut nehmen. Murdoch, der immerhin ein Viertel der Aktien kontrolliert, installierte seinen Vertrauten, den News-Corp-Manager Mark Williams auf dem Chefsessel. Der machte sich mit Hochdruck ans Werk, wälzte die Bücher, sprach mit den verbliebenen Premiere-Managern und lässt seitdem kaum einen Stein auf dem anderen. Vergangene Woche strich er die geschönten Kundenzahlen der vergangenen Jahre radikal zusammen und kündigte einen Verlust für 2008 an. Finanzvorstand Alexander Teschner nahm seinen Abschied. Am Mittwoch folgte ihm Vertriebsvorstand Oliver Kaltner, der erst seit Juli im Amt war.

    Williams korrigierte die Zahl der Abonnenten um fast eine Million nach unten, ein Gutteil entpuppte sich schlicht als Karteileichen. Dies sei eine neue Klassifizierung, "die derjenigen von anderen erfolgreichen Pay-TV-Unternehmen entspricht", hieß es knapp. Es bleiben gut 2,4 Millionen direkte Abonnenten sowie knapp 1,2 Millionen Kunden über diverse Partner. Noch im Sommer hatte Börnicke von 10 Millionen möglichen Kunden bis 2012 gesprochen. Damals meldeten aber bereits der eine oder andere Premiere-Mitarbeiter leise Zweifel an Börnickes Prognosen an. Weniger freundliche Stimmen sprachen von "Luftschlössern" und "utopischen Businessplänen".

    Abrechnung mit der Vergangenheit - kein Gewinn seit 2005

    Die neue Ehrlichkeit ist auch eine Abrechnung mit der Vergangenheit. Die Vergangenheit, das ist vor allem der frühere Chef Georg Kofler. Kofler hatte 2002 bei Premiere das Ruder übernommen und den Sender nach der Sanierung 2005 an die Börse gebracht. 2005 war aber auch das Jahr, in dem der Sender das erste und bislang einzige Mal einen Gewinn machte. Seitdem fuhren die Münchner rote Zahlen ein. Der Aktienkurs kannte folglich fast nur eine Richtung: nach unten. Gestartet bei rund 30 Euro bekamen die Anleger für eine Premiere- Aktie zuletzt gerade mal 2,54 Euro. Kofler hatte sich aber bereits vor gut einem Jahr bei Premiere verabschiedet und an Börnicke übergeben. Seine Aktien hatte er zuvor versilbert.


    Koflers Verdienste bei der Sanierung des Unternehmens seien zwar unbestritten, hieß es in der Branche, sein Image als Wunderknabe der Medienbranche habe aber Kratzer abbekommen. Aktionärsschützer werfen ihm vor allem vor, bei der Vergabe der Bundesliga-Rechte 2005 zu hoch gepokert zu haben. Kofler war im Ringen um mehr Exklusivität für seinen Sender auf Konfrontationskurs zur Deutschen Fußball Liga (DFL) gegangen und hatte verloren. Den Zuschlag erhielt der Nobody arena. Viele Abonnenten wanderten ab. "Kofler hat gezockt und sich abgesetzt", moniert ein Kenner des Unternehmens.

    Anwälte prüfen Schadenersatzklagen - Ex-Vorstand Kofler tritt nach

    Ungeachtet des Imageverlustes könnten die Vorfälle bei Premiere aber noch weitere Konsequenzen haben. Die Börsenaufsicht BaFin will die Vorgänge in München unter die Lupe nehmen. "Wir werden eine routinemäßige Analyse einleiten, um zu prüfen, ob Anhaltspunkte für Verstöße gegen kapitalmarktrechtliche Bestimmungen vorliegen", sagte eine BaFin-Sprecherin am Donnerstag. Anwälte prüfen Schadenersatzklagen wegen mutmaßlich irreführender Angaben zu den Abonnentenzahlen. Ein Sprecher von Premiere wollte dies zunächst nicht näher kommentieren. Vorrang habe im Augenblick die neue Strategie, hieß es lediglich.

    Kofler selbst hatte bereits am Wochenende betont, die Finanz-Abschlüsse des Bezahlsenders seien in den vergangenen Jahren immer korrekt gewesen (SAT+KABEL berichtete). Im Umgang mit Abonnentenzahlen gebe es aber zwei Strategien. Entweder "viele Kunden mit einem geringen durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz zu gewinnen" - dafür habe er sich entschieden - oder "wenige Kunden mit einem hohen Pro-Kopf-Umsatz auszuweisen". Dies sei offenbar die Philosophie des neuen Managements, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus".

    @uelle: SK
     
    #1

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