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Maschinen werden über das Handynetz kommunizieren

Dieses Thema im Forum "Handy - Navigation News" wurde erstellt von chris, 26. Mai 2011.

  1. chris
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    "Alles ans Netz", lautet die Devise. Das Internet der Dinge entwächst den Kinderschuhen. Maschinen kommunzieren miteinander oder werden aus der Ferne gesteuert.


    Der Traum der Telekom-Ausrüster: Jeder Alltagsgegenstand soll mit einer SIM-Karte ausgerüstet werden. Cola-Automaten, Waschmaschinen, Werbeplakate, Menükarten, Alarmanlagen, Heizungen, Autos, Bankomat-Terminals oder Stromzähler sollen via Mobilfunk angesteuert, geortet oder gestartet werden.
    Fünf Milliarden SIM-Karten sind bereits am Markt, die Mehrzahl davon ist in Handys im Einsatz. Bis 2020 sollen es 20 Milliarden SIM-Karten sein -das ist die jüngste Hochrechnung. Laut Ericsson-Studie soll bis zum Jahr 2020 so ziemlich alles vernetzt sein: Alles, in das man eine SIM-Karte hineinstecken kann, wird über Mobilfunk zusammengeführt werden.


    Hunderte Chancen

    "Wir haben bereits 400 Anwendungen identifiziert, für die eine Lösung durchaus sinnvoll ist", sagt Geoff Martin, Produktmanager im Labor des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel. Voraussetzung dafür sei nur ein Mobilfunknetz. "Es ist nicht unbedingt notwendig, dass man dafür die neueste Mobilfunkgeneration LTE in Betrieb hat", sagt Martin. Im Fachjargon spricht man von Machine-to-Machine oder M2M-Netzwerken. Ein Gerät erhält eine SIM-Karte, die damit zentral angesteuert werden kann. Über Handyfunk können so ausgerüstete Maschinen sogar miteinander kommunizieren. Gleichfalls können von einer Zentrale aus auch Botschaften an das Endgerät geschickt werden.
    Freuen können sich darüber die Mobilfunkunternehmen. Nach einer momentanen Marktpenetration von 146 Prozent, die an der ausgegebenen Anzahl von SIM-Karten für Handys pro Einwohner gemessen wird, kommt nun die zweite Welle - und gleichzeitig eine neue Generation von SIM-Karten.
    "300 bis 400 Prozent Penetration sind durchaus möglich", sagt Telekom Austria-Vorstandschef Hannes Ametsreiter. M2M ist für Orange Austria-Chef Michael Krammer "ein fixes Zubrot". Die Mobilfunkunternehmen hoffen, dadurch den stufenweisen Fall der Roaming-Kosten halbwegs kompensieren zu können.
    Die SIM-Karten der M2M-Generation sind in der Regel in Geräten vorinstalliert. Im Gegensatz zum Handyfunk, der eine permanente Funkverbindung ermöglicht, ist das Kennzeichen der M2M-Karten, dass dabei nur wenige Transaktionen abgewickelt werden. Je nach Anwendung werden pro SIM-Karte bei M2M-Anwendungen nur wenige, überschaubare und vom Nutzer nicht manipulierbare Transaktionen ausgelöst.
    Der E-Book-Reader Kindle von Amazon, der sich immer wieder ins Netz einhängt, ist eine typische Einsatzmöglichkeit von M2M. Denn das Gerät kommuniziert mit einem Server, sobald ein Buch gekauft wird. Danach wird die Verbindung gekappt. Die anfallenden Datentransfers sind mit dem Kaufpreis der Hardware abgedeckt. Solche Anwendungen, die manchmal nur eine Transaktion pro Tag auslösen, zählen zu den typischen Anwendungsbereichen. Zwei, fünf oder zehn Euro, bei E-Health-Anwendungen bis zu 200 € werden dabei als monatlich fixe Rate pro SIM-Karte einkalkuliert.


    Zweite Chance für NFC

    Die Geräte kommunizieren in Zukunft beinahe wie von Geisterhand miteinander. Near Field Communication (NFC) unterstützt dies geradezu. Entsprechende NFC-Chips gehören bereits zur Grundausstattung von Smartphones. So kann ein Handynutzer bei Annäherung an ein Werbeplakat automatisch eine SMS mit einem Rabattcoupon zugeschickt bekommen. "Hol' dir dein Getränk im nächsten Supermarkt gleich um die Ecke", kann die Werbebotschaft lauten. M2M ist somit Vehikel für Vertrieb und Promotion.
    M2M kann aber auch bei der Überwachung, etwa als Baywatch-Funktion verwendet werden. Sicherheitsexperte und Feuerwehrmann Paul Russo, Gründer der Firma Elerts, testet derzeit eine Funktion, bei der via Twitter Suchmeldungen mit Fotolinks verschickt werden. "Wenn man an einem vollen Strand ein vermisstes Kind sucht, könnte man gleich an alle Strandnutzer eine Botschaft schicken -mit einem Fotolink", sagt Russo. Denn visuelle Botschaften schaffen eine noch größere Nähe.


    Quelle: WirtschaftsBlatt
     
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