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Kampf um drahtlose HD-Übertragung geht weiter

Dieses Thema im Forum "TV News" wurde erstellt von Jader1, 17. Mai 2009.

  1. Jader1
    Offline

    Jader1 Guest

    Für die drahtlose Übertragung hochauflösender Videoinhalte und Töne von Blu-ray Playern, HD-Receivern oder Spielekonsolen an TV und Beamer gibt es derzeit noch keinen Standard, der sich als einziger durchgesetzt hätte. Drei Systeme konkurrieren miteinander, um den Kabelsalat im Heimkino-Wohnzimmer abzulösen: Wireless HD, WHDI (Wireless Home Digital Interface) und UWB (Ultra Wide Band).
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    Wireless HD

    Die Wireless-HD-Technik ist eine Drahtlos-Technik, die im 60-Gigahertz-Band mit einer Datenrate von vier Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) arbeitet. Damit sind Videos mit bis zu 1080 Zeilen im Vollbild-Modus (1080p) ohne Kabel auf Entfernungen von bis zu zehn Metern übertragbar. Die Kerntechnologie von Wireless HD ist für Datenraten von 25 Gbit/s ausgelegt.
    WHDI

    WHDI (Wireless Home Digital Interface) arbeitet mit einer maximalen Datenrate von nur drei Gbit/s und versendet ebenfalls unkomprimiert (1080p) - allerdings im 5-Gigahertz-Band. Die Reichweite wird mit 30 Metern angegeben - dreimal so weit wie bei Wireless HD. Anders als Wireless HD kann WHDI dafür durch Wände senden.
    UWB

    Dritter Lösungsansatz im Bunde ist UWB (Ultra Wide Band), eine Art auf riesige Datenraten aufgetuntes WLAN. Gefunkt wird mit einer Frequenz zwischen 3,1 und 10,6 Gigahertz. Der bisherige Standard für drahtlose Netzwerke ist 802.11 (WLAN) des Ingenieursverbands IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers). Das Ultrabreitband UWB entspricht im Heimkino-Bereich dem Standard IEEE 802.15.3a. Alle drei Spezifikationen versprechen, das herkömmliche HDMI-Kabel überflüssig zu machen, das derzeit für den Transfer der Inhalte etwa von Blu-ray Playern, HDTV-Receivern oder Spielekonsolen an Flachbildfernseher und Projektoren sorgt.
    Vorreiter Panasonic

    Insbesondere Besitzer von HD-fähigen Beamern dürften sich auf die drahtlose Wohnzimmer-Zukunft freuen. Kein lästiges HDMI-Kabel müsste mehr an der Decke verlegt werden. Mit der neuen "Viera"-Serie bringt Panasonic im Juni die ersten Fernseher mit der neuen Technologie auf den Markt. Der TC-P54Z1 kommuniziert mit einer Tunerbox, an die Zuspieler (Blu-ray-Player, HD-Cam, Spielekonsole) allerdings sämtlich noch per Kabel angeschlossen werden müssen. Ende Juli bringt Panasonic mit dem SC-ZT1 ein erstes Heimkino-System mit Wireless HD Technologie heraus. Einen Wireless HD-Beamer hat Panasonic bislang nach eigenen Angaben noch nicht in der konkreten Planung.
    Teure Technik

    In Zukunft sollen letztlich Blu-ray-Player, HD-Digicams, Spielekonsolen wie die PS3 und wohl auch PCs und Laptops sowie Videoprojektoren ohne HDMI-Kabel das immense Datenaufkommen von mehreren Gigabit in der Sekunde via Wohnzimmerfunk verarbeiten können. Noch sei es allerdings zu teuer, die entsprechenden Chipsätze "in jedem einzelnen Gerät" zu verbauen, heißt es bei Panasonic. Laut Jurran gibt es derzeit noch keine Zuspieler-Geräte auf dem deutschen Markt für die drahtlose HD-Kommunikation. Prototypen indes sind auf den einschlägigen Consumer Electronics-Messen bereits gezeigt worden.
    Dreifacher Konkurrenzkampf

    Ähnlich wie beim Machtkampf um die hochauflösende Videoscheibe, den die Blu-ray Disc letztlich gegen die HD-DVD gewann, gibt es beim HDMI-Funk bislang keinen Standard, auf den sich alle relevanten Hersteller eingeschworen hätten. Zwar einigten sich unter anderem mit Intel, LG, Panasonic, NEC, Samsung, Sony und Toshiba ("Regza Link") Anfang des Jahres Größen der Unterhaltungselektronik auf die Wireless HD-Spezifikation. Doch geordnet ist das Feld noch lange nicht: Es konkurrieren Wireless HD, WHDI (Wireless Home Digital Interface) und UWB (Ultra Wide Band). Der Nachteil: Die Systeme sind untereinander nicht kompatibel.

    WHDI / Wireless HD

    WHDI schickt das israelische Start-Up-Unternehmen Amimon ins Rennen. Versprochen wird die Vernetzung durch Wände hindurch - für das ganze Haus. Neben Amimon haben sich mit LG, Samsung und Sony Firmen der WHDI-Gruppe angeschlossen, die parallel bereits Wireless HD, ebenfalls eine eingetragene Marke, als Standard verfechten. Zu WHDI gehören noch Hitachi und Sharp, zu Wireless HD noch Panasonic und Toshiba.
    Wireless for HDMI

    Einbaulösungen sind die eine Sache, externe Geräte die andere. Der US-amerikanische High-End-Hersteller Gefen nennt seine Lösung Wireless for HDMI. Gefen hat bereits zwei verschiedene Sets auf den US-Markt geworfen, die je bestehend aus Sender- und Empfangseinheit an den Gerätefuhrpark angedockt werden können. Das macht zwar die Verkabelungsorgie nicht überflüssig, immerhin aber können Fernsehgerät und Zuspieler in zwei verschiedenen Ecken des Wohnzimmers aufgestellt werden. Das eine Kit arbeitet mit einer 5-Gigahertz-Radiofrequenz wie auch WHDI, das andere nutzt UWB.
    Standard für Europa steht aus

    Abgesehen davon, dass auch externe Geräte noch sehr teuer sind - Gefens "Wireless HDMI Extender" kostet in den USA rund 1.000 Dollar - muss für Deutschland und Europa offenbar noch eine Einigung her, auf welchen Frequenzen diese senden dürften. "Die Geräte der US-Hersteller benutzen zum Teil Frequenzen, die in Deutschland so nicht freigegeben sind", sagt Nico Jurran
    vom Computerfachmagazin "c't". Gefen etwa habe noch keine Strategie, "was, wo, wie auf den europäischen Markt kommen wird".
    Qualität wird besser

    Dass Wireless HD funktioniert, hat Panasonic bereits auf der CES 2008 in Las Vegas demonstriert. "Es ist auf jeden Fall wesentlich besser geworden", sagt Jurran. Anfangs habe es gereicht, dass ein Mensch durch den Funkraum zwischen Zuspieler und Empfänger gelaufen sei, und schon sei das Bild zusammen gebrochen. Zwar nehme die Störanfälligkeit mit der Größe der Datenrate zu. "Um dem entgegenzusteuern, arbeitet man nun mit mehreren Antennen, die in verschiedenen Winkeln abstrahlen." Panasonic bewirbt es als "das beste System".
    Gute Chancen für Wireless HD

    Jurran räumt dem von den Branchengrößen getragen Wireless HD gute Chancen ein. Wenn die Firmen weiterhin an einem Strang zögen, könne sich die Technologie "relativ schnell" durchsetzen. Allerdings halte sie nicht "schon morgen" Einzug in den Massenmarkt. Er hält es für möglich, dass Ende 2010 die ersten Blu-ray-Player Wireless HD beherrschten: "Das wird aber alles im hochpreisigen High-End-Bereich anfangen."
    Quelle:Inside Digitale
     
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