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Kabelbranche bedingt innovativ – Zukunft der Kabelnetze bleibt umstritten

Dieses Thema im Forum "Szene News" wurde erstellt von Ranger79, 5. März 2009.

  1. Ranger79
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    Kabelbranche bedingt innovativ – Zukunft der Kabelnetze bleibt umstritten

    04.03.2009

    (dm) - Alle Jahre wieder lädt das EURORFORUM die Strategen der Kabelbranche, um über Wohl und Wehe zu diskutieren. Auch in diesem Jahr ist der Jubel über das Geleistete eher verhalten. So musste Prof. Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen gleich zu Beginn einräumen, dass „im Wettbewerb der klassischen drei Rundfunkübertragungswege Kabel-TV-Netzbetreiber in Deutschland an Boden verlieren“. So hätten vom 31. Dezember 2007 bis 30. September 2008 pro Monat etwa 12.000 Kunden Unitymedia verlassen. Bei

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    Deutschland (KDG) sind die Zahlen noch dramatischer. Allein vom 31. Dezember 2007 bis 31. März 2008 schrumpfte die Zahl der Kabelkunden von 9,112 Millionen auf 8,980 Millionen – pro Monat um etwa 44.000. Erst die Akquisition Orions und eine neue Kundenreklassifikation haben dann vom 30. Juni 2008 bis30. September 2008 monatlich 8000 Neukunden gebracht. Auch 2008 sei – so Gerpott - „die Konsolidierung unter den NE3/NE4-Akteuren nach der Übernahme von sieben Orion-Tochtergesellschaften mit 1,2 Mio. Haushalten durch Kabel Deutschland kaum vorangekommen“.
    Auch beim Digitalisierungsgrad ist das Kabel nach wie vor Schlusslicht. Insgesamt konnte dort der Digitalanteil im Zeitraum von Juli 2007 bis Juni 2008 zwar um 880.000 Haushalte und damit von 16,2 Prozent auf 21,0 Prozent gesteigert werden, doch konnte der Anschluss an den Satelliten nicht erreicht werden. Die meisten digitalen Kabelhaushalte gibt es übrigens mit 28,0 Prozent in NRW (

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    ), den wenigsten in Sachsen-Anhalt mit 6,4 Prozent (KDG sowie Tele Columbus/PrimaCom). Selbst Berlin-Brandenburg liegt mit 16,4 Prozent noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (21,0 Prozent).
    Im gleichen Zeitraum nahm die Digitalkundschaft beim Satellit um 1,27 Millionen zu, sodass der Digitalisierungsgrad dort bereits bei 65,7 Prozent liegt. Die Terrestrik ist mittlerweile bei knapp 100 Prozent angekommen, denn bis auf ein paar kleine Ortschaften in Bayern ist das analoge Thema „gegessen“, sind fast alle analogen Sender abgeschaltet.
    Aufgabe der Zwangsbündelung von Set-Top-Boxen notwendig
    Um das Kabel attraktiver zu machen müssten – so Gerpott – die Eintrittsbarrieren gesenkt, also die Abonnementaufschläge abgeschafft und die Zwangsbündelung mit der Set-Top-Box aufgegeben sowie mit subventionieren Boxen gearbeitet werden.
    Außerdem würden Programmausweitung von Free TV-Programmen, ein überzeugender EPG und mehr HDTV-Kanäle einen klaren Zusatznutzen bedeuten. Beim Pay-TV der Kabelnetzbetreiber vermag Gerpott auch für 2009 noch keine Trendwende zu erkennen – KDG liegt jetzt bei 8,9 Prozent und Unitymedia bei 11,4 Prozent. Beim Thema PVR ist KDG am 30. September vergangenen Jahres bei 7,4 Prozent angekommen. Besonders die Programmierung übers Internet würde sehr gut ankommen.
    Bei breitbandigen Internet-Zugängen können die Kabler langsam punkten. 1,84 Millionen Haushalte nutzen bereits ein Kabelmodem. Dazu Gerpott: „Die Vermarktungserfolge waren allerdings nur dadurch möglich, dass die Anbieter von Anfang 2006 bis Ende 2008 ihre Endkundenpreise – bei gleichzeitiger Leistungsverbesserung – um mehr als ein Drittel reduziert haben.“
    KDG-Chef Adrian von Hammerstein sieht vor allem in der Breitbandstrategie der Bundesregierung „richtige Prioritäten“. Danach sollen bis 2014 „75 Prozent aller Haushalte Zugang zum Hochleistungsinternet mit 50 Mbit/s haben. Bis Ende 2009 seien 24 der 40 Millionen bundesdeutschen Haushalte mit Breitband über Kabel versorgbar, wobei Bandbreiten von über 100 Mbit/s auf Basis DOCSIS 3.0 erreichbar seien. Allein für dieses Jahr hätten die Kabelnetzbetreiber Investitionen von über 700 Millionen Euro geplant. Für 2009 sind bei der KDG „für kleinere Geschäftskunden“, also für SOHOs (Small Office-Home Office) geplant. Außerdem würde sich das Unternehmen im

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    engagieren – einen Partner hierfür will Hammerstein noch nicht nennen.
    Bei HD macht der KDG-Chef Hoffnung – aber erst für 2010. „Wir haben nicht genügend Netzwerkkapazität zur Verfügung und für irgendwelche Tests und Showcases wollen wir keine Kanäle umlegen – das verlangt eine längerfristige Planung.“
    Parm Sandhu, Geschäftsführer von Unitymedia, will das Kabel auch aufs Land bringen. „Wir werden mit unserer Initiative ‚Breitband Regional’ 99 Gemeinden in NRW und Hessen mit Breitband-Kabel erschließen, und damit bieten wir dort eine viel größere Kapazität als

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    oder VDSL.“ Vor allem will Sandhu die Vorherrschaft und die Lobbypower von DSL und der Telekoms brechen sowie die „regulatorische Diskriminierung“ des Kabels beenden.
    Einödhöfe wiederum liegen nicht im Fokus von Kabel Baden-Württemberg, wie Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Thiemann, deutlich macht. „Der Ausbau von Neubaugebieten wird aber weiterhin erfolgen.“ Tele Columbus- und PrimaCom-Chef Markus Schmid gibt zu, zu spät mit der Digitalisierung angefangen zu haben und jetzt drei, vier Jahre im Hintertreffen zu sein. Eine Abschaltung der analogen Übertragung für 2013/14 hält er für „möglich“ – über 3000 Kabelkopfstationen sind bislang auf analoge Zuführung angewiesen.
    Ab Herbst würden übrigens nur noch HD-fähige Set-Top-Boxen ausgeliefert. Für DVB-T gibt es auch eine HD-Perspektive – für den Raum Stuttgart soll erstmals H.264/AVC-MPEG-4 genutzt werden. Derzeit werden Mindestspezifikationen für Set-Top-Boxen erarbeitet, wie Matthias Schwankl von Eutelsat visAvision erläuterte. RTL sieht im Stuttgarter Projekt ein Experiment, bei dem sechs Programme über einen Kanal übertragen werden. „Abwärtskompatibel“, wie Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik feststellt. „Mit konventionellen DVB-T-Boxen sind unsere Programme nicht zu empfangen, aber künftige MPEG-4-Boxen geben selbstverständlich die bisherigen DVB-T-Bouquets wieder“, so Schmid. HDTV-Programme seien derzeit nicht vorgesehen.


    Q:infosat
     
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