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Herrmann will Altersfreigaben für Games ändern!

Dieses Thema im Forum "Off Topic News" wurde erstellt von kiliantv, 7. April 2010.

  1. kiliantv
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    Herrmann will Altersfreigaben für Games ändern!

    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat seine Kritik an der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) erneuert. Die Handhabung sei "viel zu großzügig". Die Altersfreigaben würden von den jüngeren Gamern eher als Werbung für das Spiel angesehen werden.

    Wie Golem.de berichtet, so hat der Politiker Joachim Herrmann (CSU) knapp ein Jahr nach seinem viel zitierten Vergleich von Computerspielen mit Kinderpornografie auf Abgeordnetenwatch.de Stellung bezogen. Der Vergleich hätte vor allem aufrütteln sollen. Die „Gewaltorgien auf Computerbildschirmen“ würden „in ihren Auswirkungen leider von Vielen verharmlost und schön geredet.“ Dann führt er Studien an, die eine schädliche Wirkung der Spiele auf ihre Anwender beweisen sollen. Die Gewaltbereitschaft würde steigen und das Einfühlungsvermögen der Spieler abnehmen. Derartige Spiele würden ihre Spuren im Gehirn hinterlassen. Wenn die Spieler immer wieder erfahren, dass die Gewalt nicht weh tut und sie unbestraft davonkommen, so hätten sie das irgendwann "intus". Die Forschungsergebnisse könnten ihn nicht kalt lassen. Er glaubt auch, dass bei fast allen Amokläufen in Deutschland Killerspiele eine erhebliche Rolle gespielt haben.

    Und dann ruft Bayerns Innenminister zu härteren Gesetzen und höheren Strafen auf: „Ich fordere deshalb schon lange ein gesetzliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Killerspiele.“ § 131 Strafgesetzbuch (StGB) würde in seiner Anwendung weitgehend ins Leere laufen. Die „viel zu großzügige Kennzeichnungspraxis der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK)“ sei schuld daran. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sollte nicht nur anfangs sondern jederzeit die Möglichkeit erhalten, Spiele zu indizieren. Bei nicht indizierten Games entfällt „jede Möglichkeit einer Strafverfolgung nach § 131 StGB, da Herstellern und Verbreitern derartiger Spiele kein strafrechtlich relevanter Vorsatz mehr nachgewiesen werden kann. Das geltende Jugendschutzrecht lässt daher zu, dass höchst problematische, gewalthaltige Spiele in Deutschland frei verkäuflich sind.“ Games mit dem Aufkleber „keine Jugendfreigabe“ würden viele jüngere Spieler anlocken anstatt sie auszuklammern.

    Der Gesetzgeber sei gefragt. Eltern seien oftmals schon aus Zeitnot nicht in der Lage, dem entgegen zu wirken. Zum Ende seiner Antwort bittet er, die Problematik nochmals zu überdenken. Der Staat alleine könnte mit Verboten oder durch die Erziehung zu Medienkompetenz in den Schulen nur einen Teil dazu beitragen. Alle seien gefordert, um eine humane Gesellschaft zu verwirklichen, die der Würde des Menschen entspricht.

    Im Rahmen unseres Interviews hatte Herr Herrmann vor einem Jahr ausgesagt, noch nie auf einer E-Sports Veranstaltung gewesen zu sein, um die dortigen Mitspieler zu beobachten. Er hätte auch keine Berührungspunkte zu Killerspielen, er hätte sich diese lediglich vorführen lassen. Das deckt sich sehr mit den Aussagen der ehemaligen Drogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD), die die Spiele nur aus kurzen Videoausschnitten kannte.

    Da werden Erinnerungen an die Aussagen von Karsten Lund von IO Interactive wach, der vor wenigen Tagen zu Protokoll gab, dass seiner Ansicht nach ein Großteil der Kritiker brutaler Spiele wenig bis Null Ahnung von der Materie hätte. Diese Spiele aus der Ferne gesehen oder auf einer Konferenz einen Mitschnitt betrachtet zu haben reicht einfach nicht aus, um sich eine Meinung zu bilden. Wer auf eine der E-Sportsveranstaltungen geht wird schnell feststellen, dass die Halle nicht mit gewalttätig wirkenden Jugendlichen oder jungen Erwachsenen vollgestopft ist. Die dortigen Turniere können nur mit viel Taktik und Intelligenz, nicht aber mit dem Ausleben niederer Instikte gewonnen werden.

    Quelle: gulli
     
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