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Finanzaufsicht und Aktionärsklage setzen Premiere zu

Dieses Thema im Forum "PayTV Anbieter News" wurde erstellt von Jader1, 17. April 2009.

  1. Jader1
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    Jader1 Guest

    München (Reuters) - Dem Bezahlfernsehsender Premiere steht wegen falscher Abonnentenzahlen von mehreren Seiten Ärger ins Haus.

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verstärkt ihre Ermittlungen, ob es Insiderhandel mit Aktien des Unternehmens und Marktmanipulation gegeben hat, wie eine Sprecherin am Mittwoch erklärte. Bei einer routinemäßigen Analyse der Vorgänge rund um die Korrektur der Abo-Zahlen im vergangenen Oktober seien der BaFin einige Dinge aufgefallen, die nun vertieft geprüft werden müssten. Gegen wen konkret sie ermittele, erklärte die Behörde wie üblich nicht. Premiere bestätige die Untersuchung, wollte sich aber unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht näher dazu äußern.

    Zugleich klagen Aktionäre vor dem Landgericht Frankfurt ebenfalls wegen der falschen Kundenzahlen. Sie sehen sich getäuscht, da das Unternehmen über mehrere Jahre die Menge seiner Abonnenten zu hoch angegeben hat, darunter in zwei Börsenprospekten. Die auf Anlegerprozesse spezialisierte Münchener Kanzlei CLLB macht gerichtlich Prospekthaftungsansprüche geltend.

    Premiere hatte im Herbst eingeräumt, unter dem früheren Management Abo-Zahlen von mehr als drei Millionen genannt zu haben, obwohl es tatsächlich nur rund 2,4 Millionen gewesen seien. Die Ermittlungen der Behörde wegen Marktmanipulation dürften Wasser auf die Mühlen der Aktionärsanwälte sein, die Premiere vorwerfen, Anleger in Wertpapierprospekten von 2005 und 2007 mit den falschen Abo-Zahlen getäuscht zu haben. "In den prospektierten Zahlen waren offenbar auch nicht aktivierte und bereits beendete Abonnements enthalten. Darauf wurde beim Börsengang und bei der Kapitalerhöhung nicht hingewiesen", erklärte Anwalt Franz Braun. Mit ersten Ergebnissen aus dem eingeleiteten Gerichtsverfahren sei frühestens in einem halben Jahr zu rechnen. Das Unternehmen wollte dazu ebenfalls keine Stellung nehmen. Die Klageschrift liege noch nicht vor, sagte ein Sprecher.

    Der frühere Premiere-Chef und Hauptaktionär Georg Kofler, der sich Mitte 2007 zurückgezogen hatte, verteidigt die Praxis mit den Abozahlen bis heute. In seinem Büro liege auch kein Schreiben der Bafin vor, sagte ein Sprecher. Der vom neuen Großaktionär Rupert Murdoch eingesetzte neue Chef Mark Williams hatte im Herbst 2008 fast eine Million Kunden als Karteileichen deklariert.

    Der finanziell angeschlagene Sender gehört derzeit zu knapp 30 Prozent der Murdoch-Gruppe News Corp, zu der auch das "Wall Street Journal" zählt. Der australische Medienmogul ist bereit, seinen Anteil im Zuge einer laufenden Kapitalerhöhung aufzustocken, ist aber von einem Pflichtübernahmeangebot befreit, da Premiere als Sanierungsfall eingestuft wurde.

    Die Premiere-Aktien legten trotz der Ermittlungen gut elf Prozent auf 1,48 Euro zu. Händlern zufolge kam es zu Deckungskäufen im Zusammenhang mit der auslaufenden Bezugsrechtsauktion der Kapitalerhöhung des Unternehmens.

    Quelle:

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