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Filesharing-Statistik: Auch in 2012 weniger Abmahnungen, dafür mehr Klagen

Dieses Thema im Forum "PC&Internet News" wurde erstellt von josef.13, 2. Oktober 2012.

  1. josef.13
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    josef.13 Modlehrling Newsbereich Digital Eliteboard Team Modlehrling

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    Wie im Vorjahr war im ersten Halbjahr 2012 die Anzahl der Abmahnungen rückläufig. Dafür stieg die Zahl der Klagen an. Kleinere Kanzleien erhalten in Durchschnitt wöchentlich 3 bis 5 Anrufe von Abgemahnten, größere Kanzleien mit als 3 Anwälten zehn bis fünfzehn Anrufe. Wenige bereits etablierte Abmahn-Kanzleien teilen den Markt mehr und mehr unter sich auf.

    Der

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    hat für dieses Jahr eine Halbjahresstatistik erstellt, die die Entwicklungen in diesem Bereich aufzeigt. Dafür wurden diverse einschlägige Foren überwacht und die Statistiken von fünfzig Rechtsanwaltskanzleien eingeholt, die dem Verein alle relevanten Daten anonymisiert mitgeteilt haben.

    Im Gegensatz zu

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    hat sich die Anzahl der Abmahnungen fast halbiert. Wahrscheinlich wurden weniger Abmahnungen verschickt, weil zahlreiche Anwender auf alternative Transfermethoden wie etwa Filehoster umgestiegen sind, bei denen sich eine Abmahnung nicht lohnt. Außerdem sind zahlreiche Abmahn-Kanzleien noch dabei, eine Unmenge an Fällen abzuarbeiten, die aufgrund ihres Alters zu verjähren drohen. Die Anwälte werden sich die Kostennoten aus den unerledigten Fällen von 2009 und 2010 nicht freiwillig entgehen lassen.

    Musiktitel sind erneut an der Spitze mit über 46 Prozent aller Abmahnungen vertreten, gefolgt von Spielfilmen mit 36,5 und Pornos mit nur noch 12 Prozent. Abmahnungen aufgrund des illegalen Austauschs von Spielen, Anwenderprogrammen oder eBooks spielen in 2012 keine große Rolle. Auffällig ist die Abnahme der Porno-Abmahnungen, die letztes Jahr noch 19,7 Prozent ausmachten.
    Nachdem im Jahr 2011

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    , konzentriert sich der Markt derzeit auf wenige "alte Bekannte" unter den Abmahn-Kanzleien. Die Top-Abmahner in 2012 sind bis jetzt: Kanzlei Waldorf Frommer, gefolgt von FAREDS, Rasch, Kornmeier & Kollegen, Sasse und Partner, Bindhardt/Fiedler/Zerbe, Reichelt/Klute/Assmann, Sebastian, WeSaveYourCopyrights. Am Ende der Fahnenstange befindet sich bisher Rechtsanwalt Reiner Munderloh, der als Newcomer Werke wie "Private Anal Teens in 3D" abmahnt.

    Etwa ein Viertel der angeschriebenen Anschlussinhaber ist vergleichsbereit. Dafür ergingen im ersten Halbjahr 8 einstweilige Verfügungen, elf Unterlassungsklagen und ein Fall ging sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht. Zwei Fälle wurden vor dem Bundesgerichtshof verhandelt, 4 gingen vor ein Oberlandesgericht, 11 vor ein Landgericht und 197 vor ein Amtsgericht. Damit stieg die Anzahl der Fälle, die vor Gericht verhandelt wurden, deutlich an.
    Anfang nächsten Jahres erscheint eine neue ganzjährige Statistik aus 2012. Auch wenn diese Zahlen keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten würden, so demonstriert die Filesharing-Statistik dennoch sehr deutlich den Trend in diesem Bereich.
    [​IMG]die Gesamtentwicklung der P2P-Abmahnungen
    Verbraucherschützer fordern seit längerer Zeit eine Deckelung der Abmahnungen. Wenn beim ersten Vorfall die Abmahnungen im privaten Bereich keine 100 Euro überschreiten, würden die meisten Kanzleien ihre Tätigkeit verlagern und sich einträglichere Geschäftsmodelle suchen. Auch wird von Verbraucherschützern verlangt, dass sich die Kläger nicht mehr den Prozessort aussuchen können. In vielen Fällen wurden Gerichte ausgewählt, die bisher durch ihre Urteile zu Ungunsten der Abgemahnten auffielen.

    Auch wenn sich der Trend weiter nach unten fortsetzt (siehe Grafik rechts), von einer Entwarnung kann bei der Anzahl der gerichtlich geklärten Abmahnungen keine Rede sein. Ob das Bundesjustizministerium noch bis zum Ende der Legislaturperiode einen Entwurf vorlegen wird, bleibt skeptisch abzuwarten. Abgemahnte haben keine Lobby, die Belange der Filesharer genossen in Berlin leider noch nie die höchste Priorität.

    Quelle: gulli
     
    #1

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