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Fehlender Live-Sport frustriert Premiere-Kunden

Dieses Thema im Forum "Szene News" wurde erstellt von bellof, 15. Oktober 2008.

  1. bellof
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    Bereits seit längerer Zeit sind Kunden, Sportverbände und Rechtehändler zunehmend frustriert, dass der krisengeplagte Bezahlsender Premiere immer weniger Live-Sport sendet.

    Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in ihrer heutigen Ausgabe. Auch im DF-Forum finden sich immer wieder Beschwerden über fehlende sportliche Höhepunkte - v.a. exklusiver Sportübertragungen - bei Premiere. Über das sportliche Streichkonzert berichtete DIGITAL FERNSEHEN bereits im August.

    Der Bezahlsender sieht harten Zeiten entgegen und empfängt momentan Gegenwind von allen Seiten: Nachdem der neue Vorstandschef und Krisenmanager Mark Williams zähneknirschend hinnehmen musste, dass der Pay-TV-Sender fast eine Million weniger zahlende Kunden hat, als offiziell angegeben (DF berichtete) und der Jahresverlust wohl auf 40 bis 70 Millionen Euro anwächst, traut Murdochs neuseeländischer Sanierer wohl nur noch engen Vertrauten und holte gleich drei Sky-Italia-Manager (DF berichtete gestern) ins marode Premiere-Boot.

    Doch auch das Sportprogramm, einst ein wichtiger Grund für ein Premiere-Abo, leidet laut SZ "unter einem gravierenden Problem, nämlich unter um sich greifender Langeweile." Dies dürfte auch bereits Mark Williams im Zuge seiner Komplett-Sanierung aufgefallen sein. Bewarb Premiere in den letzten Jahren noch eifrig Sporthöhepunkte mit dem Wort "live", sucht man derzeit danach meist vergeblich. Der Abo-Sender hat in den vergangenen Monaten nicht nur sein Sportprogramm reduziert, viel gravierender ist die Tatsache, dass zahlreiche Rechte, "die der Sender nach 2006 als Antwort auf die plötzliche Konkurrenz durch Arena einkaufte, weitgehend ungenutzt sind, offenbar aus Kostengründen."

    Dabei sah es am 2. August des letzten Jahres, als Georg Kofler eine 26-seitige Pressemappe mit der Überschrift "Der Fußball zuhause bei Premiere" präsentierte, ganz danach aus, dass Premiere die Vormachtstellung von Arena erfolgreich zurückerobert hatte. Die Pressemappe versprach der SZ zufolge "612 Spiele der Bundesliga, 125 Spiele der Champions League, 13 Spiele des Uefa-Cups. Dazu 486 Partien aus sieben europäischen Ligen sowie 25 Länderspiele aus Lateinamerika." Eine Ankündigung , die Premiere innerhalb kurzer Zeit mehr als 200 000 Neuabonnenten bescherte.

    Mittlerweile ist jegliche Euphorie verflogen: Premiere überträgt zwar Bundesligaspiele, die Champions League und auch den DFB-Pokal, jedoch verschwanden dafür andere Sportereignisse ganz vom Bildschirm. Viele Abonnenten sind darüber verärgert und äußern ihren Frust in zahlreichen Blogs wie in Kai Pahls "Allesaussersport.de" . Pahl bringt das Problem gegenüber der SZ auf den Punkt: "Ich erhalte täglich Kommentare von Abonnenten, die wütend sind, dass sie nicht das sehen können, womit geworben wurde. Wenn es bei den Kürzungen bleibt, wird in diesem Jahr rund 20 Prozent weniger Live-Fußball gezeigt als versprochen. Die Strategie von Premiere scheint zu sein, gerade soviel zu senden, dass die Kunden nicht in Scharen davonlaufen."

    Auf Premiere-Seite will man von derartigen Problemen unterdessen nichts wissen. Programmkürzungen werden schlicht als "Programmoptimierungen" bezeichnet, zudem richte Premiere sein Sportprogramm auf den Geschmack der Zuschauer aus. Komisch nur, dass dies die zahlreichen, frustrierten Premiere-Kunden ganz anders sehen - immerhin entfielen im Zuge der "Programmoptimierung" Übertragungen der englischen Premier League sowie der spanischen Primera Division, die sicherlich nicht nur den Geschmack einer Randgruppe getroffen hätten.

    Premiere versucht unterdessen, mit den Sparmaßnahmen seine Millionenverluste zu reduzieren. Immerhin entstehen pro Live-Sendung schätzungsweise 10 000 bis 15 000 Euro Produktionskosten. Da gerade wieder die Bundesligarechte ausgeschrieben werden und sich Murdochs News Corp. daran interessiert zeigt (DF berichtete) und die erworbenen Rechte an Premiere weitergeben könnte, ist jeder eingesparte Cent besonders wertvoll. Doch auf diesen folgeschweren Sparkurs reagieren neben Abonnenten auch Sportverbände und Rechtehändler verärgert: Laut Angaben der SZ erhielten diese zwar weiterhin Lizenzgebühren von Premiere, könnten sich den Zuschauern jedoch nicht präsentieren. Was versendet wird, liegt letztendlich einzig und allein im Ermessen der Premiere-Redaktion. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Premiere erworbene Rechte nicht zwangsläufig ausstrahlen muss.

    Doch wird Hoffnungsträger Rupert Murdoch Premiere retten können? Immerhin konnte er schon bei BSkyB und Sky Italia unter Beweis stellen, wie ein gutes Sportprogramm aussehen kann. Rupert Murdochs Medienimperium News Corp. unterhält derzeit einen Anteil von 25,01 Prozent an Premiere und kontrolliert damit eine Sperrminorität, mit der wichtige Beschlüsse auf Hauptversammlungen blockiert werden können. Gerade beim Thema Sportübertragung könnte dies von Vorteil sein.

    Quelle:digital fernsehen
     
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