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Deutsche öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten stellen die Weichen,in 1080p

Dieses Thema im Forum "Szene News" wurde erstellt von Jader1, 2. April 2009.

  1. Jader1
    Online

    Jader1 Guest

    Die deutschen öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wollen nun doch eher als erwartet mit der Ausstrahlung von hochauflösendem Fernsehen im 1080p Format beginnen. Ziel sei es bereits in einem Jahr den HDTV Betrieb in 1080p aufzunehmen.
    Der Start des HDTV-Regelbetriebes bleibe weiterhin mit den olympischen Winterspielen im Februar 2010 und wird wie geplant in 720p50 geschehen, dieses sei aber als Übergangslösung zum später folgendem 1080p-Betrieb zu sehen und wird auch zum Anlauf nur auf einem Kanal mit anteiligem Sendematerial aus allen Rundfunkanstalten bestehen. Dieses sei nötig, da die Planungen für die getrennten 720p-Kanäle der ARD und des ZDF zu weit fortgeschritten seien und man wolle den Start nicht gefährden.
    Somit wird es drei HDTV Sender (ARD, ZDF, 1Festival) in 720p50 geben und kurz danach wird der vierte HDTV Kanal aus dem Programmanteilmix in 1080p folgen.
    Bereits in vorherigen Ankündigungen wurde von vier HDTV-Sendern gesprochen, wovon einer noch zu benennen war. Der vollständige Wechsel alle Sender auf 1080p soll ab 2012 zum Abschalten der analogen Kanäle geschehen, wenn weitere Transponderkapazitäten frei werden.

    "Der Wechsel zum 1080p-Format ist Aufgrund massiver Zuschauereinsendungen gefällt worden." berichtete Dan Norcev, Leiter des technischen Ausbaus. Man wolle den GEZ-zahlenden Zuschauern für die volle Gebühr kein halbes HDTV anbieten.

    Die öffentlich Rechtlichen sind Mitglied der Euopean Broadcasters Union (EBU) und die EBU empfiehlt ihren Mitgliedern eine Produktion in 1080p50 und eine Ausstrahlung in 720p50 mit der späteren Option zum Wechsel auf das 1080p Format. Die angeschafften Produktionsanlagen seien daher für einen Betrieb in 1080p ausgelegt und Geräte für den ausschließlichen 720p Betrieb werden nach und nach ausgetauscht. Zur Anfangszeit soll es aber keine 1080p50 geben, denn dafür reiche die Bandbreite über Satellit nicht aus und die aktuellen Receiver-Generationen könnten 1080p50 nicht verarbeiten. Deswegen entschloss man sich mit 1080p25 im Progressive Segmented Frames (PSF) Modus zu starten. Dieser Modus zerlegt 25 Vollbilder in 50 Halbbilder und sendet diese in im Halbbildverfahren über den Äther und der Receiver kann aus diesem ohne großen Aufwand wieder Vollbilder erstellen. Damit können bereits erhältliche Receiver weiterhin genutzt werden und der Vorteil des Vollbildmodus bleibt erhalten. Für den Ausbau sieht man die Nutzung von Scalable Video Coding (SVC) vor. Durch dieses in MPEG4 spezifizierte Verfahren ist es möglich einen zusätzlichen, getrennten Videostream zu senden, der dann die benötigten Zusatzbilder enthält die dann bei Bedarf dem Hauptstream hinzugefügt werden. Aus zwei 1080p25 Streams wird dann ein vollwertiger 1080p50 Stream. Ältere Receiver verstehen dieses SVC-Verfahren allerdings nicht, lassen den zweiten Stream aber unbearbeitet und zeigen nur den Haupstream an, so dass wenigstens wie gewohnt das Programm angezeigt werden kann, allerdings dann mit geringerer Bildwiederholrate. Den Vorteil der erhöhten Bildwiederholrate kann man dann nur mit neueren Receivergenerationen nutzen. Dieses Verfahren wird noch bei keinem Fernsehsender angewendet und würde die deutschen öffentlich Rechtlichen wieder führend in Sachen Technik machen.

    1080i wird bereits von der Mehrzahl der europäischen Medienanstalten für ihre HD-Sender verwendet, sogar das britische öffentlich rechtliche Fernsehen BBC nutzt diesen Standard (allerdings mit 1440*1080 Bildpunkten) bereits seit 2006. Suisse HD und ORF HD verwenden der Empfehlung entsprechend 720p50. Nach Protesten niederländischer Zuschauer während der Fußball Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz entschied sich der Broadcaster NPO zukünftig sein "Nederland 1 HD" Programm zusätzlich zum 720p Format auch in 1080i anzubieten.

    Das Programm soll dabei auf dem Gemeinschaftskanal aus Bandproduktionen und Live-Anteilen bestehen. Bei Filmen mit 25 Bildern pro Sekunde soll dabei, im Gegensatz zum 720p50 Kanal, die Doppelung von Bildern entfallen und direkte 25 Bilder gezeigt werden. Bei Studioaufnahmen und Sportübertragungen mit Aufnahmen im "Videomode", bei dem 50 Vollbilder aufgenommen werden, soll dann der SVC-Modus verwendet werden. Wer dennoch nicht auf die höhere Bildwiederholrate verzichten kann, aber eine geringere Auflösung akzeptiert, kann auf den 720p50 Kanal umschalten, denn Live-Anteile sollen bereits im Simulcast-Betrieb, also auf beiden Sendern zeitgleich, gesendet werden. Dazu werden bei der diesjährigen Leichtathletik-WM in Berlin, bei der das ZDF der Host-Brodcaster ist und bereits für die weltweiten Signalabnehmer in 1080p50 aufnimmt und das Signal bereit stellt, interne Tests durchführen. Dem deutschem Zuschauer wird wie angekündigt das 720p50 Signal als Showcase angeboten werden.

    Der Vorteil von 1080p25 und 1080p50 besteht darin, dass eine Konvertierung zu 720p50 nur durch eine Reduzierung der Auflösung, und bei Bedarf einer Halbierung der Bildwiederholrate geschehen kann. Filme, die mit 24 Bilder pro Sekunde (FPS) vorliegen, werden durch ein Speed-Up auf 25 FPS beschleunigt und können direkt in 1080p25 abgespielt werden und bei 1080p50 muss nur jedes Bild doppelt gezeigt werden. Letzterer Modus kann dann als Grundlage für den 720p50 Modus verwendet werden und muss wiederum nur in der Auflösung angepasst werden. Die Encoder-Hardware muss also nur die Bildwiederholrate und die Auflösung anpassen. Die angestrebte Abkehr vom Interlace-verfahren kann somit fortgeführt werden. Der Encoder kann somit die Vollbilder effektiver komprimieren, als es bei einem echten Interlace-Betrieb der Fall ist.

    Dan Norcev erklärte weiter: "Starten wird der 1080p Kanal wieder zuerst über Satellit, damit wir eine großflächige Abdeckung erreichen und wir dort genügend Kapazitäten haben werden. An einer Einspeisung in lokale Kabelnetze stehen arbeiten wir ebenfalls. Eine Ausstrahlung über digital terrestrische Wege sehen wir erst für das kommende DVB-T2 möglich. Wir wollen jeden technisch möglichen und finanziel sinnvollen Weg gehen.
    Wir werden am 1. April 2010 gemeinsam mit dem ersten, dafür großen Schritt in Richtung Zukunft schreiten und Sie alle hochaufgelöst in den April schicken!"
    Quelle:

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