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Der schwere Weg der Blu-ray zum Massenmedium

Dieses Thema im Forum "TV News" wurde erstellt von Jader1, 30. März 2009.

  1. Jader1
    Online

    Jader1 Guest

    Nach dem Ende des Formatkriegs im Februar 2008 waren die Vorgaben klar: Die Blu-ray Disc hatte sich gegen die HD DVD markttechnisch durchgesetzt und war damit das alleinige "Packaged HD-Medium" weltweit. Dass es aufgrund vieler Vorzeichen dennoch ein schwieriger Weg zum Massenmarkt werden sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Die Verbraucher spielten aufgrund hoher Preis für Hard- und Software nicht mit, viele sahen keinen bedeutenden Mehrwert gegenüber der DVD und das eigentliche Angebot - ein ausreichendes Line-Up an Blu-ray Titeln war ebenfalls noch in keinster Form gegeben, als dass sich ein Umstieg hätten lohnen oder für viele Konsumenten auszahlen können. Mittlerweile ist jedoch ein klarer Trend in Deutschland absehbar: Der Marktanteil der Blu-ray Disc steigt kontinuierlich - nicht zuletzt nur wegen Toptiteln wie Warners "The Dark Knight", Paramounts "Transformers" oder Concordes "Iron Man".
    Sony Pictures Home Entertainment wartet demnächst mit dem exklusiven BD-Live Feature "CineChat" auf und Disney bietet "Blu-ray und DVD-Editionen" an - weitere Studios werden folgen, um das Medium noch interessanter werden zu lassen und Alleinstellungsmerkmale herauszukristallisieren. Im Jahre 2008 hatte die Blu-ray einen Marktanteil von 3,025% (basierend auf Zahlen der GfK im Auftrag des Bundesverbandes für audiovisuelle Medien) in Deutschland - natürlich noch weit weg von den Abverkaufszahlen und dem Marktanteil der DVD. Vergleicht man jedoch die einzelnen Quartale im Jahre 2008, zeichnet sich ein klarer Trend nach oben ab. Lag der Marktanteil der Blu-ray im 1. Quartal 2008 noch bei 2%, so stieg er über 2,6% im zweiten und 3,1% im dritten auf 4,4% im vierten Quartal. Im Januar 2009 erzielte die Blu-ray Disc in Deutschland sogar schon einen Wert von 7,7%. 1,7 Millionen Blu-rays wanderten im letzten Jahr insgesamt über die Ladentische - eine Steigerung von 400% gegenüber 2007. Während der Durchschnittspreis einer Blu-ray im vergangenen Jahr auf 24,71 € sank, fielen die Preise für Blu-ray Player im Schnitt um beinhahe 50% gegenüber dem Vorjahr.

    Ein deutlicher Unterschied besteht allerdings noch im verfügbaren Angebot. In Deutschland waren im Jahr 2008 nur halb so viele Titel im Line-Up verfügbar, wie in einem vergleichbaren Zeitraum im Jahr 2000 bei der DVD. Knapp 890 Blu-ray Titel stehen derzeit in Deutschland 35.500 lieferbaren DVD-Titeln gegenüber. Voraussetzung für die Akzeptanz beim Kunden ist ein entsprechendes verfügbares Angebot - und dieses nimmt im laufenden Jahr im Blu-ray Segment gegenüber 2008 extrem zu. Hier stehen im ersten Quartal 2009 ganze 182 Neuerscheinungen auf Blu-ray nur 52 Neuerscheinungen aus dem 1. Quartal 2008 gegenüber. Neben Blockbustern, finden deutlich mehr Katalogtitel, Musik-Konzerte, Special Interest Dokumentationen oder TV-Serien den Weg auf die Blu-ray Disc. Die Zeichen sind also gesetzt, um einer laut diverser Marktforschungsunternehmen exorbitanten Umsatzsteigerung der Blu-ray Disc in 2009 den Weg zu ebnen - und das trotz des angespannten und wirtschaftlich schwierigen Klimas. Man rechnet im Jahr 2009 mit einem Marktanteil der Blu-ray in Höhe von 10% - einer weiteren Steigerung um 7% gegenüber dem Vorjahr.

    Zusätzliche Anreize für die Kundschaft, von DVD auf Blu-ray umzusteigen, versprechen sich die Studios und Programmanbieter vom interaktiven Feature BD-Live. Laut Planungen der Major-Studios sollen bis zum Jahr 2011 alle Blu-ray Veröffentlichungen über BD-Live Features verfügen. Die Funktionalität wird sich dabei enorm verbessern. Sind bisher meist bei langsamen Servern nur wenige Inhalte, wie Fotogalerien, Biografien der Schauspieler und Regisseure oder Trailer vorhanden, dürfte die Zukunft weitaus interaktiver werden. Neben dem kommenden Cine-Chat von Sony, zielgruppenspezifischer Produkte, Spiele oder Trailer, sind durchaus weitere Tonspuren, die abrufbar sind, denkbar. Damit könnte ggf. für Deutschland das Problem der fehlenden HD-Tonspuren gelöst werden, deren Erstellung viele Major-Studios, die weltweit einen Film vermarkten, für sehr kostenaufwendig in den einzelnen Sprachen halten. Dazu kämen zusätzliche Authoring-Kosten in Form der Erstellung der Tonspur und deren Einarbeitung ins Menü. Wäre die deutsche HD-Tonspur via BD-Live abrufbar, blieben die Kosten deutlich überschaubarer. Die Blu-ray befindet sich trotz fehlendem HDTV-Angebot für die Masse der TV-Zuschauer, trotz deutlich geringerem Angebot gegenüber der DVD und trotz des wirtschaftlich angespannten Umfelds auf einem sehr guten Weg zum Massenmedium.
    Quelle:

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