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Arte-Vizepräsident: 3D-TV im großen Stil noch nicht möglich

Dieses Thema im Forum "3D TV News" wurde erstellt von josef.13, 24. Juli 2012.

  1. josef.13
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    josef.13 Modlehrling Newsbereich Digital Eliteboard Team Modlehrling

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    Der deutsch-französische Kulturkanal Arte gehört zu den ersten deutschen Fernsehsendern, die bereits mit 3D-Formaten experimentieren. Im Interview mit DIGITAL FERNSEHEN sprach Arte-Vizepräsident Gottfried Langenstein nun über die Bedeutung der von Arte verfolgten Multichannel-Strategie und über die Bemühungen des Senders in Sachen 3D-Fernsehen.

    Arte stand in Bezug auf technische Innovationen schon immer in der ersten Reihe. Beispielsweise gehörte der Sender zu den ersten TV-Anbietern, die ihr Programm in HDTV ausstrahlten. Wie hoch ist der Anteil an nativem HD-Material heute im Vergleich zum ersten Arte-HD-Jahr?

    Gottfried Langenstein: Der Anteil an Programmstunden in nativer HD-Auflösung steigt kontinuierlich. 2010 lag er noch bei 30%. Heute liegt er bei 64% und sogar bei 73% bei den Erstausstrahlungen. Seit einem Jahr produzieren wir die Nachrichtensendung "Arte Journal" in HD und mit der Fertigstellung des Studioumbaus können seit Mai auch alle übrigen Sendungen in Straßburg in HD produziert werden.

    Auch im Bereich 3D wagte Arte bereits die ersten Schritte, unter anderem mit zwei 3D-Tagen. Warum setzen Sie auf diese Technologie, obwohl sie doch zumindest im TV-Bereich noch stiefmütterlich behandelt wird?

    Langenstein: Wir experimentieren in einzelnen herausragenden Produktionen wie "Pina" von Wim Wenders mit 3D, zunächst um mit diesem Medium Erfahrungen zu sammeln. Von der Kameraperspektive über den Bühnenbau bis zur Dramaturgie unterscheidet sich das Produzieren in 3D erheblich. Der zweite Grund ist die Unterstützung der zusätzlichen Verbreitung über 3D-Kinos. Die 3D-Produktion "Pina" hat in Frankreich mehr als 500.000 Kinobesucher.

    Für Fernsehen im großen Stil sehe ich auf längere Sicht 3D noch nicht. Denn für eine dauerhafte 3D-Ausstrahlung benötigt man parallel zur klassischen HD-Ausstrahlung einen gesonderten Ausstrahlungsweg mit einer mehrfachen Bandbreite. Dafür gibt es weder im deutschen Kabel, noch über DVB-T die nötigen Kapazitäten.

    In Straßburg ist Arte an der 3D-Doku "Die Baumeister der Kathedrale" beteiligt. Hier durfte die DF-Redaktion bereits beim 3D-Dreh hinter die Kulissen der Produktion schauen. Mit Sicherheit wird der Film im Rahmen eines dritten 3D-Tages auf Arte gezeigt werden. Steht dafür schon ein konkreter Sendetag fest?

    Langenstein: Ja, wir werden "Die Baumeister der Kathedrale" am Samstag, 08.12.2012, ausstrahlen und die Dokumentation auch mit einem breiten Netzangebot begleiten. Wir planen auch noch weitere 3D-Dokumentationen, eine über Extrembergsteiger, die andere über den gefährlichen Alltag von Feuerwehrmännern.

    Mittlerweile haben sich im digitalen TV in Deutschland noch einige weitere Kultursender zu Arte dazugesellt, darunter auch der digitale ZDF-Spartenkanal ZDF.Kultur, der sein Publikum nun verjüngen und sich noch stärker den 20- bis 30-Jährigen zuwenden will. Haben Sie auch solche Bestrebungen? Wie setzen Sie diese um?

    Langenstein: ZDF Kultur wurde mit dem Ziel gegründet, ein junges Publikum anzusprechen. Dagegen soll Arte alle Publika erreichen. Im Bereich Fernsehen sind unsere Zuschauer Mitte 50, im Netz hingegen, wo wir uns sehr stark engagieren, u.a. mit unserem Catch-up-Angebot Arte+7, unserer Musikplattform Arte Live Web oder auch mit Arte Creative, unserer Plattform für

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    Künste, sind die Nutzer deutlich jünger.

    Deshalb entwickeln wir auch viele crossmediale Formate, die sowohl die Zuschauer des linearen Fernsehens als auch die Nutzer des interaktiven Webs ansprechen. Anfang des Jahres haben wir ein groß angelegtes Programm über den Zusammenbruch des Sowjetunion angeboten, "Lebt wohl, Genossen", sechs 52-minütige Dokumentationen auf dem Bildschirm und auf arte.tv eine sehr gründlich recherchierte und umfangreiche Webseite. Das Projekt "Alles für die Kunst" ist ein weiteres Beispiel.

    Im November werden wir eine sechsteilige Reihe senden, in der junge Künstler an einer Masterclass mit namhaften Künstlern teilnehmen. Diese jungen Künstler haben wir über die Internetplattform "Arte Creative“ gesucht. Die Resonanz hat unsere kühnsten Erwartungen deutlich übertroffen. Rund 2000 Künstler haben mit 20 000 Werken kandidiert. In den nächsten Monaten werden wir zwei weitere ähnliche Formate anbieten, zum einen den skandinavischen interaktiven Thriller "The spiral" und zum anderen eine fiktionale Fahrt durch die menschliche Psyche mit "About blank" (Arbeitstitel).

    Inwieweit haben Sie Bedenken, in einem derartigen medienübergreifenden Projekt die Zuschauer nicht zu verlieren?
    Langenstein: Im Gegenteil: Die Gefahr wäre, sich nicht für die neuen Zugangsformen zu audiovisuellen Inhalte zu öffnen. Dann würden wir schleichend den Kontakt zu all den Zuschauern verlieren, die zunehmend über neue Medien ihrer Neugierde nachgehen. Kultur und Wissensstoffe sind nicht nur über den klassischen Fernsehweg spannend. Junge Generationen sind durchaus auf der Suche nach

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    . An der Spitze unserer Arte+7-Mediatheksabrufe liegen

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    Dokumentationen aus den Bereichen Wissenschaft, Umwelt, Geschichte.

    Wer als Fernsehmanager meint, mit dem Senden sei seine Arbeit erledigt, wird in der neuen Multimediawelt scheitern. Wir müssen unsere Stoffe an die interessantesten Kreuzungen des Netzes bringen und den Nutzern erlauben, auch mit uns Dinge zu gestalten. Arte Creative ist dafür eine exemplarische Plattform. Und wir werden unsere Netzpräsenz in den nächsten Jahren offensiv ausbauen mit den Schwerpunkten Performing Arts auf Arte Live Web, Bildende Kunst und Kurzfilm auf Arte Creative und einer Säule für Wissenschaft und Umwelt. Die neue Medienwelt ist für Qualität und Kultur eine große Chance, die wir gerne ergreifen.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Quelle: Digitalfernsehen
     
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