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Alonso soll Ferrari retten-Die Sucht nach Erfolg

Dieses Thema im Forum "Motorsport" wurde erstellt von Skyline01, 12. März 2010.

  1. Skyline01
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    Alonso soll Ferrari retten-Die Sucht nach Erfolg

    Ferrari steht in dieser Formel-1-Saison unter ungeheurem Druck. Die Roten müssen die Seuchen-Saison 2009 vergessen machen. Dazu hat der Rennstall mit Fernando Alonso einen der besten Fahrer verpflichtet und ein komplett neues Auto auf die Räder gestellt.

    Kein Autohersteller dieser Welt ist derart mit dem Motorsport verbunden wie Ferrari. Die Roten aus Maranello sind erst Rennen gefahren - und haben dann angefangen, Autos zu verkaufen. Als Enzo Ferrari in den 1930er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann, mit umgebauten Alfa Romeos an Wettkämpfen teilzunehmen, hätte er sich nicht träumen lassen, dass dereinst im benachbarten Maranello eine ganze Fabrik Serienfahrzeuge unter seinem Namen herstellen würde. Nicht nur aus diesem Grund ist bei Ferrari vieles anders als bei anderen Teams in der Formel 1.

    Die Marke steht stellvertretend für die Königsklasse. Kein anderes Team hat mehr Rennen, mehr Siege oder mehr Titel. Wie sehr Ferrari mit der Formel 1 verknüpft ist, ließ sich gut an den Machtkämpfen zwischen der Fia, dem Weltautomobilverband und Veranstalter der Rennserie, und der Fota, der Vereinigung der F1-Teams, festmachen. Erst als Ferrari sich offen mit den abtrünnigen Teams solidarisierte und andeutete, ebenfalls die Ausstiegsoption wahrnehmen zu wollen, kam Bewegung in den Konflikt. Plötzlich ging alles ganz schnell. Die Formel 1 ist ohne die roten Boliden aus Italien kaum denkbar.
    Wenn Ferrari verliert, leidet ganz Italien

    Auf der anderen Seite aber lastet ein ungeheurer Erwartungsdruck auf dem Team. Die Ferraristi und die Medien wollen Siege und Sieger sehen. Um das zu dokumentieren, muss nicht an den berühmten Pfarrer aus Maranello, der nach jedem Ferrari-Sieg seine Kirchenglocken läutet, erinnert werden. Ein Gang durch die Stadt Maranello mit ihren Cafés und Trattorias genügt, um die Begeisterung zu spüren. Wenn Ferrari siegt, feiert nicht nur Maranello, wenn Ferrari aber verliert, leidet ganz Italien.

    Damit der berühmteste Pfarrer der Formel 1 in diesem Jahr wieder öfter läuten darf, wurde der Spanier Fernando Alonso geholt. Der zweifache Weltmeister ist einer der besten, wenn nicht der beste Fahrer. Er soll nach drei Jahren den WM-Titel wieder nach Maranello holen. Aber nicht nur das: Er soll eine neue Ära begründen, die mit dem Weggang Michael Schumacher endete, und an die das Team bisher nicht anknüpfen konnte.
    Schimpf und Schande für Schumacher

    Das erklärt auch den rüden Umgang mit dem einstigen Held der Roten. Als Schumacher im Dezember 2009 seine Rückkehr in die Formel 1 bekannt gab, wurde er mit Schimpf und Schande aus Italien bedacht. "Verräter" war noch einer der netteren Ausdrücke, mit denen das einstige Idol bezeichnet wurde. Bei den Tifosi des Teams sieht man die Entwicklungen etwas differenzierter, aber die italienische Seele leidet unter dem Abgang des Helden, der doch immer für Ferrari stehen sollte.

    Ein Grund für den rüden Umgang ist auch das angekratzte Selbstbewusstsein der Roten. Nach einer völlig verkorksten Saison, in der es nur einen einzigen Sieg zu vermelden gab, lagen die Nerven blank. Das sind die Vorrausetzungen, unter denen Ferrari in die neue Saison geht. Wiedergutmachung muss her, egal wie. Dazu holte man Alonso, schenkte die WM schon im Sommer her und begann mit voller Intensität am neuen Auto zu bauen. In diesem Jahr sollen die Roten wieder ganz oben stehen. Sonst wird es eng für Teamchef Stefano Domenicali. Mit Schrecken gedenkt man in Maranello der 21 Jahre langen Durststrecke, die es bis zu Schumachers ersten WM-Sieg mit Ferrari gab.

    Wer fährt?

    Die Hoffnungen ruhen auf Fernando Alonso. Der Spanier gilt mit dem F10 schon nach den Tests vor der Saison als Favorit, wenn es um den Titel geht. Zum ersten Mal seit dem McLaren-Debakel vor zwei Jahren sitzt Alonso wieder in einem Auto, mit dem er die WM gewinnen kann. Dass er selbst das kann, hat er im damals eher unterlegenen Renault schon zweimal gezeigt. Anwärter auf den Titel gibt es in diesem Jahr einige, aber der heißeste ist Fernando Alonso.

    Hinter Felipe Massa stehen immer noch einige Fragezeichen. Die Tests haben gezeigt, dass es immer noch schnell ist. Ob es aber reicht, um die starke Konkurrenz in Schach zu halten, ist unklar. Der stärkste Widersacher lauert in diesem Jahr ohnehin im eigenen Team. Auch wenn es offiziell keine Rangfolge gibt, Massa muss sich wohl in den meisten Punkten mit der Nummer zwei zufrieden geben. Dem Ziehkind von Ferrari – schon 2003 absolvierte er ein Lehrjahr als Testfahrer im Team – sind ohnehin bereits im vergangenen Jahr Sympathien abhanden gekommen. Es wird eine schwere Saison für den Brasilianer.

    Wer führt?

    Seit dem Abgang des langjährigen Teamchef Jean Todt, der mittlerweile als Fia-Präsident amtiert, ist Stefano Domencali der starke Mann bei Ferrari. Eine Erfolgsgeschichte war das bisher allerdings nicht. Das Team wurde nach dem Abgang des Erfolgstrios Schumacher Brawn und Todt wesentlich italienischer. Das heißt aber nicht, dass unprofessioneller gearbeitet wird. Im Gegenteil, der Personalstamm ist gewachsen, mehr as 1000 Angestellte bereiten einen Grand Prix heute vor.

    Die Saison 2008 war geprägt von internen Querelen und der verlorenen Weltmeisterschaft gegen McLaren. Im vergangenen Jahr war das Auto ein Fehlgriff. Das darf dieses Jahr nicht mehr passieren, sonst wird Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo durchgreifen.

    Das Auto:

    Im Vorfeld des ersten Rennens zeigt sich der F10 bärenstark. Im vergangenen Jahr hat man die Saison bereits in der Mitte hergeschenkt und sich voll auf das neue Auto konzentriert, ganz Taktik von Brawn aus dem Vorjahr folgend. Eine ähnliche Dominanz ist aber nicht zu erwarten, weil sich die Regeln nicht so grundlegend geändert haben wie im Vorjahr. Für das erste Rennen scheint der neue Ferrari daher das Maß der Dinge. Und Ferrari ist bekannt dafür, in der Saison weitere große Entwicklungsschritte machen zu können. Wahrscheinlich wird der Ferrari das Auto bleiben, das es zu schlagen gilt.

    Was war:

    792 Rennen, 209 Siege und 31 WM-Titel, davon 15 Fahrer-Championate. Niemand kann Ferrari was vormachen in der Formel 1. Das macht das Team zu einer Legende, erhöht aber auch den Druck immens. Ferrari muss wieder Titel holen.

    Was wird:

    Die Chancen für eine erfolgreiche Saison stehen gut. Die Fahrerpaarung ist stark und das Auto scheint zu passen. Ferrari kann wieder an goldene Zeiten anknüpfen. Allerdings ist die Konkurrenz stark und Siege nicht selbstverständlich. Wenn die ersten Rennen erfolgreich absolviert werden, dann ist alles möglich für die Roten.
    Das Team
    Teamchef: Stefano Domenicali Pole Positions: 203
    Budget: 240 Millionen Chassis: Ferrari F10
    Angestellte: 900 Motor: Ferrari 056
    Starts (Siege): 792 (209) Testfahrer: Luca Badoer, Marc Gené

    Saisonstatistik 2009
    Konstrukteurs-WM: 4. (70 Punkte) Schnellste Rennrunden: 1
    Siege: 1 Podestplätze: 6
    Pole Positions: 0 Ausfälle: 5

    Felipe Massa (Nr. 7)* Fernando Alonso (Nr. 8)
    Fahrerwertung: 11. mit 22 Punkten Fahrerwertung: 9. mit 26 Punkten
    Siege: 0 Siege: 0
    Podestplätze: 1 Podestplätze: 1
    Pole Positions: 0 Pole Positions: 1
    Bester Startplatz: 4. Bester Startplatz: Pole
    Bestes Rennergebnis: 3. Bestes Rennergebnis: 3.
    Testkilometer: 3.725 Testkilometer: 3.629
    * Massa bestritt wegen eines Unfalls nur neun von 17 Saisonrennen

    Quelle: ntv
     
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