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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsspeicher clever aufrüsten



camouflage
09.08.2010, 19:38
PC-Speicher wird teurer, aber auch schneller, stromsparender und größer. Außerdem steht die DDR4-Technik vor der Tür. Wir sagen Ihnen, ob sich das Warten auf die neuen Module lohnt und wann der beste Zeitpunkt für den preisgünstigen Speicherkauf ist.
Die Preise sind nur derzeit günstig: Speicherriegel werden teurer

Bereits ab 20 Euro gibt es Module mit 1 GB DDR3-Speicher, ein 2-GB-Riegel ist schon für rund 35 Euro zu haben. Doch das soll sich mittelfristig ändern. Denn die Speicherchiphersteller kämpfen aufgrund des massiven Preisverfalls seit fast zwei Jahren ums Überleben und haben deswegen die RAM-Fertigung stark zurückgefahren.

Klar, dass die Chipfertiger in dieser substanziellen Krise nur spärlich in moderne Produktionsstätten investiert haben. Doch jetzt stellen die Speicherchiphersteller ihre Massenproduktion von DDR2 auf DDR3 um. Gleichzeitig zieht die Nachfrage an. Mit steigenden Speicherpreisen ist daher in absehbarer Zeit zu rechnen.
Immer schneller: Transferleistungen bis zu 16 GB/s

Nur eine physikalische Taktrate von bis zu 200 (effektiv 1600) MHz ist für DDR3-SDRAM bislang von der Jedec (dem maßgeblichen Industrieforum für Halbleiter-Standards) offiziell definiert. Speichermodulhersteller für Übertaktungsfreunde bieten allerdings bereits bis zu 275 (effektiv 2200) MHz an.
In diesem Jahr sollen die Standards auch für die physikalischen Taktraten von 233 und 266 MHz von der Jedec genormt werden. Die maximal mögliche Transferleistung pro Modul würde dann rund 17 GB/s betragen – im Vergleich zum derzeit gängigsten Speichertyp DDR2-800 ist das fast eine dreimal so hohe Übertragungsrate.
Immer sparsamer: Weniger Strombedarf durch geringere Spannung

Momentan benötigen DDR3-Speichermodule noch 1,5 Volt Nominalspannung. Doch in Kürze kommen sparsamere Speicherriegel mit nur 1,35 Volt in den Handel. Der Unterschied von lediglich 0,15 Volt klingt zunächst gering, wirkt sich aber stark auf den Stromverbrauch aus. Denn dieser sinkt exponentiell mit der Spannung.
Auch der Speicher-Controller arbeitet mit 1,35-Volt-Modulen sparsamer. Das senkt den Verbrauch moderner CPUs wie Athlon II, Core i5, Core i7 und Phenom II. Für die sparsameren Module sind übrigens keine neuen Chipsätze und CPUs notwendig, denn DDR3-Speicher funktioniert von Haus aus mit 1,35 Volt.
DDR3 bleibt Standard

Warten lohnt nicht: DDR3 bleibt mindestens zwei Jahre Standard
Die Speicherhersteller prognostizieren DDR3-SDRAM eine lange Lebenszeit. Bis die nächste RAM-Generation DDR4 reif für den Massenmarkt ist, dürften noch mindestens zwei Jahre vergehen. Wichtigste Änderung zu DDR3 ist der Speicherdatentakt (I/O-Takt), der es erlaubt, pro Taktsignal zweimal so viele Daten wie bisher zu übertragen.

Die physikalische Taktrate der ersten DDR4-Speicherriegel (DDR4-1600) wird daher bei 100 (effektiv 1600) MHz liegen und soll zunächst bis 200 (effektiv 3200) MHz gehen. Zudem soll die Nominalspannung eines DDR4-Speicherriegels auf 1,2 Volt sinken, um den Stromverbrauch weiter zu reduzieren.
Nur bedingt notwendig: Speichergröße bis zu 16 GB

Auch die Kapazität der Speichermodule soll steigen – allerdings nur, wenn die Nachfrage groß genug ist, um die aufwendigere und damit deutlich kostspieligere Fertigung wieder einzuspielen. Ende der Fahnenstange bei PC-Arbeitsspeicher ist derzeit 4 GB. Für Server bieten die Speicherhersteller bereits 8-GB-Module an – für unter 500 Euro sind die Monsterriegel mit Fehlerkorrekturverfahren (Error Correction Code, ECC) aber nicht zu haben.
Dass es in naher Zukunft auch 8- oder gar 16-GB-Speichermodule für Desktop-PCs und Notebooks geben wird, ist allerdings recht unwahrscheinlich. Es fehlen schlicht und ergreifend Anwendungen und Einsatzgebiete, die so viel Arbeitsspeicher nutzen können. Im professionellen Umfeld, etwa bei der Grafikbearbeitung mit Photoshop, lassen sich hingegen locker 16 GB Arbeitspeicher voll auslasten.
Jetzt Speicher kaufen, bevor die Preise in den Himmel schießen

Wenn Sie den Speicher Ihres PCs oder Notebooks aufrüsten wollen, sollten Sie nicht mehr allzu lang damit warten, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit die Preise in den nächsten Wochen anziehen werden. Grundsätzlich gilt: Der beste Zeitpunkt für den RAM-Kauf ist dann gekommen, wenn der Speicher Ihren PC ausbremst.
Wenn Sie die Wahl haben, achten Sie beim Neukauf eines Computers darauf, dass das Gerät bereits mit DDR3-Speicher ausgestattet ist – im Idealfall sollten das dann auch gleich die genügsameren 1,35-Volt-Module sein. DDR3-Module sind in der Praxis zwar nicht schneller, aber sparsamer im Stromverbrauch – selbst die noch häufig anzutreffenden 1,5-Volt-Varianten sind deutlich genügsamer als DDR2-Riegel. Und bei Notebooks etwa verlängert das die Akku-Laufzeit spürbar.
Außerdem ist DDR3 zukunftssicher, wenn der PC die Technik bereits unterstützt: Sie können ihn später mit schnelleren Modulen aufrüsten, die höhere Taktraten und damit auch höhere Datenraten bieten.